Der Draw bleibt im Haus liegen: Weight-Leiter, Line, Wischer-Hilfe und Meilensteine, damit dein Stein genau dort stehen bleibt, wo du ihn willst.
Die ehrliche Antwort: Ein Draw ist ein Zugschuss, der im oder vor dem Haus liegen bleibt [1]. Du schießt nichts ab, du bringst den Stein auf den Punkt zum Stehen. Genau deshalb verlangt er das meiste Gefühl: Die Linie kommt aus deinem Gleiten, die Länge aus deinem Weight (Gewicht, also der Geschwindigkeit des Steins [1]).
Das Zielfenster ist kleiner, als es aussieht. Vom inneren Rand der fernen Hog-Line bis zur Back-Line sind es 6,401 Meter plus 1,829 Meter, also gut 8 Meter [1], knapp zwei Autolängen. Bleibt dein Stein vor der Hog-Line liegen, fliegt er aus dem Spiel („hogged"); rollt er über die Back-Line, ebenfalls [1].
Wie schwer ist das wirklich? Den Draw kannst du ab der ersten Einheit üben, aber ein sicheres Gefühl für die Länge wächst über viele Steine und wechselndes Eis. Ein Zeitversprechen gebe ich dir nicht. Eine Studie mit Wettkampf-Curlern fand immerhin: Wer die Dauer in Curling-Videoszenen genauer schätzen konnte, gab in der Abgabe genauer ab. Der Zusammenhang ist ein Hinweis, kein Beweis, dass Zeitgefühl trainierbar ist [6].
Gleite auf den Besen zu und achte nur auf die Richtung. Der Stein startet gerade und beginnt erst nach dem Break Point zu curlen [2]. Schau nach dem Wurf, ob er dort losläuft, wo du ihn hinschicken wolltest, und blende die Länge noch aus.
Meilenstein: Fünf Steine hintereinander verlassen die Hand auf der Linie zum Besen.
Der Weltverband benennt die Stufen: Front House Weight (gerade ins vordere Haus), Back House Weight (gerade bis hinten ins Haus) und Hack Weight (bis zum Hack am Ende der Bahn) [1]. Wirf je ein paar Steine pro Stufe und spüre den Unterschied im Abstoß. Das Gewicht kommt aus den Beinen, nicht aus dem Arm [3]. Je schwerer der Wurf, desto später setzt du den Abstoß aus dem Hack ein [2].
Meilenstein: Du triffst gezielt „vorderes Haus" oder „hinteres Haus", mindestens drei von fünf Versuchen.
Stein und Körper werden sofort nach dem Abstoß langsamer, die Geschwindigkeit fällt in einer Kurve [2]. Lass den Wurfarm früh weich werden (etwa im Bereich der Ringe), und strecke ihn erst, wenn sich das Tempo richtig anfühlt, um genau dieses Tempo zu erhalten [2]. Das Weight wird gefühlt, nicht gedrückt.
Meilenstein: Die Streuung deiner Steine wird kleiner, auch wenn du das Ziel noch nicht triffst.
Jetzt bekommst du ein Ziel: der Button (Mittelpunkt) oder der Four-Foot (innerster Ring, 61 cm Radius [1], also 1,2 m Durchmesser). Der Skip hält den Besen, du gleitest hin. Die Wischer helfen: Wischen verringert die Reibung, der Stein läuft weiter und gerader [3]. In einer Eiskammer-Studie änderte die Wischart die Laufweite, die Geschwindigkeit nicht; höhere Auflast erwärmte das Eis stärker [5]. Übe deshalb ruhig auch mal absichtlich einen leichten Stein, den die Wischer holen.
Meilenstein: Mit Wischern bleiben fünf von zehn Steinen im Haus.
Im Wettkampf entscheidet ein Last Stone Draw, wer den ersten Stein spielt: Zwei Steine zur Tee, einer mit In-Turn, einer mit Out-Turn, danach wird der Abstand gemessen [1]. Mach das als Übung: Misst du den Abstand nach jeder Serie, siehst du, ob du besser wirst.
Nutze das Einspiel, um dein Weight zu eichen: Die ersten Steine gehören dem Eis, nicht dem Ergebnis. Das Eis ist nie gleich, und das Trainerhandbuch des US-Verbands sagt es knapp: nicht gegen das Eis kämpfen, mit ihm gehen [9]. Notiere dir nach jedem Stein nur eine Sache: war es zu leicht, passend oder zu schwer, und wie fühlte sich der Abstoß an? Ändere pro Wurf nur diesen einen Hebel.
Das Gewicht kommt aus dem Beinabstoß, nicht aus dem Arm [3]. Je schwerer der Wurf, desto später setzt du den Abstoß ein, und den Arm lässt du erst weich werden und streckst ihn dann, wenn das Tempo stimmt [2]. Übe mit Stufen wie Front House Weight und Back House Weight [1].
Wischen verringert die Reibung: Der Stein läuft weiter und biegt weniger ab [3]. In einer Eiskammer-Studie änderte die Wischart die Laufweite des Steins, bei gleicher Geschwindigkeit; höhere Auflast erwärmte das Eis stärker [5]. Wie genau das physikalisch funktioniert, ist noch umstritten.
Wischen erwärmt das Eis unter dem Besen und verringert so die Reibung [5]. Dadurch kann der Stein weiter laufen und weniger abbiegen [3]. Das Kommando „Hurry" heißt: härter wischen [1].
Pro Ende werfen beide Teams je acht Steine. Punkte bekommt das Team, das am Ende einen Stein am nächsten zur Mitte (Tee) hat: einen Punkt für jeden eigenen Stein im Haus, der näher liegt als der beste gegnerische [1]. Der Draw ist der Schuss, der diese Steine ins Haus bringt.
Guard im Curling: Schutzstein richtig platzieren — [object Object]