Heraustreten im Handball lernen: So störst du den Rückraumwurf auf der Wurfarmseite, bleibst regelkonform und ordnest dich danach sauber wieder ein.
Heraustreten heißt: Du verlässt als Abwehrspieler deine Position nahe der 6-Meter-Linie, trittst dem Rückraumspieler auf seiner Wurfarmseite entgegen, störst den Wurf mit erhobenen Armen und ordnest dich danach wieder in die Abwehrkette ein. Es ist eine der Grundbewegungen der 6:0-Abwehr.
Die ehrliche Antwort auf „Wie weit trete ich heraus?": So weit, dass der Werfer gestört wird, aber so wenig, dass du die Lücke hinter dir nicht aufreißt. Das muss in der Mannschaft abgesprochen sein. Wie lange es dauert, bis das automatisch läuft, hängt vom Team ab. Belastbare Studienzahlen dazu gibt es nicht, das ist Trainererfahrung.
Warum es sich lohnt: Bei 119 Handballern aus drei Leistungsstufen sank im Sprungwurf die Ballgeschwindigkeit mit dem Grad des Gegnerdrucks (ohne Gegner, mit Torwart, mit Torwart und Abwehrspieler) [2]. Dein Eingreifen verändert also messbar, wie der Wurf aussieht. Und bei der WM 2015 gingen Würfe aus 9 Metern nur zu 37 % ins Tor, Würfe von der 6-m-Linie dagegen zu 65 % [6].
Heraustreten ist kein Angriff auf den Körper, sondern auf die Wurfbahn.
Stell dich in die 6:0-Reihe, Schulter an Schulter mit deinen Nachbarn, die Füße etwa schulterbreit. Dein Blick liegt auf dem Ballführenden im Rückraum. Meilenstein: Du kannst deinen Abstand zu beiden Nachbarn mit einer Armlänge halten, ohne hinzusehen.
Wenn der Rückraumspieler sich zum Wurf bereit macht, treten deine Füße nach vorn auf seine Wurfarmseite. Der vordere Fuß setzt dort auf, der Körper kommt vor die Wurfbahn, die Arme gehen hoch. Du stehst so, dass du den Wurf störst, aber nicht in den Körper des Werfers läufst. Meilenstein: In 8 von 10 Versuchen stehst du auf der Wurfarmseite, bevor der Werfer abspringt.
Nach dem Pass oder Wurf geht es sofort zurück in die Reihe. Dreh dich nicht um, sondern geh rückwärts oder seitlich, so bleibt der Ball im Blick. Meilenstein: Du bist wieder in der Kette, bevor der nächste Pass angekommen ist.
Zwei Verteidiger üben gemeinsam: Tritt A heraus, rückt B einen halben Schritt in Richtung Lücke, sodass kein Spalt für ein Anspiel an den Kreis offen bleibt. Meilenstein: 10 Herausrück-Aktionen, bei denen der Kreisläufer nie frei angespielt werden kann.
Jetzt wirft der Rückraumspieler wirklich. Du störst mit erhobenen Armen die Wurfbahn, nicht den Wurfarm selbst. Meilenstein: 10 Würfe, bei denen du jedes Mal vor der Wurfbahn stehst und kein Foul begehst.
Heraustreten bringt dich in den direkten Kontakt mit dem Werfer. Die Regeln sind hier klar: Verboten sind Treffer auf Kopf, Hals oder Nacken, hartes Schlagen auf Rumpf oder Wurfarm und das Hineinspringen in einen Gegner. Das kann eine sofortige Zeitstrafe von 2 Minuten bedeuten, bei besonderer Gefährdung eine Disqualifikation [1]. Das gilt umso mehr, wenn der Werfer in der Luft ist und sich nicht schützen kann [1].
Die Videoanalyse der WM 2015 zeigt, wo es konkret schiefgeht: Verteidiger trafen verletzte Angreifer am häufigsten am Wurfarm (7 Fälle) oder im Kopf-/Gesichtsbereich (6 Fälle). Die Schiedsrichter beurteilten die Situationen deutlich nachsichtiger als ein Expertengremium [3]. Bei 580 Verletzungen im Männerprofi-Handball (nur Ausfälle von mehr als 7 Tagen) entstanden Kopfverletzungen zu 87,5 % und Schulterverletzungen zu 70,2 % durch direkten Kontakt [4]. Dieser Guide erklärt und motiviert, er ersetzt kein betreutes Training und keinen Trainer.
Tritt nicht gerade auf den Werfer zu, sondern leicht schräg auf die Wurfarmseite. So nimmst du ihm Winkel und Platz, ohne ihm in den Körper zu laufen. Das ist Praxiserfahrung. Eine Studie, die genau das misst, haben wir nicht gelesen. Wer mehr herausrücken muss, läuft in einer offensiveren Abwehr außerdem insgesamt mehr: Eine Auswertung von 11.863 Abwehrphasen in der Bundesliga zeigt für 5:1, 4:2 und 3:3 mehr Laufdistanz, Beschleunigungen und Bremsvorgänge als für 6:0 [5].
Ein Abwehrspieler tritt aus der Abwehrkette auf den ballführenden Rückraumspieler zu, stört dessen Wurf und ordnet sich danach wieder ein. Es ist eine Grundbewegung der 6:0-Abwehr.
Wenn der Rückraumspieler zum Wurf ansetzt, nicht schon beim Anspiel. Zu früh heraus lässt den Werfer auf den Kreis passen, zu spät erreichst du die Wurfbahn nicht mehr. Das ist Praxisregel.
Gebeugte Arme und Rumpf dürfen für Körperkontakt und Block genutzt werden. Verboten sind Treffer auf Kopf, Hals und Wurfarm, Festhalten und Hineinspringen [1].
Ein Gegner verändert den Wurf: Bei 119 Handballern sank die Ballgeschwindigkeit im Sprungwurf mit dem Grad des Gegnerdrucks [2]. Wie viele Tore das verhindert, haben wir nicht belegt gefunden.
Block im Handball: Mit erhobenen Armen die Wurfbahn dichtmachen — [object Object]