Nage-no-kata im Judo: 15 Würfe in 5 Gruppen, wie die Kata aufgebaut ist, was du vorher können musst und warum du sie nur mit Lehrkraft lernst.
Die ehrliche Antwort: Die Nage-no-kata ist ein geschlossener Formenlauf aus 15 Würfen, den du nicht aus dem Buch, sondern von einer erfahrenen Lehrkraft lernst, weil Reihenfolge, Etikette und Partnerrollen genau festgelegt sind. Sie wird klassisch im Dan-Bereich gelernt (Praxis; der DJB spricht beim Wahlbereich Kata ausdrücklich von „Kata des Dan-Programms“ [2]) und ist damit ein Fortgeschrittenen-Thema. Deshalb ordnen wir sie als „pro“ ein.
Was dahintersteckt: Jigoro Kano entwickelte die Kata, um die Prinzipien des Werfens zu zeigen, damit Schüler sie im Randori besser anwenden können. Ursprünglich waren es 10 Techniken, später kamen 5 weitere dazu, unter anderem Kata-guruma und Uki-otoshi [1]. Es ist eine der beiden Randori-no-kata des Kodokan [1].
Warum die Kata für dich relevant ist, selbst wenn du nie ein Dan-Examen machst: Der Deutsche Judo-Bund versteht Kata im ursprünglichen Sinn als Üben von Techniken in geschlossenen Situationen, nicht als Vorführung einer Technikfolge [2]. Außerdem sind 12 der 15 Techniken der Nage-no-kata bereits im Grund- und Erweiterungsprogramm der Kyu-Grade enthalten [2]. Du lernst also viele Würfe schon vorher, die Kata ordnet sie nur.
Ehrlich vorweg: Wie lange es dauert, bis du die Kata sauber läufst, hängt stark von Lehrkraft und Verband ab. Wir geben dir hier keine Choreografie, denn eine Kata aus dem Gedächtnis nachzubauen wäre genau der Fehler, den die Kata verhindern soll. Rechne in Monaten bis Jahren.
Die Kata hat 15 Würfe in fünf Gruppen mit je drei Würfen: Te-waza (Uki-otoshi, Seoi-nage, Kata-guruma), Koshi-waza (Uki-goshi, Harai-goshi, Tsurikomi-goshi), Ashi-waza (Okuri-ashi-harai, Sasae-tsurikomi-ashi, Uchi-mata), Ma-sutemi-waza (Tomoe-nage, Ura-nage, Sumi-gaeshi) und Yoko-sutemi-waza (Yoko-gake, Yoko-guruma, Uki-waza) [1]. Jeder Wurf wird zweimal gezeigt, einmal rechts und einmal links [1]. Meilenstein: Du kannst Gruppen und Reihenfolge aufsagen, ohne zu stocken.
Bevor du die Kata läufst, beherrschst du die Würfe einzeln, so wie dein Verband sie lehrt. Der DJB nennt im Grundprogramm bis zum 4. Kyu unter anderem Seoi-nage, Harai-goshi und Uchi-mata, im Erweiterungsprogramm Tomoe-nage und Sumi-gaeshi [2]. Meilenstein: Dein Trainer bestätigt dir jeden Wurf einzeln als „sicher“.
Zur Kata gehört formalisiertes Verhalten: Tori und Uke betreten die Matte von verschiedenen Seiten, verbeugen sich stehend zur Joseki und kniend zueinander und beginnen dann [1]. Die genauen Regeln (Reigi-saho) lernst du bei deiner Lehrkraft. Meilenstein: Du läufst Ein- und Austritt der Kata fehlerfrei ohne Würfe.
Meist wird eine Gruppe (drei Würfe) nach der anderen geübt, mit Lehrkraft in Reichweite und mit klarer Rollenverteilung. Eine Studie lässt vermuten, dass kurzes Anschauen von Bewegungsvorlagen das Lernen einer Judo-Kata ergänzen kann: In einer Gruppe von 20 Judoka verbesserten 5 Minuten Zuschauen zusätzlich zum Üben die biomechanische Leistung bei Go-no-sen-no-kata [3]. Das ist ein Transfer auf eine andere Kata, kein Beleg für Nage-no-kata. Meilenstein: Du läufst eine Gruppe ruhig, ohne dass Uke bremsen muss.
Erst wenn alle fünf Gruppen einzeln sitzen, läuft ihr den ganzen Durchgang, möglichst mit einem erfahrenen Prüfer oder Lehrer als Zuschauer. Meilenstein: Ihr lauft alle 15 Würfe, beidseitig, ohne Fallschul-Unsicherheit.
Dieser Guide erklärt und motiviert, er ersetzt kein betreutes Training und keinen Trainer.
Nimm dir pro Gruppe eine Einheit nur für Uke. Wer die Rolle des Fallenden sauber kann, versteht, warum die Reihenfolge so aufgebaut ist, und lernt Tori schneller. Das ist Praxiserfahrung, keine Studie.
15 Würfe in fünf Gruppen mit je drei Würfen: Te-waza, Koshi-waza, Ashi-waza, Ma-sutemi-waza und Yoko-sutemi-waza. Jeder Wurf wird rechts und links gezeigt [1].
Nicht für die Kyu-Grade im engeren Sinn. Der DJB lässt zum 2. Kyu lediglich eine Auswahl von zehn technischen Aktionen aus Kata des Dan-Programms als Wahlbereich zu [2]. Im Dan-Bereich spielt sie klassisch eine Rolle; was genau geprüft wird, regelt dein Verband.
Als Ergänzung ja, als Ersatz nein. Videos zeigen eine Schule; Details unterscheiden sich, und die Fallschule des Partners muss stimmen. Lerne die Kata mit einer Lehrkraft aus deinem Verband.
Der DJB verweist darauf, dass 12 der 15 Techniken bereits im Grund- und Erweiterungsprogramm der Kyu-Prüfungen stehen [2].
Sie besteht aus echten Würfen und ist daher so riskant wie Wurftraining überhaupt [5]. Mit sicherer Fallschule, Matte und Aufsicht senkst du das Risiko.
Hadaka-jime verstehen: der Würger von hinten und warum er Aufsicht braucht — [object Object]