Der Release entscheidet über Curl und Konstanz: Handle von 10 oder 2 Uhr auf kurz vor 12, Armstreckung, Drehung zählen und Follow-through, Schritt für Schritt.
Die ehrliche Antwort: Der Release ist der Moment, in dem der Stein deine Hand verlässt, und er entscheidet, ob die ganze saubere Abgabe davor etwas wert war. Curling Canada nennt ihn „den Moment der Wahrheit": Ein schlechter Release kann alles zunichtemachen, was vorher gut lief [1]. Er beginnt mit der Armstreckung samt Drehung und endet mit dem Follow-through (dem Nachschwung des Arms) [1].
Was passiert genau? Der Griff (Handle) steht beim Gleiten auf 10 oder 2 Uhr und wird bis kurz vor 12 Uhr gedreht, wo er sich von der Hand löst [1]. Diese kleine Drehung ist der Grund, warum der Stein eine Kurve läuft. Dabei sorgt die Drehung auch dafür, dass der Stein berechenbarer läuft [4]. Gleichzeitig muss der Stein klar vor der Hog-Line losgelassen sein, sonst wird er sofort aus dem Spiel genommen [3].
Wie schwer ist das? Release gehört zu den feinsten Teilen der Technik, weil du ihn nicht sehen kannst, du spürst ihn nur. Rechne mit vielen Steinen und mit Rückmeldung von außen. Ein Zeitversprechen gibt es nicht.
Stell den Handle auf 10 oder 2 Uhr und behalte diese Position von der Vorbereitung bis in die Gleitphase [1]. Greif locker mit den zweiten Fingergliedern [2]. Ein Handle, der schon beim Start verdreht ist, rettet kein Release mehr.
Meilenstein: Dreimal hintereinander gleitest du, ohne dass sich Handle oder Griffdruck unterwegs verändern.
Strecke den Wurfarm fließend über mindestens sechs Fuß (rund 1,8 Meter), bei schwereren Würfen länger [1]. Übe das zunächst ohne Drehung: Der Stein soll gerade losgehen.
Meilenstein: Der gerade geworfene Stein bleibt auf der Linie zum Besen.
Beginne die Drehung etwa in der Mitte der Armstreckung, mit einem gleichmäßigen Tempo bei beiden Drehungen [1]. Der Handle wandert von 10 oder 2 Uhr bis kurz vor 12 [1]. Drehe nicht abrupt, sondern gleichmäßig. Die Kadenz zählt.
Meilenstein: Der Stein dreht sichtbar, ohne zu „flippen" und ohne zu schlingern [2].
Für Einsteiger auf Clubeis nennen Club-Unterlagen etwa 2 bis 3 Umdrehungen über die Länge der Bahn [2][5]. Fortgeschrittene nutzen laut Curling Canada 4 bis 5 (auf stark kurvendem Eis bis 5,5), weil mehr Drehung weniger Eis braucht und den Stein enger führt [1]. Starte klein, zähle mit und steigere erst, wenn der Rest sitzt.
Meilenstein: Drei Steine hintereinander mit annähernd gleicher Umdrehungszahl.
Halte die Armposition nach dem Loslassen mindestens sechs Fuß lang [1]. Dein Check: Beim In-Turn siehst du ein bis zwei Fingerknöchel und keine Handfläche, beim Out-Turn ein bis zwei Handballen und keine Knöchel [1]. Beende die Bewegung mit der Hand in „Handshake"-Position [2].
Dreh nicht, um den Stein „zu biegen", sondern um ihn berechenbar zu machen. Die Autoren einer Eisoberflächen-Studie halten fest: Die Drehung lenkt den Stein seitlich, und sie lässt ihn vorhersagbarer laufen [4]. Wie genau der Curl entsteht, ist in der Forschung bis heute umstritten [6]. Für dich heißt das: Verlass dich weniger auf Theorie, mehr auf eine gleichmäßige Drehung, Mal für Mal.
Beim Rechtshänder dreht der In-Turn im Uhrzeigersinn, der Out-Turn gegen den Uhrzeigersinn, beim Linkshänder umgekehrt [3]. Du erkennst sie auch an der Hand: Beim In-Turn siehst du nach dem Loslassen Fingerknöchel, beim Out-Turn die Handballen [1].
Gib dem Handle beim Loslassen eine kleine Drehung, von 10 oder 2 Uhr bis kurz vor 12 [1]. Ohne Drehung läuft der Stein geradeaus. Eine Studie fand, dass die Drehung ihn seitlich lenkt und berechenbarer macht [4]. Lasse locker los, bevor der Stein die Hog-Line erreicht [3].
Der Mechanismus ist bis heute nicht abschließend geklärt. Eine Studie stützt die „Scratch-Guiding"-Theorie: Der Stein hinterlässt Kratzer im Eis, die ihn seitlich lenken [4]. Ein Übersichtsartikel nennt Streit um die zugrunde liegende Physik [6].
Freeze im Curling: Stein direkt an den Gegner legen — [object Object]