Okuri-ashi-harai im Judo lernen: Seitwärtsbewegung von Uke, Timing beim Nachstellen der Füße, Fegen statt Treten. Mit Meilensteinen und Sicherheitsregeln.
Die ehrliche Antwort: Okuri-ashi-harai ist ein Fußfeger. Du fegst beide Füße von Uke zur Seite weg, während er sich seitwärts bewegt, und lässt ihn dabei mit den Händen in dieselbe Richtung fallen. „Okuri" heißt nachschicken, „ashi" Fuß, „harai" fegen. Der Deutsche Judo-Bund führt ihn (als Okuri-ashi-barai) im Erweiterungsprogramm der Fußtechniken, also im Stoff vom 3. bis zum 1. Kyu [1]. Daher ist er Intermediate. Als Voraussetzung dient De-ashi-harai, den du im Grundprogramm kennst.
Was macht ihn schwer? Das Timing. Du fegst nicht irgendwann, sondern in dem kurzen Moment, in dem Ukes Füße beim Seitschritt zusammenkommen. Wer zu früh kommt, trifft Luft, wer zu spät kommt, trifft Füße, die schon wieder stehen. Dazu kommt: Die Wurfwirkung entsteht aus Zug und Fußfegen zusammen, nicht aus einem harten Tritt.
Im Regelwerk gilt, dass ein Ippon nur bei kontrolliertem Fall mit Tempo und Kraft gegeben wird [2]. Rechne mit mehreren Wochen Üben, bis das Timing sitzt, und deutlich länger bis zum Einsatz im freien Kampf (Erfahrungswert, keine Studie).
Ihr geht gemeinsam seitlich: Uke macht Nachstell-Schritte, du folgst. Ihr bleibt im Griff (Ärmel und Revers). Meilenstein: Ihr geht zehn Schritte seitlich, ohne euer Gleichgewicht zu verlieren.
Deine Hände führen Uke in seiner Bewegungsrichtung weiter, als würdest du ihn einladen mitzugehen. Eine Lernstudie zu Kuzushi (Gleichgewichtsbruch) legt nahe, dass Uchikomi mit eingebautem Kuzushi beim Ziehen und Schieben hilft (Studie an 64 Kindern am O-soto-gari, also TRANSFER; Gruppenunterschiede nicht signifikant) [3]. Meilenstein: Uke geht freiwillig weiter, weil du ihn mitnimmst.
Warte, bis Ukes Füße im Nachstellen zusammenkommen. In diesem Augenblick liegt sein Gewicht kurz auf beiden Füßen und kann nicht ausweichen. Dein Standfuß steht nah an seinem Körper. Meilenstein: Du erkennst im Uchikomi (Einstieg ohne Wurf) den Moment in acht von zehn Schritten.
Dein anderer Fuß fegt flach über die Matte, die Sohle trifft Ukes Knöchel von der Seite und schiebt beide Füße weg. Du fegst, du trittst nicht. Meilenstein: In Zeitlupe berührt die Sohle beide Knöchel, ohne dass Uke stolpert.
Die Hände ziehen Uke in dieselbe Richtung weiter, bis er seitlich landet. Du bleibst aufrecht. Erst mit Trainerfreigabe wirfst du wirklich. Meilenstein: Uke landet kontrolliert auf der Seite.
Beim Fußfeger ist Ukes Knöchel das Ziel, und das ist die empfindlichste Stelle. Eine Befragung von 4659 Judoka ergab, dass Verletzungen mit mehr als drei Wochen Ausfall zu 41 % die oberen Gliedmaßen (Arme, Schultern) und zu 39 % die unteren Gliedmaßen betrafen [5]. Das gilt für Judo insgesamt, nicht für Okuri-ashi-harai, zeigt aber, wie wichtig es ist, die Beine zu schonen.
Praktisch heißt das: Du fegst mit der Sohle, nicht mit der Kante oder Ferse. Übe zuerst Uchikomi, dann ein langsames Fegen ohne Zug, dann den Wurf. Uke muss Ukemi sicher beherrschen: Eine Übersicht von 16 Studien zeigt, dass sauberes Abrollen die Kopfbelastung unter der Verletzungsschwelle hält [4]. Beim ersten Wurf steht dein Trainer daneben und kann eingreifen.
Dieser Guide erklärt und motiviert, er ersetzt kein betreutes Training.
Stell dir vor, du fegst Staub von einem Boden, den du nicht kaputtmachen willst. Die Bewegung ist ein langer Schwung, kein Stoß. Mit der Zughand führst du, mit dem Fuß begleitest du. Wenn dein Fuß hörbar klatscht, war es ein Tritt.
So baust du es in die Woche ein: Übe zweimal pro Woche fünf Minuten Uchikomi mit einem Partner, der im Kreis seitlich geht. Zehn Wiederholungen pro Seite, immer mit Blick auf das Timing, nicht auf die Wucht. Nach drei sauberen Einheiten sprichst du mit deinem Trainer über den ersten kontrollierten Wurf. Das ist Erfahrungswert, keine Studie.
Beim De-ashi-harai fegst du den Vorderfuß, der gerade aufsetzt. Beim Okuri-ashi-harai fegst du beide Füße beim Seitschritt zusammen, in Ukes Bewegungsrichtung. Der DJB führt Okuri-ashi-barai im Erweiterungsprogramm, De-ashi-barai im Grundprogramm [1].
Der DJB führt ihn im Erweiterungsprogramm für den 3. bis 1. Kyu [1]. Dein Verein kann früher einsteigen, etwa im Rahmen von Übungen zu Fußtechniken. Wichtig ist, dass De-ashi-harai sitzt.
Das Timing ist die Herausforderung. Rechne mit mehreren Wochen für ein sicheres Gefühl im Uchikomi. Das ist ein Erfahrungswert, keine Studie.
Bei sauberem Fegen mit der Sohle und sicherem Ukemi ist das Risiko klein. Ein Tritt gegen den Knöchel kann dagegen verletzen. Üb mit Trainer und baue langsam auf.
Hane-goshi lernen: der Springhüftwurf im Judo – ehrlich und sicher aufgebaut — [object Object]