Draw schlagen lernen: Der Ball startet rechts und kurvt zum Ziel

Draw gezielt schlagen: Fläche, Schwungbahn und Griff verstehen. Ausrichtung, Ballposition, Drills mit Stäben und Sicherheit gegen den ungewollten Hook.

Sportart: Golf · Level: Fortgeschritten

Einleitung

Ein Draw ist ein Schlag, der (für Rechtshänder) rechts vom Ziel startet und mit einer leichten Rechts-links-Kurve zurück zum Ziel kommt. Er entsteht, wenn die Schwungbahn weiter nach rechts zeigt als die Schlagfläche. Du kurvst den Ball also nicht mit Handgelenkkraft, sondern mit einer klaren Beziehung zwischen Fläche und Weg.

Das Wichtigste vorab, belegt: Bei Messungen mit vielen Golfern und verschiedenen Schlägern startete der Ball zu 61 bis 83 Prozent in Richtung der Schlagfläche, der Rest folgte der Schwungbahn [1]. Der Ball startet also dorthin, wohin die Fläche zeigt. Wie stark er danach kurvt, hängt vom Unterschied zwischen Fläche und Weg ab. Das ist die Grundlage der Physik des Ballflugs, die in Übersichtsarbeiten beschrieben wird [6].

Wer einen Draw spielen will, braucht also drei Dinge: eine Fläche, die leicht rechts vom Ziel zeigt (Startlinie), eine Schwungbahn, die noch weiter nach rechts zeigt, und die Fähigkeit, beides zu wiederholen. Wähle den Draw nicht, weil Profis ihn spielen, sondern weil dein Spiel ihn braucht, zum Beispiel, wenn du von rechts nach links um ein Hindernis spielen willst.

Ein Draw ist kein Zaubertrick. Es ist ein Schlag mit einem kleinen, absichtlichen Unterschied zwischen Fläche und Weg.

Was du brauchst

Schritt für Schritt

1. Ziel und Startlinie festlegen

Wähle ein Ziel und eine Startlinie, die etwas rechts vom Ziel liegt (nur ein kleiner Winkel, auf 100 Metern ein paar Meter rechts; Praxis). Der Ball startet dort, wohin die Fläche zeigt [1].

2. Fläche auf die Startlinie

Richte die Schlagfläche auf die Startlinie aus, nicht aufs Ziel. Danach richtest du die Füße und Schultern etwas weiter nach rechts aus (leicht geschlossener Stand), sodass der Körper auf der Schwungbahn liegt. Das Ergebnis: Die Fläche zeigt weniger rechts als die Bahn.

3. Griff leicht stärker

Ein neutraler bis leicht starker Griff verhilft zu einer geschlosseneren Fläche. In einer Studie mit 28 Spielern waren neutrale und stärkere Griffe genauer und weiter als schwache [2]. Und bei Profis stand die Fläche mit einem schwachen Griff offener als mit neutralem oder starkem Griff [3]. Ein starker Griff gehört also zum Draw dazu, aber nur ein kleiner Schritt.

4. Ball minimal nach hinten

Ändert sich die Ballposition, ändern sich Haltung, Fläche und Bahn [4]. Für den Draw legst du den Ball ein bis zwei Zentimeter weiter nach hinten (Praxis). Mehr nicht.

5. Mit dem Driver anders als mit dem Eisen?

Die Logik ist dieselbe, aber der Driver dreht stärker, weil er weniger Loft hat (Praxis). Beginne mit dem 7er-Eisen und übe den Draw erst mit dem Driver, wenn er mit dem Eisen sitzt. Dann nimmst du am besten noch weniger von allem: kleinere Ausrichtungs-Änderung, kleinere Griffänderung.

6. Schwingen wie immer

Du schwingst genauso wie bisher, aber in Richtung deiner Körperlinie (also weiter rechts). Kein bewusstes „Drehen“ der Hände. Die Kurve entsteht durch den Unterschied zwischen Fläche und Bahn.

Meilenstein: Von 10 Bällen starten mindestens 7 rechts vom Ziel und kurven in Richtung Ziel zurück, ohne zu stark nach links zu gehen (Praxis-Zielwert).

Häufige Fehler

Sicherheitshinweise

Ein sehr starker Griff und zu festes Zupacken gelten bei Golf-Handgelenksverletzungen als Mitverursacher [5]. Aktives Rollen der Hände ist für den Draw außerdem unnötig. Verändere den Griff nicht auf einmal, sondern in kleinen Schritten, und lass die Hände frei. Spiele den Draw nur, wenn das Gelände links frei ist, denn ein Hook ist der Preis eines Fehlers. Ersetzt kein betreutes Training.

Pro-Tipp

Mach den Draw mit zwei Stäben sichtbar: Lege einen Stab auf die Startlinie, einen zweiten auf die Fußlinie nach rechts. Stelle die Fläche auf den ersten und die Füße parallel zum zweiten. So siehst du, was du tust. Auf der Range hilft das Handyvideo von hinten.

FAQ

Wie schlage ich einen Draw?

Fläche auf die Startlinie (leicht rechts vom Ziel), Füße und Schultern noch etwas weiter rechts, Griff neutral bis leicht stark, Ball minimal weiter hinten und normal schwingen. Der Unterschied zwischen Fläche und Weg macht die Kurve.

Was ist der Unterschied zwischen Draw und Hook?

Der Draw kurvt leicht und kommt zum Ziel zurück, der Hook kurvt stark und endet links. Beide entstehen durch eine geschlossene Fläche relativ zur Bahn, der Hook hat nur einen größeren Unterschied.

Welche Rolle spielt der Griff beim Draw?

Der Griff beeinflusst die Fläche. Neutrale und stärkere Griffe waren in einer Studie genauer und weiter als schwache [2]. Für den Draw reicht ein leicht stärkerer Griff.

Startet der Ball wirklich dort, wohin die Fläche zeigt?

Ja, überwiegend: Der Ball startet zu 61 bis 83 Prozent in Richtung der Fläche [1]. Die Schwungbahn bestimmt den Rest und vor allem die Kurve nach dem Start. Deshalb richtest du beim Draw die Fläche zuerst aus.

Wann ist ein Draw sinnvoll?

Wenn du von rechts nach links um ein Hindernis spielen willst oder auf einem Loch mit einer Rechts-links-Kurve. Als Anfänger lohnt der Draw erst, wenn dein gerader Schlag sitzt.

Schritt für Schritt

  1. Startlinie festlegen: Etwas rechts vom Ziel, dort startet der Ball.
  2. Fläche auf die Startlinie: Fläche zuerst, dann Füße und Schultern etwas weiter rechts.
  3. Griff leicht stärker: Nur kleiner Schritt, neutral bis leicht stark.
  4. Ball minimal weiter hinten: Ein bis zwei Zentimeter, mehr nicht.
  5. Normal schwingen: Meilenstein: 7 von 10 Bällen starten rechts und kurven zum Ziel.

Key Takeaways

Nächster Guide

Fade schlagen lernen: Der kontrollierte Ball von links nach rechts — [object Object]

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