Mediterraner Griff beim Bogenschießen: Zeigefinger über, Mittel- und Ringfinger unter dem Pfeil. So setzt du ihn auf, prüfst ihn und vermeidest typische Fehler.
Die ehrliche Antwort vorweg: Beim mediterranen Griff (Split Finger) liegt der Zeigefinger über dem Pfeil, Mittel- und Ringfinger liegen darunter. Er ist bei Recurve-Bögen mit Visier der verbreitete Standard, weil der Pfeil so zwischen den Fingern sitzt und der Zeigefinger die Nocke nicht nach oben drückt. Welche Fingerform für dich passt, entscheidet am Ende dein Trainer am echten Bogen.
Gibt es dazu Forschung? Ein bisschen, aber nicht zu deiner Frage „Wie viel besser ist das?“. Eine große belgische Laborreihe verglich vier Sehnengriffe: Drei-Finger-, Zwei-Finger-, Daumen- und umgekehrten Griff. Am stärksten schwankte die Muskelaktivität bei den zwei ungewohnten Griffen (Daumen und umgekehrt); mit genug Übung verbesserte sich die Treffgenauigkeit aber schnell [1]. Übersetzt: Welche Form du wählst, ist weniger wichtig als dass du sie ausreichend übst.
Wie schwer ist das? Die Form lernst du in einer Einheit. Dass sie sich nicht mehr fremd anfühlt, dauert erfahrungsgemäß einige Wochen. In der Vereinspraxis wird der Griff zu Beginn mit Fingertrenner und leichtem Bogen geübt.
Warum liegt der Zeigefinger oben? Praktisch aus zwei Gründen, die in der Trainerpraxis genannt werden (keine Studienaussage): Erstens sitzt die Nocke dann ohne Druck zwischen den Fingern, und zweitens bleibt der Winkel der Sehne an den Fingern flacher. Dafür musst du den Abstand zwischen Zeige- und Mittelfinger sauber halten, sonst klemmst du den Pfeil.
Leg den Zeigefinger oberhalb der Nocke an die Sehne. Er drückt den Pfeil nicht nach oben. Meilenstein: Der Pfeil bleibt bei jedem Auszug ruhig an seinem Platz.
Der Mittelfinger liegt direkt unter der Nocke, der Ringfinger daneben. So sitzt der Pfeil zwischen den Fingern. Die Sehne liegt, wie beim Hook, zwischen dem 2. und 3. Fingerglied [3].
Zwischen Zeigefinger und Mittelfinger bleibt Platz für die Nocke. Ist der Abstand zu klein, quetschst du den Pfeil. Ist er zu groß, wird der Hook instabil. Ein Fingertrenner hilft beim Einstellen.
Das DSB-Modell nennt die Lastverteilung etwa 40 % Zeigefinger, 50 % Mittelfinger, 10 % Ringfinger [3]. Prüf, ob du den Mittelfinger spürst und ob der Zeigefinger nicht zu viel zieht.
Die Fingerposition bleibt bis zum Lösen [3]. Meilenstein: 10 Schuss in Folge mit identischem Fingerbild auf dem Video, ohne dass der Pfeil nach oben oder unten wandert.
Mach einen pfeilfreien Griff-Check mit einem Stretchband oder bei leichtem Gewicht unter Aufsicht deines Trainers, und achte darauf, wo die Nocke zwischen den Fingern sitzt. Wenn du sie spürst, ohne dass sie klemmt, hast du die richtige Breite gefunden. Danach gehst du mit demselben Fingerbild an den echten Bogen und filmst 5 Schuss. Wiederhole den Check vor jedem Training; er dauert eine Minute und spart dir viele Korrekturen später.
Ein Sehnengriff, bei dem der Zeigefinger über dem Pfeil liegt und Mittel- und Ringfinger darunter. Er wird auch Split Finger genannt und ist bei Recurve-Bögen mit Visier verbreitet.
Beim Drei-unter-Griff liegen alle drei Finger unter dem Pfeil. Beim mediterranen Griff liegt der Zeigefinger darüber. Welche Form passt, hängt von Bogenart und Zielart ab; frag deinen Trainer.
Nicht automatisch. Bei Compound wird meist mit Release-Hilfe geschossen, beim Blankbogen sind andere Fingerformen verbreitet. Hier geht es um den Recurve mit Visier; frag deinen Trainer, was zu deiner Disziplin gehört.
Nicht zwingend, er kann aber helfen, den Abstand zwischen den Fingern konstant zu halten. Das Regelwerk erlaubt ihn [2].
Die Form lernst du in einer Einheit. Bis sie sich nicht mehr fremd anfühlt, dauert es erfahrungsgemäß einige Wochen. Eine Studie zeigte, dass bei ungewohnten Griffen die Genauigkeit mit Übung schnell stieg [1].
Vorspannen: Bogen heben mit sauberer Schulterlinie — [object Object]