Sperre im Handball lernen: So blockierst du einen Abwehrspieler regelgerecht mit dem Körper, schaffst Raum für Mitspieler und vermeidest Fouls und Verletzungen.
Eine Sperre im Handball heißt: Du stellst dich mit dem Körper so zwischen einen Abwehrspieler und seinen Weg, dass er seinen Gegenspieler nicht mehr erreicht. Das Regelwerk erlaubt dafür ausdrücklich, den Rumpf einzusetzen, um den Gegner im Kampf um Positionen zu blocken [1]. Entscheidend ist ein Wort aus dem Regelkommentar: Setzen, Halten und Lösen der Sperre müssen sich gegenüber dem Gegner „passiv" verhalten [1].
Die ehrliche Antwort auf „Wo ist die Grenze zum Foul?": Du darfst stehen und dich anlaufen lassen. Du darfst ihn nicht mit Armen, Händen oder Beinen aufhalten, nicht wegschieben, nicht festhalten und nicht in ihn hineinlaufen oder -springen [1]. Wer Raum schafft, ohne zu schieben, ist im Spiel. Wer schiebt, bekommt einen Freiwurf gegen sich.
Wie lange du brauchst, um das Timing mit Mitspielern zu lernen, hängt von deinem Team ab. Eine belastbare Studienzahl dazu gibt es nicht, das ist Trainererfahrung. Eine eigene Studie zur Sperre im Handball haben wir nicht gelesen, die Technik unten ist Praxis-Standard auf Grundlage der Regeln.
Eine gute Sperre sieht aus, als stünde dort jemand einfach im Weg.
Erlaubt ist, den Rumpf zu benutzen, um den Gegner im Kampf um Positionen zu blocken. Verboten sind Blocken mit Armen, Händen oder Beinen, Wegschieben, Festhalten und Hineinlaufen oder -springen [1]. Meilenstein: Du kannst in eigenen Worten erklären, warum „passiv" das entscheidende Wort ist.
Stell dich so, dass dein Körper zwischen dem Verteidiger und dem Raum steht, den dein Mitspieler nutzen will. Füße schulterbreit, Knie gebeugt, Arme vor dem Körper angewinkelt, aber nicht vorgestreckt. Meilenstein: Du stehst in 8 von 10 Versuchen so, dass der Verteidiger an dir vorbei muss.
Der Verteidiger läuft in dich hinein, du bleibst stehen und gibst nicht nach, du schiebst aber auch nicht zurück. Das Gewicht bleibt über den Füßen, der Kontakt wird mit dem Rumpf abgefangen. Meilenstein: 5 Mal hintereinander Kontakt, ohne zu schieben oder die Arme auszustrecken.
Ein Rückraumspieler läuft an deiner Sperre vorbei und nutzt den entstandenen Raum für Wurf oder Durchbruch. Timing ist alles: Du stehst, bevor er startet. Meilenstein: 8 von 10 Mal erreicht dein Mitspieler den freien Raum, und du hast kein Foul begangen.
Auch das Lösen muss passiv sein [1]. Dreh dich nach dem Block nicht in den Verteidiger hinein, sondern lös dich in den freien Raum und biete dich als Anspielstation an. Meilenstein: Du löst dich 8 von 10 Mal ohne Kontakt und bist anspielbar.
Wer sperrt, steht im Kontakt. In einer Videoanalyse von 580 Verletzungen im Männerprofi-Handball (nur Ausfälle von mehr als 7 Tagen) hatten Flügel- und Kreisspieler den höchsten Anteil an Kontaktverletzungen (56,9 % und 58,4 %). Kopf-, Hand-, Schulter- und Sprunggelenksverletzungen entstanden überwiegend durch direkten Kontakt [2]. Das macht die Sperre zur Stelle, an der Technik Verletzungen verhindert.
Die Regeln schützen dich und den Gegner: Wer hart auf den Rumpf oder Wurfarm schlägt, mit großer Geschwindigkeit in einen Gegner läuft oder springt, riskiert sofort 2 Minuten Zeitstrafe, bei Gefährdung auch die Disqualifikation [1]. In einer Auswertung der WM 2017 hing es mit Verletzungen zusammen, wenn ein Spieler 1- bis 2-mal eine Zeitstrafe bekam (Odds Ratio 2,77) [3]. Das ist ein Zusammenhang, kein Beweis für Ursache und Wirkung. Dieser Guide erklärt und motiviert, er ersetzt kein betreutes Training und keinen Trainer.
Sprich vor dem Zug mit dem Mitspieler ab, auf welcher Seite er vorbeiläuft. Eine Sperre ist nur halb gut, wenn der Mitspieler auf die falsche Seite läuft. Ein kurzer Blickkontakt oder ein Wort genügt. Das ist Praxiserfahrung, keine Studie. Auffällig ist übrigens, wo es bei Würfen weh tut: Bei der WM 2015 trafen Angreifer im Sprungwurf mit dem Knie am häufigsten verletzte Verteidiger (5 Fälle) [4]. Als Praxis-Folgerung: Setz die Sperre so, dass du nicht in der Absprungbahn eines Werfers stehst.
Eine Sperre ist das regelgerechte Blockieren eines Abwehrspielers mit dem Körper, damit ein Mitspieler Raum für Wurf, Durchbruch oder Anspiel bekommt. Sie muss passiv gesetzt, gehalten und gelöst werden [1].
Eine Sperre bleibt passiv: Du stehst und lässt dich anlaufen. Ein Foul ist Blocken mit Armen, Händen oder Beinen, Wegschieben, Festhalten oder Hineinlaufen [1].
Meist die Kreisläufer und Flügelspieler. Sie hatten in einer Videoanalyse von 580 Verletzungen im Männerprofi-Handball den höchsten Anteil an Kontaktverletzungen [2].
Allein gar nicht: Du brauchst mindestens einen Partner. Trainiere erst Stand und Kontakt ohne Ball, dann mit Ball, und achte auf passives Verhalten.
Durchbruch im Handball: Neben dem Verteidiger in die Wurfchance — [object Object]