Ein fester, immer gleicher Griff ist die Basis jeder Abgabe. So fasst du den Stock richtig, wählst Griffmaterial und Stiellänge und automatisierst den Ablauf.
Beim Eisstockschießen hältst du den Stock nicht wie einen Hammer und nicht wie einen Schläger. Du fasst den Stiel so, dass deine Hand ihn fest trägt und im richtigen Moment sauber freigibt. Die ehrliche Antwort auf „Ist das nicht Nebensache?": Der Griff ist es, den dir der Trainer als Erstes vorzeigt und als Letztes aus den Augen lässt, weil er jede Abgabe prägt.
Das Lehrbuch des Bundes Österreichischer Stocksportler (BÖE) fasst es in einem Satz: Der Griff soll immer gleich gewählt und automatisiert werden [1]. Dazu kommt eine praktische Beobachtung: Bei den heute verwendeten Materialien sind die Griffe so ergonomisch geformt, dass der bequemste Griff leicht vorzuzeigen ist [1].
Und es gibt eine Regel, die den Griff betrifft, auch wenn du sie selten liest: Der Stiel muss nach dem Reglement spätestens nach dem ersten Ausfallschritt die Hand verlassen haben [2]. Wer den Stock zu lange hält, schiebt ihn, und das ist ungültig. Mehr dazu in den Sicherheits- und Regelhinweisen unten.
Der gute Griff fällt nicht auf. Er sieht bei jedem Versuch gleich aus.
Eingangs-Kriterien (Praxis-Standard):
Du stellst den Stockkörper neben die Abspielstelle, die Krümmung des Stiels zeigt nach hinten, also entgegen der Spielrichtung [1]. Dann nimmst du die richtige Grundstellung ein und greifst erst danach nach dem Stiel. Dieser Ablauf soll immer gleich sein [1].
Meilenstein: Du stellst den Stock fünfmal in Folge in gleicher Ausrichtung ab, ohne nachzujustieren.
Um die Hand richtig zu positionieren, lässt du die Arme mit den Handflächen nach innen baumeln und greifst mit dieser Handstellung nach dem Stiel [1]. Du bückst dich dafür, und der Stiel wird in neutraler Handposition umgriffen [1].
Meilenstein: Du fasst den Stiel dreimal hintereinander in derselben Handstellung, ohne zu drehen.
Die Finger liegen, bis auf den Daumen, in der Krümmung des Stiels. Der Daumen umgreift von der anderen Seite. Das Lehrbuch nennt das Gegenteil, den „Affengriff" ohne Daumengegenhalt, ausdrücklich falsch: Der Daumen gibt zusätzliche Sicherheit [1].
Meilenstein: Dein Trainer sieht dich zehnmal greifen und findet keinen Affengriff.
Der Stiel soll so umgriffen werden, dass der kleine Finger ziemlich genau mit dem Stielende abschließt [1]. Das bestimmt die Griffhöhe. Wenn die Auflage schlecht ist, ändere nicht die Griffhöhe, sondern wähle einen Stiel mit anderer Länge [1].
Meilenstein: Der kleine Finger sitzt bei jedem Griff am Stielende, ohne dass du hinschaust.
Stand, Griff und Schwung sollen zu einem Ablauf verschmelzen. Das Lehrbuch ordnet den Griff immer im Zusammenhang mit dem Stand ein und rät, den Ablauf mit Stand und Griff zu automatisieren [1]. Üb ihn trocken, auch ohne zu schießen.
Meilenstein: Du führst Stand und Griff zehnmal in Folge aus und sie sehen identisch aus.
Der Griff selbst ist harmlos, aber er sitzt am Ende einer Kette. Das Lehrbuch warnt vor Fehlhaltungen: Anfänger beugen sich beim Vorbereiten nach vorn, um eine bessere Auflage zu erzielen, was zu mehr Spannung im unteren Rücken führt und auf Dauer gesundheitsschädlich ist [1].
Mach den Griff zu einem Ritual vor jedem Versuch: Stock hinstellen, Grundstellung, Hand baumeln lassen, greifen, einmal durchatmen. Wer den Ablauf vor jedem Versuch gleich beginnt, startet mit demselben Gefühl in die Abgabe. Das ist Praxis aus dem Training, keine Studienaussage.
Die Finger liegen in der Krümmung des Stiels, der Daumen umgreift von der anderen Seite, und der kleine Finger schließt ungefähr mit dem Stielende ab [1]. Das Lehrbuch nennt den Daumen-Gegenhalt als zusätzliche Sicherheit [1].
Ein Griff, bei dem der Daumen nicht von der Gegenseite um den Stiel greift. Das Lehrbuch lehnt ihn ab, weil der Daumen dem Griff zusätzlichen Halt gibt [1].
Nein. Bei schlechter Auflage wähle einen Stiel mit anderer Länge, ändere aber nicht die Griffhöhe [1].
Nach dem Reglement spätestens nach dem ersten Ausfallschritt [2]. Wer mit dem Stock in der Hand vorläuft oder ihn vorschiebt, macht einen ungültigen Versuch [2].
Für Anfänger empfiehlt das Lehrbuch weiche, handflächenschonende Griffoberflächen. Der Griff sollte weder zu sehr kleben noch zu rutschig sein [1].
Schwingen (Klingeln) beim Eisstockschießen: Pendel statt Kraftakt — [object Object]