Das Schwingen holt Rhythmus und Schwung für die Abgabe. Wie weit du schwingst, was die Schwerkraft übernimmt und warum du Kraft sparst, statt zu beschleunigen.
Das Schwingen ist der Teil vor der Abgabe, in dem du den Stock wie ein Pendel neben dem Körper vor und zurück führst. Die ehrliche Antwort auf „Was bringt das, wenn ich doch eh nur loslassen muss?": Es bringt dich in einen Rhythmus, stabilisiert deinen Körper und bereitet den eigentlichen Versuch vor. Im Verein heißt es teils auch „Klingeln"; den Begriff habe ich in den gelesenen Lehrmaterialien nicht gefunden, hier steht deshalb das, was das Lehrbuch „Schwingen" nennt.
Das BÖE-Lehrbuch gibt eine einfache Formel: Je stabiler die Schwungphase, desto stabiler und präziser die Hauptphase und damit Trefferquote und Erfolgserlebnis [1]. Und es gibt eine Zahl, die dein Schwingen begrenzt: Der Stock wird um den Oberkörper als Achse höchstens 70 Grad nach vorn und höchstens 70 Grad nach hinten geschwungen [1]. 70 Grad sind gut drei Viertel eines rechten Winkels, also deutlich weniger als „Stock bis über den Kopf".
Dabei hält das Lehrbuch ausdrücklich fest, dass Eisstock eine einseitig belastende Sportart ist und früh an der Stabilität gearbeitet werden muss [1].
Schwingen ist Vorbereitung, nicht Leistung.
Eingangs-Kriterien (Praxis-Standard):
Bevor du schwingst, stehst du stabil. Die Kniegelenke sind leicht gebeugt, die Hüfte und der untere Rücken in neutraler Position (kein Hohlkreuz, kein Rundrücken), die Schultern leicht nach hinten und unten gespannt, der Kopf neutral [1]. Die freie Hand gleicht das Schwingen aus [1].
Meilenstein: Du stehst 20 Sekunden stabil, mit dem Stock in der Hand.
Der Stock schwingt wie ein Pendel vor und zurück. Damit das gelingt, beschleunigst du ihn in der Abwärtsbewegung ein wenig [1]. Kraft sparst du in der Vorbereitungsphase [1].
Meilenstein: Du schwingst fünfmal gleichmäßig vor und zurück, ohne dass der Rhythmus schwankt.
Nimm den Oberkörper als Achse: Nach vorn höchstens 70 Grad, nach hinten höchstens 70 Grad [1]. Beim letzten Mal nach hinten darfst du etwas höher: Die Beschleunigung steigt, um höher nach hinten zu kommen, bei Anfängern aber höchstens 90 Grad zur aufrechten Oberkörperachse [1].
Meilenstein: Dein Trainer bestätigt, dass dein Schwung die Grenzen nicht überschreitet.
Nachdem der Stock mit etwas mehr Beschleunigung nach hinten gebracht wurde, schwingt er nach unten nur mit Hilfe der Gravitation. Anfänger beschleunigen ihn nicht zusätzlich nach unten. Das Lehrbuch beschreibt es als „elegantes Fallenlassen" und Auflegen [1]. Erst Fortgeschrittene nutzen zusätzlich Muskelkraft [1].
Meilenstein: Du schwingst zehn Versuche lang ohne zusätzliches Nachbeschleunigen nach unten.
Du atmest locker, ohne Pressatmung oder Luftanhalten [1]. Beim letzten Schwung nach hinten beugt sich der Oberkörper leicht nach vorn, um den Schwungweg zu vergrößern [1]. Das Vorbeugen soll erst beim letzten Aufschwingen passieren, nicht schon in der Vorbereitung [1].
Meilenstein: Du beugst dich nur beim letzten Aufschwingen und atmest dabei locker.
Eisstock belastet eine Körperseite stärker als die andere, und genau das erwähnt das Lehrbuch: Man muss früh an der Stabilität arbeiten, mit Gleichgewichts-, Koordinations- und Stabilisationsübungen, die nicht überfordern [1]. Dazu ein Trick, den das Lehrbuch nennt: Baust du im Training immer wieder Schwungphasen mit der „schwächeren" Hand ein, steigert das die Stabilität auf der „guten" Seite [1].
Dieser Guide erklärt und motiviert, er ersetzt kein betreutes Training.
Schwinge ein paar Mal mit der schwächeren Hand ohne Abgabe, nur zum Gefühl. Das Lehrbuch nennt es einen psychologischen Trick, der die Stabilität auf der guten Seite steigert [1]. Außerdem: Zähle leise mit, zum Beispiel „eins, zwei, drei", und gib beim dritten Aufschwung ab, damit dein Rhythmus bei jedem Versuch gleich ist. Das Zählen ist Praxis, keine Studienaussage.
Nach vorn und hinten höchstens 70 Grad, bezogen auf den aufrechten Oberkörper als Achse. Beim letzten Aufschwingen nach hinten höchstens 90 Grad bei Anfängern [1].
Nein, besonders nicht als Anfänger. Der Stock schwingt nach unten nur mit Hilfe der Schwerkraft. Fortgeschrittene können zusätzlich mit Muskelkraft beschleunigen [1].
Im Mannschaftsspiel nein. Ein Vorlaufen mit dem Stock in der Hand oder ein Vorschieben des Stocks macht den Versuch ungültig [2]. Auch im Zielwettbewerb gibst du den Versuch von der Abspielstelle aus ab (steht der Spieler nicht auf ihr, ist er ungültig) [2]. Der Weitenwettbewerb hat eigene Regeln und eine andere Technik, das ist eine andere Disziplin.
Locker, ohne Pressatmung oder Luftanhalten [1]. Im Weitensport wird die Atmung anders eingesetzt, das lernst du im Verein.
Im Vereinsjargon wird das Schwingen manchmal so genannt. In den gelesenen Lehrmaterialien steht der Begriff nicht, das Lehrbuch spricht vom Schwingen [1].
Richtung halten beim Eisstockschießen: Der Stock soll auf deiner Linie laufen — [object Object]