Hampelmann-Abwehr im Handball-Tor lernen: So machst du dich bei Nahwürfen vom Kreis oder Gegenstoß breit, timst den Sprung und landest verletzungsarm.
Beim Hampelmann springst du als Torwart und spreizt dabei Arme und Beine gleichzeitig, um bei Nahwürfen eine möglichst große Fläche im Tor zu decken. Das Regelwerk erlaubt dir im Torraum, den Ball mit jedem Körperteil zu berühren, solange du abwehrst [1]. Die Abwehr passt zu Würfen vom Kreis, vom Flügel oder aus dem Gegenstoß, bei denen du wenig Zeit zum Reagieren hast.
Die ehrliche Antwort auf „Ist der Hampelmann ein Trick oder ein Muss?": Weder noch. Wir haben keine Studie gefunden, die den Hampelmann selbst untersucht. Belegt ist aber, warum Nahwürfe so gefährlich sind. Bei der WM 2015 gingen Würfe von der 6-m-Linie zu 65 % ins Tor, Flügelwürfe zu 62 %, Siebenmeter zu 74 %, Gegenstöße zu 79 % und Durchbrüche (Konter mit 2 bis 5 Pässen) zu 80 %. Würfe aus 9 Metern gingen nur zu 37 % rein [3]. Je näher der Wurf, desto weniger Zeit hast du.
Gegen einen Werfer aus kurzer Distanz hilft kein Warten auf den Ball. Experten warten bei Distanzwürfen länger als unerfahrene Torhüter und hielten 67 % der Bälle gegen 24 % [4]. Bei Distanzwürfen starten Torhüter im Mittel rund 193 ms vor der Ballabgabe [5]; bei Nahwürfen bleibt dafür kaum Zeit (unsere Schlussfolgerung). Du musst anders denken: breit machen, solange der Werfer noch entscheidet.
Wie lange du bis zu einem sicheren Hampelmann brauchst, hängt von deinem Ausgangsniveau ab. Eine belastbare Studienzahl dazu gibt es nicht, das ist Trainererfahrung.
Breit machen heißt nicht „zufällig springen". Es heißt: im richtigen Moment groß sein.
Steh etwa einen halben Meter vor dem Tor, Beine hüftbreit, Arme in Brust- und Schulterhöhe leicht gebeugt [2]. Mach 10 kleine Hüpfer auf der Stelle, bleib dabei locker und im Gleichgewicht. Meilenstein: Du landest 10-mal sicher auf beiden Beinen, ohne dass die Knie nach innen fallen.
Spring leicht ab und spreiz Arme und Beine gleichzeitig, wie bei einem Hampelmann, dann lande sofort wieder in Grundstellung. Die Beine gehen nur so weit auseinander, wie du sie kontrollieren kannst. Meilenstein: 10 Spreizsprünge hintereinander mit weicher, stabiler Landung.
Dein Partner täuscht einen Wurf an. Du springst erst, wenn der Wurfarm nach vorn kommt. Springst du zu früh, liegt der Ball unter dir oder neben dir. Meilenstein: In 6 von 10 sanften Nahwürfen berührst du den Ball.
Nach dem Sprung bist du am Boden. Greif den Abpraller oder halte die Position für einen Nachwurf. Meilenstein: Du bist nach jedem Hampelmann in 2 Schritten wieder bereit (Praxis).
Lass einen Kreisläufer aus 6 Metern und einen Flügelspieler auf dich werfen. Entscheide jedes Mal, ob Hampelmann, Beinabwehr oder Armabwehr die richtige Antwort ist. Meilenstein: Du triffst die richtige Wahl in 6 von 10 Würfen.
Der Spreizsprung belastet Hüfte, Knie und Sprunggelenke. Wir haben keine Verletzungsstudie zum Hampelmann gefunden. Aus dem Lehrblatt zur Beinabwehr stammt ein Hinweis: Beim Schritt zur Seite sollte die Fußspitze zur Seite zeigen, sonst wirken bei der Landung große seitliche Kräfte auf das Fußgelenk [2]. Das gilt dort für den Ausfallschritt, ist hier also eine Übertragung (TRANSFER). Landen solltest du trotzdem mit den Füßen unter den Knien und den Knien über den Füßen (Praxis).
Torhüter sind im Männerhandball auffällig oft verletzt: Bei der WM 2017 war ihr Verletzungsrisiko gegenüber der Vergleichsgruppe deutlich erhöht (Odds Ratio 5,03) [6], und in einer Saison-Studie hatten Torhüter die längste Ausfallzeit pro Gesundheitsproblem [7]. 48,9 % der Torwartverletzungen in einer Videoanalyse von 580 Verletzungen im Männerprofi-Handball (nur Ausfälle von mehr als 7 Tagen) entstanden ohne Kontakt [8]. Wärm dich deshalb gut auf und plane Erholung. Dieser Guide erklärt und motiviert, er ersetzt kein betreutes Training und keinen Torwarttrainer.
Mach dich zuerst groß im Oberkörper, dann in den Beinen. Viele Würfe vom Kreis kommen hoch und früh. Wenn die Arme zuerst oben sind, deckst du die obere Hälfte und kannst die Beine nachziehen. Das ist Praxiserfahrung. Eine Messung dazu haben wir nicht gesehen. Auch die Siebenmeter-Regel hilft dir: Ein Fuß darf auf oder hinter der 4-m-Linie bleiben, während der andere Fuß oder ein anderes Körperteil in der Luft über die Linie geht [1].
Ein Sprung, bei dem der Torwart Arme und Beine gleichzeitig spreizt, um bei Nahwürfen eine möglichst große Fläche im Tor zu decken.
Bei Würfen aus kurzer Distanz, zum Beispiel vom Kreis, vom Flügel oder aus dem Gegenstoß. Würfe von der 6-m-Linie gingen bei der WM 2015 zu 65 % ins Tor, Gegenstöße zu 79 % [3].
Wir haben keine Studie zum Hampelmann gefunden. Torhüter sind im Männerhandball aber auffällig oft verletzt [6][7]. Aufwärmen und eine stabile Landung sind deshalb wichtig.
Ja. Im Torraum darfst du den Ball mit jedem Körperteil berühren, solange du abwehrst. Den rollenden oder liegenden Ball außerhalb des Torraums darfst du von innen nicht berühren [1].
Fallwurf im Handball: Der Wurf im Fallen am Kreis, sicher aufgebaut — [object Object]