Parade Sixt im Fechten: die hohe Außenparade für Florett und Degen

Parade Sixt im Fechten lernen: hohe Außenparade, Wechsel mit Quart, Kreisparade gegen Umgehungen. Waffenhinweise für Florett, Degen, Säbel plus Fehler.

Sportart: Fechten · Level: Anfänger

Einleitung

Welche Parade brauche ich zuerst? Die ehrliche Antwort: Sixt und Quart – zusammen decken sie die obere Hälfte deines Rumpfs ab. Sixt (die sechste Position) ist die hohe Außenparade: Sie schützt die obere Außenseite, also die Seite deines Waffenarms, und lenkt den Angriff nach außen weg [1]. Für Florett und Degen zählt sie neben Quart und Oktav zu den drei wichtigsten Paraden [1]. Ein Wort zur Waffe: Im Säbel sind die Hauptparaden Terz, Quart und Quint – Sixt ist dort keine Hauptparade [1].

Eine Parade ist nach den FIE-Regeln eine Abwehr mit der Waffe, die den Treffer verhindert [2]. Gelingt sie sauber, erhältst du bei Florett das Recht zur Riposte – der Gegenangriff muss aber sofort kommen [2]. Im Degen gibt es kein Vorrecht [1].

Realistisch: Sixt lernst du in ein, zwei Trainingseinheiten. Sie in ungeplanten Situationen zuverlässig zu treffen, dauert deutlich länger – das ist Erfahrungswert.

Was du brauchst

Schritt für Schritt

1. Sixt-Auslage zeigen

Aus der Fechtstellung zeigst du bewusst die Sixt-Einladung [1]: Die obere Außenseite wirkt gedeckt, die Spitze zeigt auf den Gegner. Dein Trainer korrigiert die genaue Handlage.

2. Außenseite verteidigen

Dein Partner stößt langsam gerade auf deine obere Außenseite. Du bewegst Hand und Unterarm nach außen, sodass deine Klinge seine nach außen wegdrückt. Der Weg ist klein, die Spitze bleibt auf dem Gegner.

3. Wechsel Sixt – Quart

Die einfachste Parade ist die direkte: Sixt nach Quart, ohne Kreis [1]. Wechsel jetzt rhythmisch zwischen beiden Paraden, erst ohne, dann mit Partner. Das ist das Rückgrat jeder Verteidigung.

4. Kreisparade Sixt nach Sixt

Fintiert dein Partner (er wechselt von außen auf innen), reicht die einfache Parade nicht: Nach den FIE-Regeln ist eine Parade einfach, wenn sie in derselben Linie wie der Angriff erfolgt, und kreisförmig (Gegenparade), wenn sie in der entgegengesetzten Linie erfolgt [2]. Bei der Kreisparade beschreibt deine Klinge einen kleinen Kreis um die gegnerische [1]. Übe sie langsam; sie fängt Umgehungen ab.

5. Parade und Riposte verbinden

Sobald der Gegner pariert ist, kommt die Riposte – ohne Zögern [2]. Mehr dazu im Riposte-Guide.

Meilenstein: Wenn du zehn langsame Stöße deines Partners abwechselnd in Sixt und Quart abwehrst, ohne dass deine Spitze wegkippt, und die Kreisparade zumindest bei langsamem Tempo klappt, gehst du zur Riposte weiter.

Übungsform (Praxis): Zu zweit in drei Stufen. Erst stößt dein Partner im halben Tempo immer auf die Außenseite, du parierst Sixt. Dann wechselt er zufällig zwischen Außen- und Innenseite, du antwortest mit Sixt oder Quart. Zuletzt baut er eine Umgehung ein, und du trainierst die Kreisparade. Jede Stufe, bis zehn Paraden in Folge sitzen. Gerade bei der Sixt lohnt es sich, die Bewegung zuerst vor dem Spiegel zu fixieren, damit die Hand nicht von allein weit ausholt.

Häufige Fehler

Sicherheitshinweise

Auch beim Parieren gilt: Üben mit Maske, Handschuh und Jacke – bei Partnerübungen für beide. Fechten ist verletzungsarm: 0,28 Verletzungen mit Ausfallzeit pro 1000 Starts bei internationalen Wettkämpfen – das sind knapp drei auf 10.000 Starts –, die meisten Verstauchungen und Zerrungen im Bein [4]. Wärm die Handgelenke auf, bevor du viele Paraden hintereinander übst. Dieser Guide erklärt und motiviert – er ersetzt kein betreutes Training.

Pro-Tipp

Trainiere das Pendel: Sixt – Quart – Sixt – Quart in kleinem Takt, die Spitze immer auf dem Gegner. Du lernst damit, dass die Hand die Parade führt, nicht der Arm. Sobald es läuft, lass den Partner im Takt brechen: einmal innen, einmal außen, ohne Ansage. Dann merkst du, ob du wirklich liest oder nur auswendig abwehrst.

FAQ

Was ist die Parade Sixt im Fechten?

Sixt ist die hohe Außenparade: Sie schützt die obere Außenseite des Rumpfs, also die Seite des Waffenarms, und lenkt die gegnerische Klinge nach außen. Beim Florett und Degen gehört sie zu den drei wichtigsten Paraden neben Quart und Oktav [1].

Wann Sixt, wann Quart?

Sixt wehrt Angriffe auf die obere Außenseite ab, Quart Angriffe auf die obere Innenseite [1]. Du entscheidest nach der Blöße, auf die der Gegner zielt – und nach der Linie, in die er seine Klinge gerade bewegt.

Gilt Sixt auch beim Säbel?

Im Säbel sind Terz, Quart und Quint die wichtigsten Paraden [1]. Sixt ist daher kein Standard im Säbel; frag deinen Trainer, welche Abwehr bei deiner Waffe zählt.

Gibt jede Sixt-Parade das Recht zur Riposte?

Bei Florett und Säbel: Ja, eine saubere Parade gibt das Recht zur Riposte, wenn sie sofort und ohne Zögern folgt [2]. Im Degen gibt es kein Vorrecht [1].

Schritt für Schritt

  1. Sixt-Auslage zeigen: Obere Außenseite gedeckt, Spitze weiter auf dem Gegner.
  2. Außenseite verteidigen: Hand und Unterarm nach außen bewegen, Klinge schließt den Weg.
  3. Wechsel Sixt – Quart: Direkte Parade im Pendel üben, erst ohne, dann mit Partner.
  4. Kreisparade: Klinge beschreibt einen kleinen Kreis um die gegnerische – fängt Umgehungen ab.
  5. Mit Riposte verbinden: Nach gelungener Parade sofort ohne Zögern antworten.

Key Takeaways

Nächster Guide

Riposte im Fechten: Gegenangriff direkt nach der Parade — [object Object]

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