Beim Wegschießen triffst du einen gegnerischen Stock und beförderst ihn aus dem Zielfeld. So baust du den Stockversuch auf: Ziel, Laufsohle, Kraft, Treffer.
Beim Wegschießen (im Lehrbuch: Stockversuch) visierst du einen gegnerischen Stock im Zielfeld an und triffst ihn mit deinem Stock so, dass er aus dem Zielfeld befördert wird [1]. Im Verbandsvokabular des Deutschen Eisstock-Verbands taucht das als „Abschießen" auf [3]. Es sieht nach Wucht aus. In Wahrheit ist es Präzision mit Tempo.
Die ehrliche Antwort auf „Warum klappt das bei mir nicht?": Der Stockversuch ist der schwierigere Versuch. Dein Ziel ist nur die Querschnittsfläche eines Stockes, und für einen sauberen Treffer musst du ihn mittig erwischen – mit höchstens rund 10 Zentimetern Schwankung [1]. Zehn Zentimeter, das ist ungefähr eine Handbreit.
Ein Wort zur Quellenlage: Zum Eisstockschießen gibt es kaum Forschung. Alles hier stammt aus dem Lehrbuch des österreichischen Stocksport-Bundes, dem IFI-Regelwerk und dem Deutschen Eisstock-Verband [1][2][3]. Das ist Verbandswissen, keine Studie.
Der Stockversuch ist keine Dauerlösung. Du spielst ihn, wenn das Maß keine Alternative mehr ist – zum Beispiel, weil der gegnerische Stock sehr nah an der Daube liegt [1]. Oder du hast die zweitbeste Lage: dann muss dein eigener Stock nach dem Treffer nicht im Zielfeld bleiben [1]. Anfänger spielen eher defensiv, also überwiegend Maßversuche [1].
Klär den Versuch vorher im Team. Entscheidest du dich nach dem Start um, musst du abbrechen und komplett neu beginnen [1].
Stell zum Üben mehrere Zielstöcke nebeneinander ins Zielfeld, um die Erfolgsquote zu erhöhen [1]. Pro Treffer gibt es einen Punkt. Hast du genug Punkte, wird das Ziel kleiner – bis du irgendwann nur noch auf einen Zielstock oder die Daube spielst [1]. Bleiben Erfolge aus, verkürzt du die Distanz oder vergrößerst das Ziel [1].
Praxis-Faustregel (unsere, kein Verbandswert): Triffst du sieben von zehn Versuchen auf einen einzelnen Zielstock, nimmst du die Daube als Ziel dazu.
Zu Beginn muss der Zielstock nicht aus dem Zielfeld. Eine Berührung reicht [1]. Der Kraftaufwand darf bei Anfängern nicht größer sein als beim Maßversuch. Das schaffst du über die Laufsohle: Du wählst sie so, dass nur noch die Laufgeschwindigkeit passen muss [1].
Ein Hinweis aus dem Lehrbuch: Verfehlt ein Rechtshänder immer links (ein Linkshänder rechts), war der Kraftaufwand zu groß [1].
Auch wenn der Zielstock seitlich steht: Bleib mittig auf der Abspielstelle und dreh nur den Körper etwas in Richtung Zielstock [1]. Alles andere bringt dein Fundament durcheinander. Triffst du immer rechts oder links daneben, drehst du den ganzen Körper ein Stück in die Gegenrichtung [1].
Im Zielwettbewerb spielst du in Durchgang 2 sechs Versuche auf einen Zielstock, der nacheinander in markierten Kreisen steht: vorne links, vorne rechts, hinten links, hinten rechts, Mitte links und Mitte rechts [2]. Auf dem Mittelkreuz liegt eine Daube. Gewertet wird:
Maximal 60 Punkte [2]. Im Mannschaftsspiel gilt: Wird die Daube verschoben, bleibt sie in der neuen Lage. Verlässt sie das Zielfeld, kommt sie zurück auf das Mittelkreuz [2].
Beim Wegschießen gibt es einen Aufprall, und Querschläger in Richtung Nachbarbahn sind möglich. Achte deshalb auf die Nachbarbahnen und warne Mitspieler im Zweifel [1]. Beim Versuch darf sich niemand im oder vor dem Zielfeld aufhalten [2].
Spielt niemals von beiden Seiten gleichzeitig gegeneinander: Das ist sehr gefährlich und kann Material zerstören [1]. Ein kompletter Stock wiegt grob 5 Kilo [2]. Der Aufbau ist hier die Sicherheit: Wegschießen beginnst du erst, wenn Maß und Stand sitzen. Wärm dich auf und trag festes Schuhwerk.
Dieser Guide erklärt und motiviert – er ersetzt kein betreutes Training im Verein.
Mach das Training zum Punktespiel mit schrumpfendem Ziel. Das Lehrbuch empfiehlt, Versuchsvarianten mit Punktesystemen zu spielen, damit du Verbesserungen und Verschlechterungen überhaupt merkst [1]. Dazu kommt ein Anreiz aus dem Lehrbuch: Spieler sollen Freude am Geräusch des Aufpralls bekommen [1] – das hält dich länger dran als jede Technikbelehrung.
Beim Stockversuch zielst du auf einen gegnerischen Stock im Zielfeld, um ihn mit deinem Stock zu treffen und aus dem Zielfeld zu befördern. Im Verbandsvokabular des Deutschen Eisstock-Verbands heißt das Abschießen [1][3].
In Durchgang 2 gibt es 2 Punkte für einen getroffenen Zielstock, der im Feld bleibt, 5 Punkte, wenn beide Stöcke das Zielfeld verlassen, und 10 Punkte, wenn nur der Zielstock rausfliegt und dein Stock im Feld bleibt. Höchstens 60 Punkte pro Durchgang [2].
Bleib mittig auf der Abspielstelle und dreh nur den Körper zum Ziel. Wähle eine Laufsohle, bei der du nicht mehr Kraft brauchst als beim Maß, und triff den Zielstock mittig [1]. Mit mehreren Zielstöcken nebeneinander übst du, bis du das Ziel verkleinern kannst [1].
Wenn der gegnerische Stock sehr nah an der Daube liegt und kein Maß eine Lösung bietet, oder wenn du die zweitbeste Lage hast [1]. Als Anfänger spielst du eher defensiv und setzt vor allem aufs Maß [1].
Hat die Daube das Zielfeld verlassen, wird sie auf das Mittelkreuz gelegt. Verlässt sie es nur vorübergehend und kommt zurück, bleibt sie in ihrer ruhenden Endlage [2].
Griff & Stockhaltung beim Eisstockschießen: Daumen drum, Finger in die Krümmung — [object Object]