Ballannahme mit dem Oberschenkel: Hohe Bälle dämpfen und vor den Fuß legen

Ballannahme mit dem Oberschenkel lernen: entgegenstarten, dämpfen, in Spielrichtung lenken – mit Meilensteinen nach DFB-Leitbild und ehrlichem Fazit.

Sportart: Fußball · Level: Anfänger

Einleitung

Die ehrliche Antwort vorweg: Mit dem Oberschenkel nimmst du hohe Bälle an, indem du ihm entgegenstartest, das Knie anwinkelst, sodass der Oberschenkel zum fallenden Ball zeigt, und den ersten Kontakt gleich in die neue Spielrichtung lenkst [1]. Das Ziel ist nicht „Ball stoppen“, sondern: Ball so legen, dass dein nächster Schritt schon passt.

Der DFB sagt es deutlich: Der erste Kontakt entscheidet, und jede An- und Mitnahme sollte mit einer Anschlussaktion verknüpft werden, etwa einem Zielpass oder einem Dribbling in eine vorgegebene Richtung [1]. In einer Trainingseinheit für C-Junioren heißt das: mit dem ersten Kontakt in die neue Bewegungsrichtung an- und mitnehmen [3]. Für Einsteiger ist der Oberschenkel dabei oft leichter als der Fuß, weil die Fläche groß ist.

Warum nicht einfach mit dem Fuß? Weil ein Ball aus der Luft mit dem Fuß schwer zu treffen ist: Die Fläche ist klein und das Zeitfenster kurz. Der Oberschenkel bietet dir eine breite Fläche und etwas Spielraum beim Timing (Praxiserfahrung). Du ersparst dir damit den Hüpfer, den ein zu hart getroffener Ball sonst macht.

Was du brauchst

Schritt für Schritt

1. Entgegenstarten und anheben

Dein Partner wirft den Ball aus 3 m in einem Bogen zu. Du schaust den Ball die ganze Zeit an, startest ihm entgegen, hebst das Spielbein leicht an und winkelst das Knie an, sodass der Oberschenkel zum fallenden Ball zeigt [1].

Meilenstein: 10 Würfe, bei 8 berührt der Ball deinen Oberschenkel auf der Vorderseite, nicht das Knie.

2. Dämpfen

Beim Kontakt gibst du mit dem Bein ein wenig nach. Der DFB beschreibt das Abfedern bei der Annahme mit dem Fuß: dem Ball entgegenkommen und mit dem Kontakt leicht nachgeben [2]. Beim Oberschenkel überträgst du dieselbe Idee (Transfer, aus der Praxis).

Meilenstein: 8 von 10 Bällen landen nicht weiter als einen Schritt von deinem Fuß entfernt.

3. In Spielrichtung lenken

Dreh Oberschenkel oder Hüfte beim Kontakt leicht in die Richtung, in die du weiterspielen willst. Der DFB will, dass schon der erste Kontakt in die neue Bewegungsrichtung geht und du sofort nachstartest [1].

Meilenstein: 7 von 10 Bällen landen in einer 2-m-Zielzone neben dir.

4. Mit Anlauf und Wechsel der Seite

Starte aus 3 bis 4 Schritten Entfernung, nimm den Ball an und achte darauf, abwechselnd mit rechts und links zu arbeiten. Der DFB lässt in seinen Einheiten beide Füße trainieren [3].

Meilenstein: 6 von 10 Annahmen mit jedem Bein sauber.

5. Mit Anschlussaktion

Der Ball wird angenommen und sofort gepasst oder aufs Tor geschossen. Genau das empfiehlt der DFB: jede Mitnahme mit einer Anschlussaktion verknüpfen [1]. Schau dabei kurz vor der Annahme auf: In einer Studie mit 27 englischen Premier-League-Spielern scannten Spieler, die häufiger den Kopf drehten, mit höherer Wahrscheinlichkeit erfolgreiche Pässe, wenn auch nur mit kleinem Effekt [4].

Meilenstein: 5 Annahmen mit Passfolge in Folge, ohne dass der Ball zu weit springt.

Häufige Fehler

Sicherheitshinweise

Die Annahme ist ungefährlich, aber ein harter Ball am Oberschenkel kann blaue Flecken geben. Fang mit leichten Bällen an. Dein Standbein muss sicher stehen: Wärm dich mit einem Programm wie FIFA 11+ auf, das in einer Meta-Analyse die Verletzungsrate um 39 % senkte [5]. Dieser Guide erklärt und motiviert, er ersetzt kein betreutes Training.

Pro-Tipp

Entscheide schon vor dem Zuspiel, wohin du den Ball legen willst. Das spart den Blick auf den Ball in der Annahmephase für den Moment, in dem er wirklich zählt. Und: Sprich mit dem Passgeber, damit er dir den Ball in den Lauf spielt und nicht auf den Mann [6]. Dann hast du mehr Zeit zum Lenken.

FAQ

Wann nehme ich den Ball mit dem Oberschenkel an?

Bei hohen Zuspielen, die du nicht mit dem Fuß erreichst oder nicht am Boden kontrollieren kannst. Der DFB beschreibt den Oberschenkel für hohe Zuspiele, die Innenseite oder Außenseite für flache und halbhohe [1].

Wie verhindere ich, dass der Ball wegspringt?

Starte dem Ball entgegen und gib beim Kontakt leicht nach. Die Idee des Abfederns beschreibt der DFB für die Annahme mit dem Fuß [2]; auf den Oberschenkel überträgst du sie.

Ab welchem Alter kann man das lernen?

Dafür haben wir keine verbindliche Altersangabe gefunden. In der Praxis beginnt man mit leichten Bällen und Zuwurf aus kurzer Entfernung. Für Kinder gilt: Spaß und Ballgefühl vor Technikdrill.

Muss ich mit beiden Beinen üben?

Ja. Der DFB lässt Spieler in seinen Einheiten abwechselnd mit beiden Füßen arbeiten [3]. Im Spiel kommt der Ball nicht immer auf deine starke Seite.

Was ist besser: Oberschenkel oder Brust?

Das hängt von der Höhe des Balls ab. Der Oberschenkel passt bei Bällen, die auf etwa Hüft- bis Bauchhöhe fallen, die Brust bei höheren (Praxis). Beide gehören zu den Annahmen, die der DFB als Technikleitbilder zeigt [1].

Schritt für Schritt

  1. Entgegenstarten und anheben: Ball fixieren, Knie anwinkeln, Oberschenkel zum Ball. Ziel: 8 von 10 Kontakte auf dem Oberschenkel, nicht am Knie.
  2. Dämpfen: Beim Kontakt leicht nachgeben. Ziel: 8 von 10 Bällen landen höchstens einen Schritt entfernt.
  3. In Spielrichtung lenken: Hüfte und Oberschenkel zur Zielrichtung drehen. Ziel: 7 von 10 Bällen in der 2-m-Zielzone.
  4. Mit Anlauf, beide Seiten: Aus 3 bis 4 Schritten annehmen, Beine wechseln. Ziel: 6 von 10 sauber mit jedem Bein.
  5. Mit Anschlussaktion: Annehmen und sofort passen oder schießen. Ziel: 5 Annahmen mit Pass in Folge.

Key Takeaways

Nächster Guide

Torwart-Grundstellung: So stehst du im Tor bereit, bevor der Schuss kommt — [object Object]

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