Werferschulter

Das Überlastungsmuster der Wurfschulter: Tausende Würfe machen die Innenrotatoren stark und lassen die Außenrotatoren zum schwächsten Glied werden.

Worauf es ankommt

Schulterprobleme sind im Handball kein Pech, sondern die Regel: Über eine Saison betrifft es je nach Erhebung 17 bis 41 Prozent der Spielerinnen und Spieler. Der Mechanismus ist simpel — jeder Wurf trainiert die Innenrotation, fast nichts im Spiel trainiert die Gegenrichtung. Am besten belegt als Risikofaktor ist genau das: Schwäche der Außenrotatoren, bei Frauen zusätzlich erhöht. Der typische Fehler ist, erst zu reagieren, wenn es zieht. Ein Theraband und zehn bis fünfzehn Minuten pro Einheit, zwei- bis dreimal die Woche, sind der ganze Aufwand. Der unterschätzte zweite Hebel ist Ermüdung: Sie senkt das Wurftempo und lässt den Ellbogen unbemerkt absinken — weniger Präzision bei mehr Stress auf der Schulter. Wurfintensive Blöcke gehören deshalb an den Anfang einer Einheit, nicht ans Ende.