Push Putt im Discgolf: schieben statt schnippen

Push Putt lernen: So schiebst du die Scheibe mit wenig Drehung in den Korb – mit Distanzleiter, Blickfokus und den Regeln, die beim Putten wirklich zählen.

Sportart: Discgolf · Level: Anfänger

Einleitung

Wie puttest du als Anfänger am zuverlässigsten? Mit dem Push Putt: Du schiebst die Scheibe mit kaum Drehung auf einer leicht ansteigenden Linie zum Korb, statt sie mit dem Handgelenk zu schnippen. Das ist der Putt, den die meisten Einsteiger zuerst lernen, weil sich die Bewegung ruhig und gleichmäßig wiederholen lässt.

Die ehrliche Antwort zum Anspruch: Putten entscheidet mehr Scorekarten, als du denkst. Jeder Wurf aus höchstens 10 Metern zum Korb zählt nach Regel als Putt [1] – das sind grob zwei Autolängen. Und selbst die Top-20 der Pro-Tour verwandeln aus der Zone zwischen 3,3 und 10 Metern im Median „nur" 85 % der Putts [2]. Das heißt: Etwa jeder siebte Versuch geht auch bei den Besten daneben. Perfekt musst du also nicht werden, zuverlässig schon.

Eine Studie, die Push und Spin Putt direkt vergleicht, gibt es nicht. Wenn dir jemand erzählt, eine der beiden Techniken sei „wissenschaftlich bewiesen" besser, stimmt das nicht. Was wir haben, ist Praxiswissen von Trainern und Spielern – und ein paar solide Befunde zu Blick und Konzentration.

Was du brauchst

Schritt für Schritt

1. Stand und Griff

Stell dich schulterbreit hin, Gewicht leicht auf den Vorderfüßen, Knie locker. Greif die Scheibe im Fächergriff: Daumen oben auf dem Rand, die Finger fächern sich unter der Scheibe. Setz den Marker hinter die Scheibe auf deinen Platz. Nach Regel braucht beim Wurf mindestens ein Körperteil Kontakt mit diesem Platz, und nichts darf näher am Korb sein als die hintere Kante des Markers [1].

Meilenstein: Du stehst 10 Mal in Folge ruhig, ohne den Marker zu verlassen.

2. Ziel fixieren

Such dir einen konkreten Punkt im Korb, zum Beispiel ein bestimmtes Kettenglied. Schau schon vor der Bewegung dorthin und bleib mit dem Blick beim Punkt, bis die Scheibe losgeflogen ist. In einer Studie mit 22 Elite-Golfern sagte die Dauer dieser ruhigen Blickfixierung 43 % der Varianz im Putt-Erfolg voraus [3] – eine Golf-Studie, kein Disc-Golf-Beleg (TRANSFER), aber die Aufgabe ist dieselbe: kleines Ziel, ruhige Hand. Dazu passt der Befund, dass es Zielaufgaben hilft, wenn du dich auf den Effekt konzentrierst statt auf den eigenen Arm [4].

3. Die Schiebebewegung

Halt die Scheibe etwa auf Brusthöhe, der Ellbogen zeigt Richtung Ziel. Dann schiebst du die Hand gerade nach vorn und leicht nach oben und lässt die Scheibe mit möglichst wenig Drehung gehen. Das Handgelenk bleibt fest. Am Ende zeigt deine Hand zum Zielpunkt. Die Kraft kommt aus einer kleinen Streckung der Knie und des Arms, nicht aus einem Ruck.

Meilenstein: Aus 3 Metern landen 8 von 10 Putts im Korb (Praxis-Kriterium).

4. Die Distanzleiter

Putt von 3, 5, 7 und 10 Metern (also grob drei, fünf, sieben und zehn große Schritte). Du steigst erst auf die nächste Stufe, wenn 8 von 10 sitzen. Wer auf den ersten Stufen schludert, übt auf der Zehn-Meter-Marke nur Frust.

5. Gleichgewicht halten

Nach dem Loslassen bleibst du stehen. Regelkonform ist ein Putt nur, wenn du nach der Freigabe die volle Balance hinter dem Marker zeigst, bevor du Richtung Korb gehst – sonst gibt es einen Strafwurf wegen Standverstoß [1].

Häufige Fehler

Sicherheitshinweise

Putten ist belastungsarm, aber nicht folgenlos. In einer dänischen Befragung von 105 Spielern hatten 93 % der 15 aktuellen Beschwerden einen schleichenden Beginn, und sie dauerten im Median 240 Tage [5] – Überlastung kündigt sich leise an. Mach nach 40 bis 50 Putts Pause und trainier nicht hundert Putts am Stück, wenn der Ellbogen zieht. Wirf nur, wenn der Bereich um den Korb frei ist: Nach Regel darf niemand werfen, solange das Spielfeld nicht klar ist [1]. Dieser Guide erklärt und motiviert; er ersetzt kein betreutes Training und keine ärztliche Abklärung bei Schmerzen.

Pro-Tipp

Bau dir eine feste Putt-Routine: Marker setzen, Zielpunkt suchen, ein Atemzug, schieben, drei Sekunden Blick halten. In der Quiet-Eye-Studie hielten die trainierten Golfer ihre ruhige Blickphase auch unter Druck, die Kontrollgruppe verlor sie [3]. Eine Routine, die du bei jedem Putt gleich spielst, wird zu dem Anker, der dir im Turnier nicht wegbricht.

FAQ

Wie weit kann ich mit dem Push Putt putten?

Lern ihn erst bis 7 Meter sicher, dann 10. Alles bis 10 Metern ist regeltechnisch ein Putt [1]. Selbst Top-Profis versenken zwischen 3,3 und 10 Metern im Median nur 85 % [2], rechne also nicht mit 100 %.

Push Putt oder Spin Putt – was ist besser für Anfänger?

Das ist nicht untersucht. Beide Techniken sind gängig. Teste beide jeweils eine Woche und bleib bei der, bei der deine Trefferquote aus 5 Metern stabil ist. Mehr dazu im Spin-Putt-Guide.

Darf ich nach dem Putt sofort zum Korb laufen?

Nein. Du musst nach dem Loslassen volle Balance hinter dem Marker zeigen, bevor du dich Richtung Korb bewegst, sonst bekommst du einen Strafwurf [1].

Wie viele Putts soll ich pro Einheit üben?

Dazu gibt es keine Studie. Als Praxiswert reichen 40 bis 50 konzentrierte Putts. Wichtiger als die Zahl ist, dass jeder Wurf mit voller Routine gespielt wird.

Schritt für Schritt

  1. Stand und Griff: Schulterbreit stehen, Fächergriff, Marker setzen. Meilenstein: 10 Mal ruhig stehen.
  2. Ziel fixieren: Einen konkreten Punkt im Korb wählen und den Blick dort halten, bis die Scheibe weg ist.
  3. Die Schiebebewegung: Ellbogen zum Ziel, Hand gerade nach vorn und leicht nach oben, Handgelenk fest. Meilenstein: 8 von 10 aus 3 Metern.
  4. Distanzleiter: 3, 5, 7 und 10 Meter – erst bei 8 von 10 Treffern auf die nächste Stufe.
  5. Gleichgewicht halten: Nach dem Wurf hinter dem Marker stehen bleiben, sonst gibt es einen Strafwurf.

Key Takeaways

Nächster Guide

Spin Putt im Discgolf: Drall statt Schub — [object Object]

Verwandte Guides

← Mehr Discgolf-Guides

Discgolf-Fachbegriffe im Glossar nachschlagen