Putten lernen: Die Pendelbewegung für gerade Putts

Puttbewegung als Pendel aus den Schultern: Haltung, ruhige Handgelenke, Schlagflächenkontrolle und ein Gate-Drill. Warum die Fläche mehr zählt als der Weg.

Sportart: Golf · Level: Anfänger

Einleitung

Eine gute Puttbewegung ist ein Pendel: Die Schultern schaukeln den Putter, Handgelenke und Kopf bleiben ruhig, und die Schlagfläche steht beim Treffer rechtwinklig zur Startlinie. Mehr braucht es nicht. Der Putter schwingt nicht gerade zurück und gerade durch, er folgt einer ganz leichten Bogenbahn.

Und jetzt der Teil, der dir Druck nimmt: Bei 71 Spitzenspielern, vermessen auf 1301 Putts aus etwa vier Metern, erklärte die Stellung der Schlagfläche beim Treffer 80 Prozent der Richtungsstreuung. Der Schlägerweg erklärte nur 17 Prozent, der Treffpunkt auf der Fläche 3 Prozent [1]. Heißt für dich: Du musst nicht den perfekten Weg schwingen, du musst die Fläche ruhig halten.

Das Putten ist auch ein großer Hebel für Anfänger, denn du brauchst dafür keine Kraft, sondern Routine. Und du lernst es besser über ein Bild als über Befehle: In einer Studie mit 36 Novizen puttete die Gruppe mit einer Analogie-Anweisung (zum Beispiel „Pendel") in der Übungsphase, im Behaltenstest und in beiden Transfertests genauer als die Gruppe mit ausführlichen Technik-Anweisungen [2].

Der Putter muss nicht schön schwingen. Er muss die Fläche zur richtigen Zeit gerade haben.

Was du brauchst

Schritt für Schritt

1. Haltung: Augen über der Ballline, Arme hängen

Steh mit den Füßen etwa schulterbreit, beuge dich aus der Hüfte vor, bis die Arme locker nach unten hängen. Die Augen sind etwa über der Linie des Balls. Arme und Putter bilden ein Dreieck. Das ist Praxis aus dem Unterricht, nicht gemessen.

2. Pendel aus den Schultern

Lass die Schultern schaukeln wie eine Wippe: Die linke geht nach unten, die rechte nach oben, dann umgekehrt. Handgelenke und Arme bleiben im Dreieck. Stell dir vor, der Putter hängt an einem Seil, das an deinem Brustbein befestigt ist.

Meilenstein: Ein Gegenstand (Handy, Schlüsselbund) auf der Fläche des Putters bleibt bei acht von zehn Schaukeln liegen.

3. Rückschwung so lang wie Durchschwung

Faustregel (Praxis): Der Rückschwung ist etwa so lang wie der Durchschwung. Schwingst du nach hinten deutlich kürzer als nach vorn, beschleunigst du am Ball, und die Treffer streuen. Die Schwunglänge steuert später die Weite (mehr dazu im Lag-Putt).

4. Der Gate-Drill für die Fläche

Stecke zwei Tees so weit auseinander in den Boden, dass der Putterkopf gerade durchpasst, knapp vor dem Ball. Putte durch das Tor, ohne die Tees zu berühren. Du trainierst Fläche und Weg gleichzeitig.

Meilenstein: 8 von 10 Bällen durch das Tor, und aus einem Meter fällt der Ball ins Loch.

5. Blick ruhig halten

Nach dem Treffer bleiben Kopf und Blick noch einen Moment ruhig. Eine Alternative zum Blick auf den Ball: auf das Loch schauen. Vier Wochen Üben mit Blick aufs Loch senkten in einer Studie mit 31 Golfern die Schwankung der Putter-Geschwindigkeit, ohne die Treffqualität zu verschlechtern [3].

Häufige Fehler

Sicherheitshinweise

Putten ist wenig verletzungsträchtig. Prüfe trotzdem, dass niemand hinter dem Loch oder neben dir im Schwungweg steht, und lass Putter nicht in Reichweite von Kindern herumliegen. Wer sehr lange am Stück putted, wird müde im Kopf: Ein Review fasst zusammen, dass mentale Ermüdung durch Spieldauer und Gehstrecke die Golfleistung beeinträchtigt [6]. Mach Pausen. Dieser Guide ersetzt keine Unterrichtsstunde: Ein Trainer misst mit einfachen Mitteln, wohin deine Fläche beim Treffer zeigt.

Pro-Tipp

Unterscheide zwei Fähigkeiten: Die Konstanz deiner Bewegung und dein Gefühl für Distanz sind unabhängige Dinge. Das zeigte ein Vergleich von je neun Experten und Novizen: Die Experten hatten weniger Streuung in der Putterkopf-Bewegung und schätzten zugleich besser ein, wo der Ball liegen bleibt – und beides hing nicht zusammen. Die Autoren folgern, dass man beides gezielt trainieren muss [4]. Übe deshalb getrennt: einen Tag Gate-Drill (Fläche), einen Tag Distanzleiter (Tempo).

FAQ

Wie putte ich richtig als Anfänger?

Stelle dich bequem über den Ball, lass die Arme hängen und bewege den Putter wie ein Pendel aus den Schultern. Halte die Handgelenke ruhig und die Schlagfläche beim Treffer rechtwinklig zum Ziel. Üben kannst du das gut mit einem Tor aus zwei Tees.

Was ist wichtiger beim Putten: Schlagweg oder Schlagfläche?

Die Schlagfläche. Bei 71 Elitespielern erklärte die Fläche beim Treffer 80 Prozent der Richtungsstreuung, der Schlägerweg 17 Prozent und der Treffpunkt 3 Prozent [1]. Wenn deine Putts ständig vorbeigehen, kontrolliere zuerst die Fläche.

Soll ich beim Putten auf den Ball oder auf das Loch schauen?

Beides kann funktionieren. In einer Vier-Wochen-Studie übten Golfer mit Blick aufs Loch: Die Schwankung der Putter-Geschwindigkeit sank, die Treffqualität blieb gleich [3]. Probiere beide Varianten und bleib dann konsequent bei einer.

Soll der Putter gerade oder im Bogen schwingen?

Der Putter schwingt auf einer leichten Bogenbahn, weil er an den Schultern „aufgehängt" ist. Du musst keine gerade Linie erzwingen. Wichtiger als der Weg ist, dass die Fläche am Treffpunkt gerade steht [1].

Warum ist das Verankern des Putters verboten?

Nach Regel 10.1b darf der Schläger weder direkt noch indirekt am Körper verankert werden, auch nicht, indem du den Unterarm als Drehpunkt gegen den Körper stemmst. Kurzer Körperkontakt während des Schlages ist dagegen erlaubt [5].

Schritt für Schritt

  1. Haltung: Arme hängen lassen: Aus der Hüfte beugen, Augen über der Ballline, Arme und Putter bilden ein Dreieck.
  2. Pendel aus den Schultern: Schultern wippen, Handgelenke bleiben still. Meilenstein: Handy auf der Fläche bleibt bei 8 von 10 Schwüngen liegen.
  3. Rück- und Durchschwung gleich lang: Gleichmäßiges Tempo, die Schwunglänge regelt später die Weite.
  4. Gate-Drill: Zwei Tees als Tor knapp vor dem Ball. Meilenstein: 8 von 10 Bällen durchs Tor.
  5. Blick ruhig halten: Nach dem Treffer Kopf und Blick ruhig lassen oder bewusst auf das Loch schauen.

Key Takeaways

Nächster Guide

Kurze Putts lochen: Startlinie, Tempo und Routine bis 2 Meter — [object Object]

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