Fallwurf im Handball lernen: Wie Kreisläufer im Fallen werfen, die Torraum-Regel einhalten und den Aufbau mit Matten und Trainer verletzungsarm gestalten.
Der Fallwurf ist ein Wurf im Fallen nach vorn, meist am Kreis nahe der Torraumlinie, wenn du keinen Platz für Schritte hast. Regeltechnisch ist er erlaubt, solange der Ball deine Hand verlassen hat, bevor du den Torraum betrittst: Betrittst du den Torraum erst, nachdem du den Ball gespielt hast, wird das nicht bestraft, sofern der Gegner keinen Nachteil hat [1]. Fällst du mit dem Ball in den Torraum, gibt es Abwurf für den Torwart.
Die ehrliche Antwort auf „Ist der Fallwurf gefährlich?": Er ist riskant, weil du dabei ungeschützt auf dem Boden landest und oft von Gegnern am Wurfarm bedrängt wirst. Dieser Guide ist deshalb ein Aufbauprogramm, keine Mutprobe. Wir geben keine Anleitung für Würfe mit Gegner im Rücken, und du übst ihn nur mit Trainer und Matten. Eine eigene Studie zum Fallwurf haben wir nicht gelesen.
Warum er sich trotzdem lohnt: Bei der WM 2015 gingen Würfe von der 6-m-Linie zu 65 % ins Tor (1043 von 1595), Würfe aus 9 Metern nur zu 37 % [2]. Die Nähe zum Tor ist also die Währung des Kreisläufers. Wie lange du bis zum sicheren Fallwurf brauchst, hängt von deinem Ausgangsniveau ab. Eine belastbare Studienzahl dazu gibt es nicht, das ist Trainererfahrung.
Beim Fallwurf gewinnst du Raum, aber nie auf Kosten deiner Gesundheit.
Der Torraum darf nur vom Torwart betreten werden. Springst oder fällst du hinein, bevor der Ball deine Hand verlassen hat, bekommst du eine Strafe: Abwurf für den Torwart. Betrittst du ihn nach dem Wurf, ist das erlaubt, wenn der Gegner dadurch keinen Nachteil hat [1]. Es ist übrigens auch regelkonform, mit dem Ball zu Boden zu fallen, zu rutschen und dann aufzustehen und weiterzuspielen [1]. Meilenstein: Du kannst erklären, wann der Ball die Hand verlassen haben muss.
Übe zuerst das Fallen auf der Matte aus dem Kniestand: Arme zuerst, Ellbogen leicht gebeugt, Brust und Unterarme tragen, nicht die Handflächen. Der Kopf bleibt oben. Meilenstein: Du fällst 10-mal aus dem Knien weich auf die Matte, ohne mit den Handgelenken abzustützen.
Du kniest, bekommst den Ball und wirfst im Vorfallen auf eine Matte oder ein Tor. Der Ball verlässt die Hand, bevor du aufschlägst. Meilenstein: 8 von 10 Würfen verlassen die Hand, bevor der Körper den Boden berührt.
Jetzt aus dem Stand mit einem Schritt fallen, weiter auf der Matte. Die Matte liegt vor der Torraumlinie, nicht im Torraum. Meilenstein: 8 von 10 Würfen ohne Handgelenksabstützen, der Ball verlässt die Hand rechtzeitig.
Ein Rückraumspieler passt dir, du fängst und wirfst im Fallen. Es steht noch kein Verteidiger im Weg. Der Trainer beobachtet. Meilenstein: 6 von 10 Würfen sauber, der Aufprall weich.
Der Fallwurf bringt dich in die gefährlichste Zone: Bei 580 Verletzungen im Männerprofi-Handball (nur Ausfälle von mehr als 7 Tagen) hatten Kreisläufer (58,4 %) und Flügelspieler (56,9 %) den höchsten Anteil an Kontaktverletzungen. Schulterverletzungen entstanden zu 70,2 % durch direkten Kontakt, Kopfverletzungen zu 87,5 % [3]. Die meisten Verletzungen passierten in der Zone zwischen der 6-m- und der 9-m-Linie [3].
Bei der WM 2015 trafen Verteidiger verletzte Angreifer am häufigsten am Wurfarm (7 Fälle) oder im Kopf-/Gesichtsbereich (6 Fälle). Die Schiedsrichter beurteilten das nachsichtiger als ein Expertengremium [4]. Regelwerk und Realität klaffen auseinander. Schütze dich deshalb mit Technik und Aufbau, nicht mit Hoffnung auf den Pfiff.
Eine Meta-Analyse zeigt, dass Präventionsprogramme im Handball Schulterverletzungen senken (Odds Ratio 0,60) [5], und ein Schulterprogramm im Aufwärmen senkte die Schulterprobleme bei 660 Spitzenhandballern von 23 % auf 17 % [6]. Dieser Guide erklärt und motiviert, er ersetzt kein betreutes Training und keinen Trainer.
Wirf, bevor du fällst. Der beste Fallwurf ist einer, bei dem der Wurf schon aus der Luft heraus losgeht und der Fall nur noch die Landung ist. Dann hast du den Ball los, bevor dich jemand erreicht. Das ist Praxiserfahrung. Eine Messung dazu haben wir nicht gelesen.
Ein Wurf im Fallen nach vorn, meist am Kreis nahe der Torraumlinie, wenn kein Platz für Schritte bleibt. Typisch für Kreisläufer.
Erst nachdem du den Ball gespielt hast und wenn der Gegner dadurch keinen Nachteil hat [1]. Fällst du mit dem Ball hinein, bekommt der Torwart den Ball.
Kreisläufer hatten in einer Videoanalyse mit 58,4 % einen der höchsten Anteile an Kontaktverletzungen [3]. Wir haben keine Studie zum Fallwurf selbst gelesen. Deshalb: nur mit Matten und Trainer aufbauen.
Nein. Du brauchst Matten und jemanden, der dich beobachtet. Übe den Wurf nicht auf hartem Boden.
Kempa-Trick im Handball: Ball im Flug über dem Torraum fangen und werfen — [object Object]