Kempa-Trick im Handball: Ball im Flug über dem Torraum fangen und werfen

Kempa-Trick im Handball verstehen und aufbauen: Regelgrundlage, Timing mit dem Passgeber, Aufbau mit Matten und Trainer und die Risiken in der Luft.

Sportart: Handball · Level: Profi

Einleitung

Der Kempa-Trick ist ein einstudierter Spielzug: Ein Mitspieler passt den Ball in den Luftraum über dem Torraum, ein anderer springt von außerhalb des Torraums hinein, fängt den Ball im Flug und wirft noch vor der Landung. Das Regelwerk erlaubt, den Ball zu berühren, solange er sich in der Luft über dem Torraum befindet [1], und Betreten des Torraums nach dem Spielen des Balls wird nicht bestraft, wenn der Gegner keinen Nachteil hat [1]. Fängst du in der Luft, zählt das erste Aufsetzen nach dem Sprung nicht als Schritt [1].

Die ehrliche Antwort auf „Ist das lernbar?": Ja, aber nicht allein. Der Trick lebt vom Timing zwischen zwei Spielern und von einer Sprung- und Wurftechnik, die du sicher beherrschst. Eine eigene Studie zum Kempa-Trick haben wir nicht gelesen. Alles hier stützt sich auf das Regelwerk und auf Daten zu Sprungwürfen und Verletzungen. Wie lange der Aufbau dauert, hängt von deinem Team ab. Eine belastbare Studienzahl dazu gibt es nicht, das ist Trainererfahrung.

Warum der Aufwand lohnt: Bei der WM 2015 gingen Würfe von der 6-m-Linie zu 65 % ins Tor, Würfe aus 9 Metern nur zu 37 % [3]. Der Kempa bringt dich aus dem Flug nahe ans Tor. Und im Sprungwurf erreichten Elite-Spieler 92 % der Ballgeschwindigkeit des Standwurfs mit Anlauf [2]. Du verlierst also kaum Tempo.

Der Kempa-Trick ist keine Show, sondern Millimeterarbeit zwischen zwei Spielern.

Was du brauchst

Schritt für Schritt

1. Die Regel kennen

Du darfst den Ball berühren, solange er in der Luft über dem Torraum ist. Du darfst den Torraum betreten, nachdem du den Ball gespielt hast, sofern der Gegner keinen Nachteil hat [1]. Betrittst du den Torraum mit dem Ball in der Hand, bekommt der Torwart den Ball [1]. Meilenstein: Du kannst erklären, warum der Ball die Hand verlassen haben muss, bevor du landest.

2. Timing-Pässe ohne Sprung

Der Passgeber spielt den Ball an einen markierten Punkt über der Torraumlinie. Du läufst in das Pass-Timing hinein und fängst am Boden. Ihr übt Tempo und Treffpunkt. Meilenstein: 8 von 10 Pässen kommen genau an deinen Treffpunkt.

3. Fangen im Sprung, Landung vor dem Torraum

Spring von außerhalb des Torraums ab, fang den Ball in der Luft und lande vor der Torraumlinie. Noch kein Wurf. Meilenstein: 8 von 10 Mal fängst du sauber und landest stabil.

4. Fangen und Werfen im Flug

Jetzt springst du über den Torraum, fängst und wirfst, bevor du landest. Vor dem Wurf hast du nur das, was der Flug dir gibt. Wirf auf ein Tor ohne Gegner. Meilenstein: 6 von 10 Würfen verlassen die Hand, bevor du den Boden berührst, ohne Kontakt mit Pfosten oder Torwart.

5. Ablauf mit Torwart

Mit Torwart auf dem Feld üben: Er darf dich nicht gefährden [1]. Sprich Ablauf und Zeichen ab. Meilenstein: 5 von 10 Kempa-Versuchen laufen ohne Fehlpass und ohne Beinahe-Kollision.

Häufige Fehler

Sicherheitshinweise

Dieser Trick ist nichts für Einsteiger. Du bist in der Luft, kannst dich nicht schützen und landest oft in der Nähe von Pfosten, Netz oder Torwart. Das Regelwerk betont: Wer jemanden in der Luft gefährdet, begeht ein schweres Foul, weil dieser sich nicht schützen kann [1]. Das gilt auch für dich.

Knie und Landung sind das Hauptrisiko. In einer Videoanalyse von 20 Kreuzbandrissen im Frauenhandball waren 4 von 20 Landungen auf einem Bein nach einem Sprungwurf, bei fast gestrecktem Knie [4]. Bei der WM 2015 trafen Angreifer im Sprungwurf mit dem Knie am häufigsten verletzte Verteidiger (5 Fälle), und Verteidiger tackelten Angreifer häufig am Wurfarm oder Kopf [5]. Bei 580 Verletzungen im Männerprofi-Handball (nur Ausfälle von mehr als 7 Tagen) entstanden Kopf-, Hand- und Schulterverletzungen überwiegend durch direkten Kontakt [7]. Präventionsprogramme senkten in einer Meta-Analyse Knieverletzungen (Odds Ratio 0,53) und Kreuzbandverletzungen (0,66) [6]. Mach das Programm deines Vereins mit. Dieser Guide erklärt und motiviert, er ersetzt kein betreutes Training und keinen Trainer.

Pro-Tipp

Übe mit dem Passgeber das Zeichen, nicht nur den Pass. Ein Blick, ein Wort oder ein Wurfsignal sagt dem Fänger, wann er abspringen muss. Ohne diese Absprache funktioniert der Pass nur zufällig. Das ist Praxiserfahrung. Eine Studie, die das misst, haben wir nicht gelesen.

FAQ

Was ist der Kempa-Trick im Handball?

Ein Spielzug, bei dem ein Mitspieler den Ball in den Luftraum über dem Torraum spielt und ein anderer hineinspringt, den Ball im Flug fängt und noch vor der Landung wirft.

Ist der Kempa-Trick erlaubt?

Ja, wenn der Ball die Hand verlässt, bevor du den Torraum betrittst. Fängst du den Ball in der Luft, zählt das erste Aufsetzen nach dem Sprung nicht als Schritt [1].

Was passiert, wenn ich mit dem Ball in den Torraum lande?

Der Torwart bekommt den Ball (Abwurf) [1].

Ist der Kempa-Trick gefährlich?

Er ist riskant, weil du in der Luft ungeschützt bist und oft nahe Pfosten, Netz und Torwart landest. Landungen auf einem Bein nach dem Sprungwurf sind eine typische Kreuzband-Situation [4].

Schritt für Schritt

  1. Die Regel kennen: Ball in der Luft über dem Torraum berühren; Betreten erst nach dem Spielen des Balls.
  2. Timing-Pässe ohne Sprung: Pass an einen markierten Punkt über der Torraumlinie, 8 von 10 am Treffpunkt.
  3. Fangen im Sprung, Landung vor dem Torraum: Von außerhalb abspringen, in der Luft fangen und vor der Linie landen.
  4. Fangen und Werfen im Flug: Über den Torraum springen, fangen und werfen, bevor du landest.
  5. Ablauf mit Torwart: Zeichen vereinbaren und den Ablauf mit Torwart und Trainer üben.

Key Takeaways

Nächster Guide

Dreher lernen: Der Aufsetzer mit Drall, der am Torwart vorbeispringt — [object Object]

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