Dreher im Handball lernen: Aufsetzer mit Seitendrall, der nach dem Aufsetzen die Richtung ändert. Mit Voraussetzungen, Meilensteinen, Regelcheck, Schulterpflege.
Der Dreher ist ein Wurf mit Seitenrotation: Der Ball setzt vor dem Tor auf, ändert wegen des Drehimpulses seine Richtung und springt am Torwart vorbei. Er ist ein Zusatzwerkzeug für den Moment, in dem der Torwart sich früh festlegt.
Die ehrliche Antwort auf „Funktioniert der Dreher wirklich?“: Er kann, aber nur, wenn der Ball Drall hat und der Boden mitspielt. Zum Dreher selbst habe ich keine Studie gefunden. Die Ballphysik und die Technik unten sind Hallen-Praxis und stehen ohne Quellen-Nummer. Belegt ist, was dahinter steckt: In einer Messung mit sieben Torhütern begannen sie ihre Bewegung zur Wurfseite im Mittel 193 Millisekunden vor dem Abwurf des Balls (bei Würfen aus der Distanz); wurde die Unsicherheit kleiner, stieg dieser Vorsprung auf 349 Millisekunden [1]. Das ist ein Hinweis, dass Torhüter ihre Entscheidung vor dem Abwurf treffen, und ein Ball, der erst nach dem Aufsetzen die Richtung ändert, kann diese Entscheidung unterlaufen. Das ist unsere Schlussfolgerung, keine Messung.
Zusätzlich fand ein Review zu Täuschungen bei Strafwürfen: Täuschungen über den Raum wirkten im echten Spiel schwächer als in Videotests, empfohlen wird deshalb, die zeitliche Information zu manipulieren [2]. Der Dreher täuscht über den Raum, ist also kein Zaubermittel.
Der Dreher gewinnt nicht durch Tempo, sondern dadurch, dass der Ball erst nach dem Aufsetzen sagt, wohin er will.
Wirf einen Schlagwurf so, dass der Ball vor dem Tor aufsetzt. Das ist erlaubt: Der Ball darf aufspringen und über den Boden ins Tor gehen, wenn du dir an die Regeln hältst (Praxis). Meilenstein: Sieben von zehn Aufsetzern landen im Tor.
Wirf den Ball im Stand gegen eine Wand und lass ihn mit Seitenrotation abspringen. Du drehst ihn mit den Fingern und dem Handgelenk beim Abwurf (Praxis). Meilenstein: Der Ball springt in zehn von zehn Versuchen sichtbar zur Seite weg, nicht gerade zurück.
Jetzt auf den Boden vor dem Tor: Der Ball setzt auf, springt seitlich weg. Die Distanz zwischen Absprungstelle und Torwart bestimmt, wie viel Raum für die Richtungsänderung bleibt (Praxis). Meilenstein: Sechs von zehn Dreher landen im Tor, ohne dass der Ball ausläuft.
Erst jetzt verbindest du den Dreher mit dem Sprungwurf. Der Gegner senkt Tempo und Treffsicherheit: In einer Studie mit 24 Spielerinnen sanken Ballgeschwindigkeit und Genauigkeit mit Gegner, egal ob er sich seitlich oder unvorhersehbar bewegte [5]. Meilenstein: Fünf von zehn Dreher aus dem Sprung ohne Gegner im Tor.
Wähle die Zielseite sinnvoll. In einer Studie mit 13 Spielerinnen war die Ballgeschwindigkeit bei Würfen zur gleichen Seite (ipsilateral) höher als zur Gegenseite, und die Treffgenauigkeit sank bei der oberen Gegenseite [6]. Das gilt für gerade Würfe, nicht für Dreher. Meilenstein: Gegen einen Torwart triffst du in vier von zehn Versuchen.
Die Schulter ist die Schwachstelle. In einer Übersichtsarbeit zu Handballverletzungen waren die unteren Gliedmaßen und die Schulter die häufigsten Verletzungsorte [7]. Wirf nie auf den Kopf des Torwarts: Nach den IHF-Regeln wird ein Schütze, der den Torwart im offenen Spiel am Kopf trifft, mit einer Zwei-Minuten-Zeitstrafe bestraft, wenn der Torwart den Kopf nicht zum Ball bewegt [3]. Übe den Dreher nur gegen einen Torwart, der damit einverstanden ist, und nur nach gründlichem Aufwärmen. Bei Schulterschmerzen hörst du auf. Dieser Guide erklärt und motiviert, er ersetzt kein betreutes Training und keinen Trainer.
Übe den Dreher zuerst mit einem weichen Ball an der Wand. Du siehst sofort, ob der Drall ankommt, und belastest die Schulter weniger. Das ist Trainer-Erfahrung, keine Studie.
Ein Wurf mit Seitenrotation: Der Ball setzt vor dem Tor auf, ändert wegen des Dralls die Richtung und springt am Torwart vorbei.
Ja, solange du nicht auf den Kopf des Torwarts wirfst und nicht gegen die Spielregeln verstößt. Die Regeln verlangen nur einen nicht glänzenden oder rutschigen Ball [3] und bestrafen Treffer am Kopf des Torwarts im offenen Spiel [3].
Weil ohne Drall der Ball gerade abspringt. Zusätzlich beginnen Torhüter ihre Bewegung früh, im Mittel 193 Millisekunden vor dem Abwurf [1], und lesen vieles aus der Körperhaltung.
Das hängt vom Ball ab, der in deiner Halle gilt. Die IHF-Regeln kennen Bälle für das Spiel mit Harz und ohne [3]. Frag deinen Verein, welche Variante ihr nutzt.
Mit einem festen Aufwärmprogramm für Innenrotation, Außenrotationskraft und Schulterblattmuskulatur. Es senkte bei 660 Elitespielern das Risiko für Schulterprobleme um 28 % [4].
Handball: Das Handball-ABC – alle Fachbegriffe erklärt — [object Object]