Riser, Limbs, Spine, Dry Fire und Co. einfach erklärt – das Bogenschießen-ABC für Einsteiger, damit du jeden unserer Guides von Anfang an verstehst.
Du liest "Riser", "Spine" oder "Dry Fire" und fühlst dich wie im falschen Film? Geht fast jedem Anfänger so — unsere Bogenschießen-Guides setzen die Begriffe voraus, weil sie sonst nie fertig würden. Hier bekommst du das komplette Bogenschießen-ABC: locker erklärt, mit Alltagsvergleichen, ohne Lexikon-Ton. Lies dir das einmal durch, dann verstehst du jeden anderen Bogenschießen-Guide auf Anhieb.
Recurvebogen: der klassische Dreiteiler aus Riser und zwei Wurfarmen, mit dem die meisten Einsteiger starten — auch die Bogenform, die bei Olympia geschossen wird. Der Name kommt von den nach vorne geschwungenen Wurfarmenden, die beim Lösen zusätzlichen Schub geben.
Riser (auch Mittelstück): das feste Herzstück des Bogens, an dem Griff, Visier und Pfeilauflage sitzen. Die Investition, die dich jahrelang begleitet, während du drumherum aufrüstest.
Limbs (auch Wurfarme): die beiden flexiblen Arme, die sich beim Auszug biegen und die Energie speichern, die den Pfeil später beschleunigt. Stell sie dir wie zwei gespannte Sprungfedern vor.
ILF-System: die genormte Steckverbindung zwischen Riser und Limbs. Dank ihr passen Wurfarme fast aller Hersteller auf fast jeden Riser — wie ein einheitlicher Anschluss für Bögen.
Sehne: die Schnur, die beide Wurfarmenden verbindet und den Pfeil beschleunigt. Dein direkter Kontakt zur gespeicherten Energie des Bogens.
Nockpunkt: die markierte Stelle auf der Sehne, an der der Pfeil eingehängt wird, damit er bei jedem Schuss exakt gleich sitzt. Ohne festen Nockpunkt würde jeder Schuss woanders starten.
Zuggewicht: die Kraft in Pfund, die du aufbringen musst, um den Bogen bis zum Vollauszug zu ziehen. Als Anfänger gilt: lieber leichter wählen, damit die Technik sauber bleibt statt die Schulter hochzureißen.
Auszugslänge: die Strecke, die du die Sehne bis zu deinem Anker ziehst, gemessen in Zoll. Sie hängt von deiner Armspannweite ab und bestimmt, welche Bogenlänge und welcher Pfeil zu dir passen.
Spine: der Steifigkeitswert eines Pfeils — je kleiner die Zahl, desto steifer der Schaft. Der passende Spine ergibt sich aus Zuggewicht und Auszugslänge; zu weich, und der Pfeil "peitscht" beim Schuss unkontrolliert.
Pfeilauflage und Button (auch Plunger): die kleine Ablage, auf der der Pfeil beim Auszug liegt, plus der gefederte Stift dahinter, der seitliche Bewegungen abfedert. Zusammen sorgen sie dafür, dass der Pfeil sauber vom Bogen abfliegt.
Visier: die kleine, verstellbare Zielhilfe am Riser, mit der du für jede Distanz eine eigene Einstellung markierst. Ohne Visier zielst du instinktiv, mit Visier hast du einen festen Referenzpunkt.
Stabilisator: die Stange, die nach vorne aus dem Riser ragt. Sie dämpft die Vibration beim Schuss und hält den Bogen ruhiger im Zielbild, ähnlich wie ein Gegengewicht an einem Kran.
Fingertab (auch Schießhandschuh): die kleine Lederplatte, die du über die drei Zugfinger ziehst, damit die Sehne nicht in die Haut schneidet. Die Finger sind mit großem Abstand die häufigste Verletzungsstelle beim Bogenschießen — der Tab ist keine Kür, sondern Pflicht.
Armschutz (auch Unterarmschutz): die Manschette am Bogenarm, die dich vor dem schmerzhaften Sehnenschlag schützt, falls die Sehne beim Lösen den Unterarm streift.
Brustschutz: eine leichte Schutzweste, die lose Kleidung oder Haare aus der Sehnenbahn hält, damit nichts den Schuss stört oder dich trifft.
Köcher: der Behälter für deine Pfeile, den du am Gürtel, Rücken oder Boden trägst, je nach Disziplin.
Bogenspanner (auch Spannschnur): ein Hilfsmittel, mit dem du den Recurvebogen sicher aufspannst, statt ihn übers Bein zu biegen. Letzteres verzieht die Wurfarme und ist einer der häufigsten Fehler beim Aufbau.
