Einnocken beim Bogenschießen: Pfeil auflegen, Leitfeder ausrichten, Nocke am Nockpunkt einrasten und die Kontrolle, bevor du auszuziehen beginnst.
Die ehrliche Antwort vorweg: Beim Einnocken legst du den Pfeil auf die Pfeilauflage und rastest die Nocke an immer derselben Stelle der Sehne ein, mit der Leitfeder in immer derselben Richtung. Jeder Pfeil muss gleich starten, sonst streut er schon vor dem Schuss.
Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber der erste Handgriff jedes Schusses. Du machst ihn Hunderte Male. Wer ihn nachlässig macht, schießt unruhige Pfeile und trainiert sich ungewollt Fehler an. Das Regelwerk verlangt deshalb, dass die Pfeile eines Schützen in Nocken, Befiederung und Bemalung übereinstimmen [1]. Übersetzt: Gleiche Pfeile, gleicher Start.
Wie schwer ist das? Das Prinzip begreifst du in einer Minute. Bis der Griff ohne Hinsehen sitzt, brauchst du erfahrungsgemäß einige Trainingseinheiten. Das hier ist Praxis-Standard aus der Vereinsarbeit; belastbare Studien zum Einnocken selbst gibt es kaum. Zahlen aus der Forschung zeigen aber, warum Sorgfalt am Pfeil zählt: Bei Krankenhausfällen in den USA ging ein Teil der Wunden auf Federn oder Leitflächen zurück, die sich in der Hand verfangen, auf das Fallen auf einen Pfeil oder auf brechende Schäfte [2].
Alle Angaben zum Ablauf sind Praxis-Standard.
Du stehst an der Schießlinie, den Bogen in der Hand, mit der Spitze in Richtung Scheibe. Der Pfeil kommt erst auf die Sehne, wenn du an der Schießlinie bist und das Feld frei ist. Das Regelwerk verlangt ausdrücklich: Der Schütze zieht den Bogen nur an der Schießlinie aus, und bei einem Probeauszug mit Pfeil prüft er vorher, dass das Feld vor und hinter der Scheibe frei ist [1].
Der Pfeil liegt mit dem Schaft auf der Pfeilauflage und am Griff an. Er zeigt in Zielrichtung. Die Leitfeder, also die Feder, die sich farblich von den anderen unterscheidet, zeigt bei den meisten Recurve-Aufbauten vom Bogen weg. Praxis: Frag deinen Trainer, wie es bei deinem Aufbau ist.
Schieb die Nocke vorsichtig auf die Sehne, genau an den Nockpunkt, und lass sie einrasten. Du hörst oder fühlst ein leichtes Klick. Die Nocke sitzt fest, aber nicht verkantet.
Schau kurz auf zwei Dinge: Liegt der Pfeil rechtwinklig zur Sehne (oder in der Höhe, die dein Trainer eingestellt hat)? Und sitzt die Nocke fest, ohne dass der Pfeil von selbst herunterfällt? Ein einfacher Praxis-Test: Halte den Bogen locker und kippe ihn leicht zur Seite. Der Pfeil soll liegen bleiben, ohne dass die Nocke klemmt. Fällt er sofort herunter, ist die Nocke zu locker; musst du Kraft aufwenden, ist sie zu eng. Meilenstein: 10 Pfeile hintereinander sitzen in genau derselben Position.
Jetzt legst du die Finger an die Sehne, siehe Guide „Fingerplatzierung". Erst danach beginnt der Auszug.
Mach das Einnocken zu einem stillen Ritual vor jedem Schuss: Auflegen, Klick, Blick auf die Leitfeder, dann erst Finger an die Sehne. Der feste Ablauf ist die erste Stufe deines Schussablaufs und hilft dir, vom Alltagsmodus in den Schussmodus zu kommen.
Bei den meisten Aufbauten mit Pfeilauflage zeigt die Leitfeder vom Bogen weg. Sie ist die Feder, die sich farblich unterscheidet. Frag deinen Trainer, was bei deinem Bogen gilt.
Sie rastet mit einem leichten Klick auf der Sehne ein und lässt den Pfeil nicht von selbst herunterfallen. Zieht sie sich beim Auszug nicht von der Sehne, passt der Sitz.
An den Nockpunkt, eine Markierung auf der Sehne, die die Höhe des Pfeils festlegt. Er wird meist so gesetzt, dass der Pfeil leicht oder rechtwinklig zur Sehne liegt. Lass ihn zu Beginn einstellen.
Erst an der Schießlinie, mit dem Bogen in Richtung Scheibe und freiem Feld vor und hinter der Scheibe [1]. Nie hinter der Linie, beim Gehen oder in Gedanken woanders.
Fingerplatzierung an der Sehne: Der Hook, der dein Lösen trägt — [object Object]