Recurve oder Langbogen mit der Spannschnur bespannen: Ablauf, Prüfpunkte vor dem Spannen und die Fehler, die Wurfarme und Hände gefährden.
Die ehrliche Antwort vorweg: Einen Recurve- oder Langbogen bespannst du am sichersten mit einer Spannschnur, und zwar so, dass der Bogen die ganze Zeit von der Schnur getragen wird, nicht von deinem Bein oder deiner Hand. Das Spannen ist kein Schießen, aber hier passieren die Dinge, die dem Material am meisten schaden.
Wie gefährlich ist Bogenschießen überhaupt? Eine US-Auswertung von Krankenhausfällen über zehn Jahre kam auf 4,4 Verletzungen pro 10.000 Teilnehmer, also deutlich weniger als bei vielen Ballsportarten [1]. Bei deutschen und europäischen Spitzenschützen waren akute Verletzungen selten: fünf von sechs gemeldeten Fällen gingen auf Materialversagen zurück [2]. Übersetzt: Nicht der Pfeil ist das Hauptrisiko, sondern ein Bogen, den du nicht geprüft hast.
Wie schwer ist der Skill? Der Ablauf ist in einer Übungsstunde gelernt. Sicher wirst du erst, wenn du ihn ohne Hektik wiederholst. Wichtig: Der Guide erklärt das Prinzip, ersetzt aber keine Einweisung. Lass dir das Aufspannen einmal von einem Trainer oder Vereinskollegen am echten Bogen zeigen.
Alle Angaben zum Ablauf sind Praxis-Standard aus der Vereinsarbeit.
Bevor du irgendetwas spannst, schaust du dir Wurfarme und Sehne an. Sind Risse, Splitter, Delaminierungen oder aufgefaserte Sehnenfäden zu sehen? Dann wird nicht gespannt, sondern der Bogen zum Fachhändler gebracht. Beim Spannen stehen die Wurfarme unter deutlich mehr Last als im Alltag. Das passt zur Empfehlung, Ausrüstung vor und nach jedem Training zu kontrollieren [2]. Meilenstein: Du gehst die Checkliste dreimal hintereinander durch, ohne etwas zu überspringen.
Die Sehne liegt bereits mit der Schlaufe in der Nut des unteren Wurfarmendes. Zieh die große Tasche der Spannschnur über das untere Ende und schieb sie hinter die Schlaufe. Dann stell dich mit dem Bogen vor dich, Wurfarme weg vom Gesicht.
Lege die zweite Tasche über das obere Wurfarmende, hinter die obere Schlaufe. Die Sehne darf nirgends klemmen oder verdreht sein. Alle Teile der Spannschnur sitzen fest.
Stell dich mit beiden Füßen auf die Schnur, etwa schulterbreit. Fass den Bogen am Griff und zieh ihn gleichmäßig nach oben. Die Wurfarme biegen sich, die Spannschnur trägt die Last. Keine ruckartigen Bewegungen.
Wenn die Wurfarme genug gebogen sind, schiebst du die obere Schlaufe in die Nut des oberen Wurfarmendes. Dann senkst du den Bogen langsam ab, nimmst die Spannschnur ab und kontrollierst: Sitzen beide Schlaufen in beiden Nuten? Ist die Sehne mittig?
Das Abspannen läuft in umgekehrter Reihenfolge, wieder mit der Spannschnur. Meilenstein: Du spannst und entspannst den Bogen mehrmals hintereinander, ohne dass die Sehne verrutscht.
Mach das Spannen zu einer kleinen Routine mit Blick: Immer zuerst Bogen und Sehne prüfen, dann spannen, dann noch einmal beide Schlaufen kontrollieren. Weil dieselbe Reihenfolge jedes Mal gleich ist, fällt dir sofort auf, wenn sich etwas verändert hat, etwa ein dünnerer Sehnenfaden oder ein anderer Klang beim Anheben.
Es gibt Methoden ohne Spannschnur, etwa über das Bein. Für Einsteiger raten Vereine zur Spannschnur, weil sie die Last kontrolliert trägt und die Wurfarme gleichmäßig belastet. Frag deinen Trainer, was zu deinem Bogen passt.
Beide Schlaufen liegen in den Nuten der Wurfarmenden, die Sehne verläuft gerade und mittig, und nichts ist verdreht. Wenn du nicht sicher bist, spann den Bogen wieder ab und zeig ihn jemandem mit Erfahrung.
Vor und nach jedem Training, auch bei Wettkämpfen. Bei Spitzenschützen waren akute Verletzungen vor allem Folgen von Materialversagen, deshalb gilt die Kontrolle als wirksamste Vorbeugung [2].
Auswertungen von Krankenhausfällen zeigen eine niedrige Rate von 4,4 Verletzungen pro 10.000 Teilnehmer [1]. Die häufigsten Fälle sind Schnittwunden, vor allem beim Umgang mit Jagdpfeilen, dazu Prellungen durch die Sehne. Einweisung und Schutzkleidung machen fast alle akuten Verletzungen vermeidbar.
Einnocken: Pfeil auflegen und sauber auf die Sehne bringen — [object Object]