Zielauge (auch dominantes Auge): das Auge, das dein Gehirn tatsächlich fürs Zielen nutzt, unabhängig von deiner Schreibhand. Ein simpler Handdreieck-Test verrät es dir in einer Minute und entscheidet, ob du einen Rechts- oder Linkshandbogen brauchst.
Stand: deine Fußstellung an der Schießlinie. Der offene Stand, Zehen leicht zur Scheibe gedreht, ist für Einsteiger am gutmütigsten, weil er kleine Fehler verzeiht.
Vollauszug: der Punkt, an dem die Sehne komplett bis zu deinem Anker gezogen ist und der Bogen sein volles Zuggewicht entfaltet. Von hier aus beginnt die eigentliche Zielphase.
Anker (auch ankern): der feste Punkt, an dem deine Zughand bei jedem Schuss dein Gesicht berührt, meist Mundwinkel oder Kinn. Ein wandernder Anker ist die häufigste Ursache für streuende Schüsse.
Nachhalten (auch Follow-through): die Phase nach dem Lösen, in der du bewusst in Position bleibst, statt sofort den Arm fallen zu lassen. Klingt nach Nebensache, ist aber ein direkter Genauigkeits-Hebel.
Bogenarm und Zugarm: der Bogenarm hält den Bogen, der Zugarm zieht die Sehne. Beide haben unterschiedliche Jobs — halten statt drücken, ziehen mit dem Rücken statt mit dem Bizeps.
Blankschießen: Üben ganz ohne Zielen, meist auf sehr kurze Distanz in einen sicheren Fang. So lernst du erst den sauberen Bewegungsablauf, bevor der Ehrgeiz dich zum Zielen verführt.
Gruppierung: wie eng deine Pfeile auf der Scheibe zusammenliegen, unabhängig davon, ob sie in der Mitte landen. Eine enge Gruppierung zeigt dir, dass dein Ablauf konstant ist — die Mitte zu treffen ist danach nur noch eine Frage der Einstellung.
Dry Fire (auch Trockenschuss): die gespannte Sehne ohne eingelegten Pfeil loslassen. Ohne Pfeil kann der Bogen die aufgebaute Energie nicht abgeben — sie schlägt zurück in Wurfarme und Sehne und kann den Bogen zerstören und dich verletzen.
Schießlinie: die Markierung, ab der geschossen wird. Der Bereich davor wird erst betreten, wenn wirklich alle abgelegt haben und alle Bescheid wissen — eine der wichtigsten Regeln überhaupt.
Sortiere die Begriffe nicht alphabetisch, sondern entlang der Reihenfolge, in der du sie tatsächlich brauchst. Ausrüstung: von der Sehne über Riser und Limbs bis zu Visier und Stabilisator, wie du deinen Bogen von innen nach außen aufbaust. Technik: Stand, Vollauszug, Anker, Lösen, Nachhalten — genau der Ablauf eines einzigen Schusses. Wer sich Wörter an echten Positionen aufhängt, hat sie nach der ersten Trainingseinheit sitzen.
Der Anker ist der feste Punkt, an dem deine Zughand bei jedem Schuss dein Gesicht berührt, meist Mundwinkel oder Kinn. Er gibt jedem Schuss denselben Startpunkt und ist damit die Grundlage für Wiederholbarkeit. Ein wandernder Anker ist eine der häufigsten Ursachen für streuende Treffer.
Dry Fire, auf Deutsch auch Trockenschuss, heißt: die gespannte Sehne ohne eingelegten Pfeil lösen. Ohne Pfeil kann der Bogen die aufgebaute Energie nicht abgeben, sie schlägt in Wurfarme und Sehne zurück und kann den Bogen zerstören und dich verletzen. Deshalb gilt: nie ohne Pfeil auslösen, auch nicht "nur kurz zum Testen".
Der Riser ist das feste Mittelstück, an dem Griff, Visier und Pfeilauflage sitzen — die Investition, die dich jahrelang begleitet. Die Limbs sind die beiden flexiblen Wurfarme, die sich beim Auszug biegen und die Energie für den Schuss speichern. Über das ILF-System lassen sich beide Teile unabhängig voneinander tauschen.
Spine beschreibt, wie stark sich ein Pfeil beim Schuss durchbiegt — je kleiner die Zahl, desto steifer der Schaft. Welcher Spine passt, richtet sich nach deinem Zuggewicht in Kombination mit deiner Auszugslänge. Ein falscher Spine ruiniert jede Gruppierung und kann beim Lösen sogar gefährlich werden.
Strecke beide Arme aus und forme mit den Händen ein kleines Dreieck. Visiere durch die Öffnung mit beiden offenen Augen einen festen Punkt an und schließe dann abwechselnd ein Auge. Bleibt der Punkt im Dreieck, ist das offene Auge dein Zielauge — es entscheidet, ob du einen Rechts- oder Linkshandbogen brauchst, unabhängig von deiner Schreibhand.