Around the World im Fußball lernen: Voraussetzungen, saubere Progression in fünf Stufen und ehrlich gesagt, was der Trick für dein Spiel bringt – und was nicht.
Die ehrliche Antwort vorweg: Around the World (ATW) ist ein Jongliertrick – dein Fuß umkreist den Ball einmal in der Luft, danach jonglierst du mit demselben Fuß weiter. Er sieht schwerer aus, als er ist, verlangt aber ein gutes Gefühl für Höhe und Timing. Ob er dich im Spiel besser macht, ist offen. In einer Studie mit 22 jugendlichen Fußballern verbesserte sich die Jonglierleistung nach sechs Wochen mit vier Einheiten pro Woche, die Ballannahme gegen einen anrollenden Ball aber nicht [1].
Heißt für dich: ATW macht dich im Jonglieren besser, macht Spaß und ist ein Gradmesser fürs Ballgefühl. Für Spielsituationen brauchst du etwas anderes. Wie lange du bis zum ersten sauberen Kreis brauchst, hängt von deiner Übungszeit ab – eine seriöse Wochenzahl gibt es nicht. Plane lieber täglich zehn Minuten.
Es gibt zwei Spielarten: den Kreis von außen nach innen und den von innen nach außen. Such dir die aus, bei der dein Fuß natürlich mitschwingt. Die zweite lernst du später fast nebenbei. Wichtiger als die Variante ist ein ruhiger Ball: Wer den Ball sauber hochlupft, hat mehr Zeit für den Kreis, als er denkt, und merkt schnell, dass die Schwierigkeit nicht im Fuß liegt, sondern im Timing.
ATW setzt auf das Jonglieren auf. Wenn du den Ball nicht kontrolliert hochhalten kannst, wird der Kreis zum Zufall. Prüfe zuerst, ob du mit dem stärkeren Fuß etwa 10 Kontakte hinbekommst.
Meilenstein: 3 Serien à 10 Kontakte.
Mach den Kreis zuerst ohne Ball: Dein Schwungbein fährt in einem weiten Bogen, als läge der Ball auf Hüfthöhe. Das Standbein bleibt weich gebeugt, der Oberkörper ruhig.
Meilenstein: 20 saubere Kreise je Fuß.
Heb den Ball mit dem Spann etwa hüfthoch und fange ihn wieder. Ein Lupfer, der schräg wegfliegt, ruiniert jeden Kreis. Eine Übersichtsarbeit zur Skillvermittlung im Fußball hält fest, dass viele Trainingsgewohnheiten auf Tradition und Gefühl statt auf Belegen beruhen [2]. Prüfe deshalb selbst: Filme dich und schau, ob der Ball senkrecht steigt.
Meilenstein: 10 Lupfer, die fast senkrecht steigen.
Lupfe den Ball, ziehe den Fuß in einem Bogen über und um den Ball und triff ihn danach mit dem Spann. Beginne mit einer großen, langsamen Bewegung. Das Tempo kommt später.
Meilenstein: 5 von 10 Versuchen mit sauberem Kreis.
Nach dem Kreis jonglierst du mit demselben Fuß weiter. Erst wenn du den Kreis dreimal in Folge triffst, baust du die Variante ein: Außen- oder Innenkreis, später mit dem schwächeren Fuß.
Meilenstein: Kreis plus mindestens 5 weitere Kontakte, 3 Mal hintereinander.
ATW ist ein ruhiger Trick, aber er belastet das Standbein: Du stehst auf einem Bein, drehst die Hüfte und fängst den Ball im Fallen. Übe auf ebenem, trockenem Boden mit passendem Schuhwerk, nie auf nassem Hallenboden mit glatten Sohlen. Wärme Hüfte, Waden und Sprunggelenk auf. Das FIFA-11+-Programm senkte in einer Meta-Analyse das Verletzungsrisiko um 39 % (Rate Ratio 0,61) [4]. Bei Schmerz im Knie oder Sprunggelenk hörst du auf. Dieser Guide erklärt und motiviert, er ersetzt kein betreutes Training.
Wenn du einen Trick lernst, lernst du manchmal mehr als einen Trick. In einer Studie mit 111 Teilnehmenden zwischen 17 und 19 Jahren verbesserte ein Programm mit 70 Jonglier-Einheiten die Hemmungskontrolle und das Umschalten stärker als die Kontrollgruppe [3]. Die Studie testete Jonglieren allgemein, nicht ATW, und gilt als vorläufig. Aber sie ist ein hübsches Argument, wenn dich jemand fragt, ob das Üben „etwas bringt".
In fünf Stufen: Jonglier-Basis prüfen, Schattenbewegung ohne Ball, Lupfer auf Hüfthöhe, Kreis über dem Ball und dann die Serie. Setze dir Meilensteine statt Wochenziele. Die Schattenbewegung spart dir viele Fehlversuche.
Eine belegte Dauer gibt es nicht. Sie hängt von deiner Jonglier-Basis und deiner Übungszeit ab. Zehn Minuten täglich schlagen eine lange Einheit pro Woche, weil sich Timing über viele kurze Wiederholungen aufbaut.
Es verbessert vor allem dein Jonglieren. In einer Studie mit 22 Jugendlichen stieg die Jonglierleistung, die Ballannahme gegen anrollende Bälle aber nicht [1]. Für Spielsituationen brauchst du echte Zuspiele und Gegnerdruck.
Der Fuß, mit dem du sicher jonglierst. Starte mit dem stärkeren Fuß und füge später den schwächeren hinzu. Außen- und Innenkreis sind Varianten desselben Tricks.
Nein. In der Studie von 2016 brachten kleinere und größere Bälle bei gleicher Übungszeit gleich viel für die Jonglierleistung [1]. Nimm den Ball, der dir Spaß macht, mittlerer Druck.
Marseille-Roulette lernen: Drehung mit zwei Sohlenzügen am Gegner vorbei — [object Object]