Upwind 360 beim Windsurfen: Ein voller Kreis durch den Wind

Upwind 360 Schritt für Schritt: Segel überziehen, Rigg in den Wind schieben, Backwind kontrollieren und den Kreis luvwärts schließen – Leichtwind-Freestyle.

Sportart: Windsurfen · Level: Fortgeschritten

Einleitung

Was ist ein Upwind 360? Ein voller 360-Grad-Kreis, den du luvwärts durch den Wind fährst: Brett und Segel drehen sich einmal um die eigene Achse, du fährst am Ende in die Ausgangsrichtung weiter. Das Segel wird dabei nicht geschiftet, sondern gegen den Wind gedrückt, also Backwind [2].

Die ehrliche Antwort zur Schwierigkeit: Die Richtung ist einfach, das Gefühl ungewohnt. Dailydose nennt den Move einen Leichtwind-Freestyle-Einstieg und bewertet ihn mit Level 3 von 6 [2]. Royn Bartholdi, Freestyle-Coach, beschreibt trotzdem: Der Körper fühlt sich anfangs seltsam an, weil du weit über dem Bug stehst [1]. Und Backwind ist die Hürde: Wer dagegen drückt, wird vom Segel zurückgeschlagen [3].

Wenn du den Heli Tack sicher kannst, fehlt dir nur noch das zweite Drittel des Kreises.

Wo der Skill in deiner Lernkette sitzt: Der Upwind 360 ist die doppelte Heli-Tack-Bewegung: Du drehst nicht nur durch den Wind, sondern machst den ganzen Kreis. Er ist deshalb ein hervorragender Test für dein Backwind-Gefühl und baut auf Heli Tack, Sail 360 und Clew-First-Fahren auf. Wer ihn beherrscht, hat die Grundlagen für fast alle Moves, bei denen das Segel gegen den Wind gehalten wird.

Er ist außerdem ein Move, der sich im Leichtwind bewährt: Wenn wenig Wind ist, kannst du dir Zeit lassen, jede Phase des Kreises bewusst zu fahren. Und du lernst, wie viel Kraft im Backwind-Segel steckt, ohne dass es dich gleich aus dem Gleichgewicht wirft.

Was du brauchst

Schritt für Schritt

Teile den Kreis in drei Viertel-Phasen: Anluven und Überziehen, Backwind steuern, Durchdrehen und Aufrichten. Übe zuerst die ersten beiden Phasen ohne den Kreis zu schließen. Wenn das Segel offen und das Brett im Wind steht, stoppst du und fährst zurück. Das schult Vertrauen ins Backwind-Segel, ohne dass du gleich im Wasser landest. Erst danach schließt du den Kreis. Fahre ihn zunächst auf deiner starken Seite und wechsle dann.

1. Raum prüfen, Speed aufbauen

Fahr leicht abgefallen (weicher Halbwind), um viel Fahrt zu holen [1]. Prüfe nach Luv: Du fährst weiter nach Luv, als du denkst, und niemand soll als Halser in dich hinein rasen [1].

Meilenstein: Du fährst 20 Sekunden ruhig Halbwind, bereit, in den Kreis zu starten.

2. Segel überziehen

Überziehe das Segel, also schieb das Rigg Richtung Heck, sodass die Lücke zwischen Heck und Schothorn kleiner wird, und zieh weiter mit der Schothornhand. Den vorderen Arm hältst du gestreckt vor der Brust, der Blick geht nach vorn in den Wind. Das Brett luvt an [1].

3. Rigg nach vorn in den Wind

Das Brett wird langsamer und stallt. Jetzt schiebst du das Rigg nach vorn, den Mast Richtung Wind, indem du mit der Schothornhand hebst und den vorderen Arm streckst („Bogen und Pfeil"). Die Brettspitze zeigt in den Wind [1].

4. Backwind steuern

Halte den Körper über der Mittellinie, strecke den vorderen Arm und lehn dich kontrolliert nach vorn. Das fühlt sich anfangs unnatürlich an [1]. Die Brettspitze schwingt auf die neue Seite, weil der Segeldruck vor dem Mastfuß sitzt [1]. Jetzt steuert die Schothornhand die Kraft: wegdrücken oder zum Körper ziehen (eher Zusammenfalten, weil du im Backwind bist) [1]. Wie in allen Backwind-Phasen gilt: Nicht gegendrücken, das Segel offen halten und nach hinten Richtung Heck führen [3].

Aha-Satz: Das Heck ist dein Drehpunkt, visualisiere es als Pivot [1].

5. Kreis schließen

Während das Brett weiter schwingt, verlagerst du dein Gewicht langsam nach hinten, damit du das Gleichgewicht bei sich ändernden Kräften hältst. Dann schiebst du das Schothorn durch den Wind, ziehst mit dem vorderen Arm etwas, damit der Mast senkrecht wird, und das Segel baut mit dem Rücken zum Wind wieder Druck auf [1]. Trimmen, wegfahren.

Meilenstein: Ein sauberer Kreis, danach zwei in Folge, jeweils auf beiden Seiten.

Häufige Fehler

Sicherheitshinweise

Pro-Tipp

Probier den Move als Mini-Version im Dümpeln auf einem Longboard: Dort zeigt sich, ob du das Segel im Backwind wirklich offen hältst. Royn nennt Backwind-Segeln als Fundament dieses Moves [1]; je sicherer du es beherrschst, desto weniger kämpfst du im Kreis.

FAQ

Was ist ein Upwind 360?

Ein 360-Grad-Kreis in Windrichtung (luvwärts): Brett und Segel drehen sich, das Segel wird nicht geschiftet, sondern gegen den Wind gedrückt [2].

Ist der Upwind 360 schwer?

Dailydose stuft ihn auf Level 3 von 6 ein und nennt ihn einen guten Leichtwind-Move, um Freestyle-Basistechnik zu lernen [2].

Welche Vorübungen brauche ich?

Backwind-Segeln und den Heli Tack. Beides trainiert das Gefühl für das Segel gegen den Wind [1].

Welches Brett eignet sich?

Ein größeres Brett, bis du die Mechanik verstanden hast [1].

Schritt für Schritt

  1. Raum prüfen, Speed aufbauen: Auf weichem Halbwind anfahren; nach Luv freie Bahn kontrollieren.
  2. Segel überziehen und anluven: Rigg Richtung Heck, Schothornhand schließt, vorderen Arm gestreckt vor der Brust.
  3. Rigg nach vorn in den Wind: Wenn das Brett stallt, Mast mit Schothornhand nach vorn in den Wind heben und vorderen Arm strecken.
  4. Backwind steuern: Schothorn wegdrücken oder zum Körper ziehen, Gewicht langsam nach hinten verlagern.
  5. Kreis schließen: Schothorn durch den Wind schieben, Mast aufrichten, Rücken zum Wind, anfahren.

Key Takeaways

Nächster Guide

Duck Tack beim Windsurfen: Wende mit dem Segel unterduckt — [object Object]

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