Gezieltes Wischen kann den Stein gerader halten oder mehr curlen lassen. Was die Forschung belegt, was offen ist, Regeln, Kommandos und Fehler für Sweeper.
Die ehrliche Antwort: Curling ist die einzige Sportart, in der du die Flugbahn des Wurfgeräts nach dem Loslassen noch beeinflussen kannst, und zwar mit dem Besen. So formuliert es ein Übersichtsartikel zur Sportwissenschaft des Curlings: Durch das Wischen ändert sich die Reibung zwischen Stein und Eis, dadurch kann der Stein weiter laufen, stärker curlen oder gerade bleiben [1]. Die Autorin hält fest: Das Wischen kann sehr anstrengend sein, und wirksam wischst du mit einer Kombination aus Druck nach unten und Besenkopf-Geschwindigkeit, die vom Tempo des Steins abhängt [1]. Außerdem kann Wischen links oder rechts vom Stein ihn je nach Drehung gerade halten oder mehr curlen lassen [1].
Wie schwer ist das? Die Bewegung ist leicht zu lernen, das Timing und die Absprache mit dem Skip sind die Arbeit. Ein Zeitversprechen gibt es nicht. Ehrlich dazu: Die Physik dahinter ist nicht abschließend geklärt. Eine Übersichtsarbeit mit 94 Studien beschreibt eine Kontroverse über die Mechanismen von Curl und Wischen [2]. Deshalb lernst du hier die Handgriffe und Regeln, nicht eine Wunderformel.
Lerne zuerst das normale kräftige Wischen. „Hurry" ist das Kommando, das die Sweeper zum härteren Wischen auffordert [5]. Die Wirkung hängt laut Review von Druck nach unten und Kopf-Geschwindigkeit ab [1].
Meilenstein: Du hältst mit dem Stein Schritt und wischst ohne Pause und ohne Abstürze, einmal über die Bahn.
Du darfst in jede Richtung wischen, es muss nicht die ganze Steinbreite abgedeckt sein. Der Besenkopf darf aber nicht vor dem laufenden Stein angehoben werden, du darfst keinen Schmutz vor den Stein legen, und du musst seitlich vom Stein aufhören [5].
Wischen links oder rechts vom Stein kann ihn je nach Drehung gerade halten oder mehr curlen lassen [1]. Welche Seite zu welcher Wirkung gehört, entscheidet der Skip im Zusammenspiel mit der Drehung und dem Eis. Bleib bei dem, was dein Team abgesprochen hat.
Hinter der Tee Line (am Spielende) darf aus jedem Team nur ein Spieler wischen. Das gilt auch für den Gegner: bei ihm nur Skip oder Vice-Skip [5]. Wer zuerst da ist, hat Vorrang, darf aber den anderen nicht behindern [5].
Das Kommando kommt vom Skip, nicht vom Sweeper-Gefühl. Üb mit dem Team ein Stopp-Zeichen und ein Wisch-Zeichen. Kein Kommando wird per Funk gegeben: Elektronische Kommunikation ist im Spiel verboten [5].
Meilenstein: Dein Team trifft den gewählten Punkt mit denselben Kommandos dreimal hintereinander (Praxis).
Wisch nicht gegen den Skip, sondern mit der Drehung im Kopf. Ein Stein mit Uhrzeigersinn-Drehung curlt nach rechts [3], und Wischen auf der einen oder anderen Seite verändert, wie stark [1]. Prägt euch vor dem Spiel ein, welche Seite euer Skip für „gerader" und welche für „mehr Curl" meint. Das spart im Ernstfall die Diskussion.
Wischen verändert die Reibung zwischen Stein und Eis. So kann der Stein weiter laufen, mehr curlen oder gerade bleiben [1]. Welche Seite du wischst, hängt von der Drehung ab [1]. Die genauen physikalischen Mechanismen sind in der Forschung noch umstritten [2].
Mit Druck nach unten und schneller Besenkopf-Bewegung; beides hängt vom Steintempo ab [1]. Regeln: Richtung frei, Besenkopf nicht vor dem Stein anheben, keinen Schmutz vor den Stein legen, seitlich enden [5]. Üb das mit einem Trainer.
Pro Team ein Spieler gleichzeitig. Beim Wurf-Team darf es jeder sein, beim anderen Team nur Skip oder Vice-Skip [5]. Gegnerische Steine darfst du erst wischen, wenn sie die Tee Line am Spielende erreicht haben, und nur dahinter [5].
Zwischen der Tee Line am Abgabeende und der Hog Line am Spielende: Berührt das eigene Team oder seine Ausrüstung den laufenden Stein, wird er sofort entfernt [5]. Berührt dagegen der Gegner den Stein, wird er neu gespielt oder dorthin gelegt, wo er geendet hätte [5].
Raise im Curling: einen Stein nach vorn schieben — [object Object]