Sail 360 Schritt für Schritt: auf Vorwind-Kurs das Rigg loslassen, Schothorn voraus greifen und das Segel einmal um den Mastfuß drehen – bei Leichtwind.
Was ist ein Sail 360? Ein Leichtwind-Freestyle-Move, bei dem nur das Segel einmal komplett um den Mastfuß rotiert, während Board und Fahrer in Position bleiben [1]. Du lässt das Rigg los, greifst es Schothorn voraus wieder und gibst ihm einen zweiten Dreh, bis es wieder normal steht.
Die ehrliche Antwort zur Schwierigkeit: Es sieht nach Zirkus aus, ist aber vor allem Handarbeit. Das Segel macht die Rotation, du musst nur zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle greifen. Der Skill-Katalog führt ihn als Anfänger-Move; ehrlicher ist eine Stufe höher, weil du vorher Clew-First fahren und das Segel offen halten können musst.
Danach hast du das Handwerkszeug für Sail-Body-360, Duck Jibe und alles, was später mit Segelwechsel zu tun hat.
Wo der Skill in deiner Lernkette sitzt: Der Sail 360 ist der erste Freestyle-Trick vieler Windsurfer, weil er ohne Gleiten, ohne Kraft und ohne Wellen funktioniert. Er verbindet drei Dinge, die du später ständig brauchst: das Segel loslassen, die Gegenseite greifen und Clew-First balancieren. Danach gehst du Schritt für Schritt weiter: erst der Sail-Body-360, in dem du dich selbst mitdrehst, dann Moves wie Heli Tack und Upwind 360.
Wichtig ist die Reihenfolge der Hände. Du übst sie am besten zuerst an Land oder im Dümpeln, dann bei kleinem Zug, erst zuletzt mit Fahrt. Der Trick ist weniger spektakulär als er wirkt, aber er schult genau die Hände, die später bei jedem Segelwechsel entscheiden.
Auch das ist ehrlich zu sagen: Das Segel macht die Rotation, nicht du. Wenn es Kraft braucht, machst du etwas falsch.
Übe in Etappen, nicht am Stück. Erst die Handfolge an Land (Rigg aufstellen, loslassen, Gegenseite greifen), dann im Dümpeln ohne Fahrt, dann mit wenig Zug bei Vorwind. Zähle die Reihenfolge der Hände laut mit. Bleib am Anfang in Ufernähe und übe bei ruhigem Wasser, damit du das Rigg ohne Hektik wieder aufrichten kannst. Auf beiden Seiten üben ist Pflicht, weil sonst die starke Seite die schwache verdeckt.
Fotografiere oder filme deine Versuche, wenn du kannst: Handwechsel erkennt man im Video sofort, im Moment selbst selten. Dein Ziel ist nicht der erste Erfolg, sondern drei gleichmäßige Wiederholungen hintereinander.
Schau nach Lee und zur Seite. Dann Straps verlassen, unhooken und Richtung Vorwind abfallen [1]. Auf Vorwind ist der Segeldruck gering und das Segel lässt sich leicht bewegen.
Meilenstein: Du fährst 15 Sekunden ruhig auf Vorwind ohne Eindrehen.
Hintere Hand weit nach hinten am Gabelbaum, Mast nach vorn schieben, vorderen Arm strecken. Dann loslassen: Der Mast schwingt von dir weg [1]. Greife sofort den hinteren Teil des Gabelbaums. Deine Arme kreuzen sich dabei.
Das Segel dreht. Greife schnell die andere Seite des Gabelbaums so weit oben wie möglich, danach die zweite Hand. Du fährst jetzt Schothorn voraus [1].
Merksatz: Greif zuerst weit oben am Gabelbaum, dann erst die zweite Hand.
Zieh den Mast zum Körper und lass die Schothornhand los. Das Segel rotiert erneut, Arme kreuzen, die andere Seite des Gabelbaums greifen [1]. Halte das Rigg dabei offen und nahe am Körper, nicht gegendrücken. Gegendrücken ist der Klassiker in der Backfahrt [2].
Beide Hände an den Gabelbaum, trimmen, wieder auf Halbwind anluven und wegfahren.
Meilenstein: Drei Sail 360 hintereinander, ohne dass das Segel ins Wasser fällt.
Mach den Sail 360 zuerst auf der Stelle im Dümpeln: Kein Speed, kein Zug, nur die Handfolge. Dann erst aus der Fahrt. Wenn die Hände die Reihenfolge kennen, macht das Segel den Rest.
Beim Sail 360 rotiert nur das Segel um den Mastfuß, Fahrer und Brett bleiben. Beim Sail-Body-360 drehen sich Fahrer und Segel gemeinsam um den Mastfuß [1].
In Leichtwind, etwa 5 bis 12 Knoten, auf einem großen Brett mit glattem Wasser [3].
Nein. Du steigst aus den Schlaufen aus und fährst die Bewegung ohne Straps und unhooked [1].
Greife nach dem Loslassen sofort die Gegenseite des Gabelbaums so weit oben wie möglich [1]. Meist liegt es erfahrungsgemäß am zu späten Greifen.
Sail-Body-360 beim Windsurfen: Mit dem Segel um den Mastfuß drehen — [object Object]