Bogenhand richtig: Handnetz im tiefsten Griffpunkt, Finger locker, Druck über den Daumenballen. So vermeidest du Verkrampfen und Streuung beim Lösen.
Die ehrliche Antwort vorweg: Deine Bogenhand soll den Bogen nicht festhalten, sie soll ihn nur stützen. Den Druck liefert der Zug der Sehne, nicht deine Faust [1]. Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber der Punkt, an dem viele Anfänger ihre Streuung selbst bauen: Wer festhält, lenkt den Bogen im Moment des Lösens seitlich ab.
Dafür gibt es Messdaten. In einer EMG-Studie (Muskelmessung über Elektroden auf der Haut) mit 10 Spitzen- und 10 Anfänger-Schützen war der Hauptunterschied am Bogenarm: Die Profis entspannen nicht nur die Fingerbeuger, sie aktivieren zusätzlich stärker den Fingerstrecker (M. extensor digitorum) [1]. Übersetzt: Die Hand wird eher offen als zur Faust. Die Autoren begründen das damit, dass so die Vorwärtsbewegung des Bogens nach dem Lösen nicht gestört wird [1].
Wie schwer ist das? Das Prinzip verstehst du in einer Einheit. Es dauert aber erfahrungsgemäß Wochen regelmäßiger Wiederholung, bis dein Körper nicht mehr von selbst zupackt. Die Studienlage kommt aus dem Recurve-Bereich; bei Compound und Blankbogen gilt das Prinzip als TRANSFER, nur die Griffform unterscheidet sich.
Das Handnetz, also die Haut zwischen Daumen und Zeigefinger, liegt im tiefsten Punkt des Griffs. Der Druckpunkt liegt laut DSB-Positionsmodell für Rechtshänder rechts von der Lebenslinie [2] — das ist die große Linie, die um deinen Daumenballen läuft. Linkshänder spiegeln das. Meilenstein: Du findest diese Position mit geschlossenen Augen, ohne hinzusehen, dreimal hintereinander.
Das Modell nennt für die Bogenhand einen Anstellwinkel von etwa 45° [2]. Anker dazu: Die Hand liegt weder flach noch senkrecht, sondern steht schräg, ungefähr auf halber Strecke dazwischen. Dadurch läuft der Druck durch den Daumenballen und nicht durch die Mitte der Handfläche.
Die Finger legen sich vorn an den Griff, ohne ihn zu umschließen. Der Zeigefinger hängt, er klammert nicht. Der Druck entsteht, weil die Sehne den Bogen in die Hand schiebt [1]. Teste es: Wenn du den Bogen nach dem Auszug kurz fallen lassen könntest und er nur vom Band gehalten würde, ist die Hand richtig.
Der Bogenarm ist gestreckt; das DSB-Modell nennt für Dreh- und Anstellwinkel des gestreckten Armes etwa 30° (die „Stützlinie“) [2]. Wie sich das an deinem Körper anfühlt, zeigt dir am besten dein Trainer. Wichtig: Das Handgelenk bleibt beweglich.
Beim Lösen soll die Hand nichts festhalten. Laut Modell bewegt sich die Bogenhand weiter in Zielrichtung und das Handgelenk klappt nach unten ab [2]. Dein Bogen kippt dabei nach vorn ins Band. Meilenstein: 10 Schüsse in Folge, bei denen der Bogen sauber nach vorn kippt und du ihn nicht auffängst.
Schieß einige Pfeile bewusst mit Bogenband und völlig offener Hand, also mit lose liegenden Fingern. Fällt der Bogen nach dem Lösen sauber nach vorn, hast du das Gefühl für „Stützen statt Greifen“. Kippt er zur Seite oder reißt es dir die Hand zusammen, klammerst du noch.
Das Handnetz liegt im tiefsten Punkt des Griffs, die Hand steht in einem Winkel von etwa 45° [2], die Finger liegen locker vorn am Griff. Der Druck kommt aus dem Zug der Sehne, nicht aus der Faust [1].
Greifen erzeugt nach Trainerlehre ein seitliches Drehmoment auf Bogen und Pfeil beim Lösen [1]. Elite-Schützen entspannen deshalb die Fingerbeuger und aktivieren die Streckmuskeln [1].
Nötig ist es nicht, hilft aber: Es fängt den Bogen und zeigt dir, ob du noch festhältst. Das ist eine verbreitete Praxis-Empfehlung, keine Studienaussage.
Die gelesenen Messdaten stammen aus dem Recurve-Bereich [1]. Das Prinzip „Stützen statt Greifen“ wird auf Compound und Blankbogen übertragen (TRANSFER), die Griffform ist dort aber eine andere.
Auszug (Draw): Aus dem Rücken ziehen statt aus dem Arm — [object Object]