Fingerplatzierung beim Bogenschießen: Drei Finger hakeln die Sehne im 2. und 3. Glied, Lastverteilung 40/50/10 nach DSB-Modell und typische Fehler.
Die ehrliche Antwort vorweg: Beim Hook liegt die Sehne bei drei Fingern zwischen dem 2. und 3. Fingerglied, und diese Position hältst du bis zum Lösen. So beschreibt es das Positionsphasenmodell des Deutschen Schützenbundes für Recurve [1]. Die Finger sind kein Haken zum Zerren, sondern ein Halter, den du im Moment des Lösens öffnest.
Warum zählt das? Die Sehne trägt im Vollauszug die ganze Last des Bogens auf drei Fingern. Je konstanter die Finger liegen, desto konstanter startet der Pfeil. Eine Laboranalyse der Fingerbewegung bei einem österreichischen Spitzenschützen zeigte: Der Mittelfinger variierte bei schlechten Schüssen stärker in seinen Gelenkwinkeln als bei guten [3]. Das ist eine Einzelfallstudie, aber sie deckt sich mit der Praxis: Ein wackeliger Hook macht ein wackeliges Lösen.
Wie schwer ist das? Die Fingerstellung lernst du in einer Stunde. Sie bleibt aber in Ordnung, wenn dein Griff beim Auszug stabil bleibt. Erfahrungsgemäß dauert es Wochen, bis dein Hook auch unter Ermüdung hält. Hab Geduld mit dir: Dein Körper muss lernen, dass die Finger halten und nicht ziehen.
Eine Einordnung vorab: Messungen an 15 Spitzenschützen zeigten, dass selbst erfahrene Schützen beim Lösen unterschiedliche Muster haben. Die Hälfte entspannte die Finger, die andere Hälfte streckte sie aktiv [5]. Es gibt also nicht den einen richtigen Fingermuskel-Trick. Entscheidend ist, dass dein Muster in jedem Schuss gleich ist.
Leg Zeige-, Mittel- und Ringfinger so an die Sehne, dass sie zwischen dem 2. und 3. Fingerglied liegt [1]. Das ist ungefähr das erste Gelenk hinter der Fingerkuppe, nicht die Spitze. Meilenstein: Dein Trainer sieht in jedem Schuss, dass die Sehne an derselben Stelle liegt.
Das DSB-Modell nennt eine Belastung von etwa 40 % auf dem Zeigefinger, 50 % auf dem Mittelfinger und 10 % auf dem Ringfinger [1]. Der Mittelfinger trägt also am meisten, der Ringfinger am wenigsten. Anker: Wenn ein Finger zu stark arbeitet, merkst du es als Brennen an der Fingerkuppe oder als Verkrampfen.
Der Daumen liegt im Handteller, der kleine Finger ist gewinkelt [1]. Beide stören die Sehne nicht. Sie verhindern, dass sich die Hand öffnet oder abspreizt.
Die Zughand steht senkrecht, gerade bis leicht überstreckt, etwa auf Bauchnabelhöhe [1]. Das bedeutet: Das Handgelenk knickt nicht ab.
Die Fingerposition bleibt, bis die Sehne durch die Finger gleitet [1]. Öffne die Finger nicht früher, und lass sie nicht nachgeben. Meilenstein: Bei 10 Schuss in Folge bleibt die Hand auf dem Video ruhig, bis der Pfeil weg ist.
Film nicht nur den Auszug, sondern die Zughand im Vollauszug in Zeitlupe von vorn. Siehst du, dass alle drei Finger gleichmäßig Last tragen und sich nichts verschiebt, kannst du dich auf den Rest konzentrieren. Siehst du, wie die Finger kurz vorm Lösen nachgeben, ist das dein erster Hebel. Mach dazu eine kurze Serie mit leichtem Zuggewicht und nur dieser einen Aufgabe: Finger setzen, halten, Video prüfen.
Zwischen dem 2. und 3. Fingerglied von Zeige-, Mittel- und Ringfinger [1]. Das ist das Gelenk hinter der Fingerkuppe. Die Position wird bis zum Lösen gehalten.
Nach dem DSB-Modell der Mittelfinger mit etwa 50 %, dann der Zeigefinger mit 40 % und der Ringfinger mit 10 % [1]. Das ist ein Lehrmodell, kein Messwert für jede Hand.
Das Modell beschreibt, dass die Sehne durch die sich entspannenden Finger gleitet [1]. Messungen an 15 Spitzenschützen zeigten zwei Muster: Bei 8 Schützen ließ die Aktivität der Beuger und Strecker nach, bei 7 stieg die Streckeraktivität vor dem Lösen an [5].
Mit einem Fingerschutz, passender Lastverteilung und einem Zuggewicht, das du kontrolliert hältst. Tab, Handschuh und Fingerspitzen sind erlaubt [2].
Mediterraner Griff (Split Finger): Der Standard beim Recurve mit Visier — [object Object]