Rigg, Gabelbaum, Halse, Luv? Das Windsurf-ABC erklärt dir locker jeden Fachbegriff aus unseren Windsurf-Guides – verständlich, bevor du ihn brauchst.
## Einleitung Rigg, Gabelbaum, Halse, Luv - und du verstehst nur Bahnhof? Genau dafür ist diese Seite da. Windsurfen hat seine eigene Sprache, und die Guides in unserer Academy setzen sie voraus, damit sie nicht ewig lang werden. Dieses Windsurf-ABC übersetzt dir jeden Fachbegriff, dem du begegnest - mit Alltagsvergleichen statt Lexikon-Sätzen. Lies es einmal durch, bevor du mit den anderen Guides startest, und alles ergibt sofort Sinn.
Board/Brett - das Brett, auf dem du stehst und balancierst. Für Einsteiger zählt vor allem das Volumen in Litern: Ein Board mit 150 bis 200 Litern trägt dich stabil, so wie ein breites Floß leichter Halt gibt als ein schmales Surfbrett. Mehr Liter heißt mehr Auftrieb - und mehr Geduld beim Wackeln.
Rigg - der komplette Segel-Aufbau: Mast, Segel und Gabelbaum zusammen als eine Einheit. Wenn ein Guide "das Rigg neigen" sagt, ist nicht nur das Segel gemeint, sondern das ganze Paket, das am Mastfuß hängt.
Mast - der lange, meist biegsame Stab, der das Segel aufspannt. Ohne Mast ist dein Segel nur ein Stück Stoff im Wind.
Mastfuß - das bewegliche Gelenk, das den Mast mit dem Board verbindet. Genau diese Beweglichkeit ist der Windsurf-Trick: Du lenkst, indem du das ganze Rigg über den Mastfuß neigst - nicht mit einem Ruder wie beim Segelboot.
Gabelbaum - der ovale Bügel, den du mit beiden Händen umfasst, um das Segel zu halten und zu trimmen. Stell ihn dir wie den Lenker deines Segels vor: Über ihn steuerst du Druck und Winkel.
Segel - die Stofffläche, die den Wind einfängt und dich antreibt. Zum Lernen nimmst du ein kleines, leichtes Segel (5 bis 6,5 Quadratmeter für Erwachsene) - leicht zum Aufholen, leicht zu kontrollieren.
Schot/Schothorn - die hintere untere Ecke des Segels, an der die Ausholleine befestigt wird, um den Stoff straff auf den Gabelbaum zu spannen. Ohne straffes Schothorn schlägt das Segel nur schlapp im Wind.
Finne - die kleine Flosse unter dem Heck des Boards. Sie hält die Spur, ähnlich wie das Ruder eines Bootes den Kurs stabilisiert, und verhindert, dass du seitlich wegrutschst.
Fußschlaufen - Gurte auf dem Board, in die du beim schnellen Gleiten später die Füße steckst, für sicheren Halt bei Tempo. Als Anfänger brauchst du sie noch nicht - die kommen erst, wenn du längst stehst und fährst.
Trapez + Trapeztampen - das Trapez ist ein Hüftgurt für Fortgeschrittene. Über kurze Leinen am Gabelbaum, die Trapeztampen, hakst du dich ein und hängst dein Körpergewicht ins Segel, statt es mit den Armen zu halten - pure Erholung für die Unterarme.
Schwert - eine ausklappbare Finne in der Mitte von Einsteigerboards. Sie bremst das seitliche Abdriften und hilft dir, "Höhe zu laufen" (dazu gleich mehr) - ohne Schwert treibst du als Anfänger unweigerlich zur Seite ab.
Aufschotten/Schotstart - das Hochziehen des Segels aus dem Wasser per Aufholleine, bevor du überhaupt losfährst. Der klassische, kraftsparende Start: Du ziehst mit geradem Rücken und Körpergewicht, nicht mit den Armen.
Wasserstart - eine Fortgeschrittenen-Technik: Du liegst mit dem Segel im Wasser, und der Wind zieht dich direkt aufs Board, ganz ohne Aufholleine. Wirkt wie Magie, ist aber reine Übungssache.
Halse - ein Richtungswechsel, bei dem du mit dem Heck durch den Wind drehst. Meist bei mehr Fahrt gefahren, fühlt sie sich anfangs hektischer an als die Wende.
Powerhalse - die sportliche, schnelle Variante der Halse: mit Fußschlaufen und Trapez, bei ordentlich Tempo durchgezogen. Das Ziel, auf das viele Fortgeschrittene hintrainieren.
Wende - der andere Richtungswechsel: Du drehst mit dem Bug durch den Wind. Meist die leichtere, langsamere Variante - dein erstes Manöver als Einsteiger.
Anluven - das Board dreht näher zum Wind. Du erreichst das, indem du das Rigg leicht nach hinten neigst.
Abfallen - das Gegenteil von Anluven: Das Board dreht vom Wind weg, weil du das Rigg nach vorne neigst.
Gleiten - der Moment, in dem dein Board aus dem Wasser "aufsteigt" und nur noch über die Oberfläche gleitet, statt sich durchs Wasser zu schieben. Spürbar schneller, spürbar leichter - das Gefühl, für das viele überhaupt anfangen.
Luv/Lee - Luv ist die Seite, von der der Wind kommt; Lee die Seite, zu der er weht. Merkhilfe: Luv heißt Nase in den Wind, Lee heißt Wind im Rücken.
Am Wind / Halbwind / Raumwind / Vor dem Wind - die vier Grundkurse zum Wind. Am Wind: so dicht wie möglich gegen den Wind. Halbwind: Wind von der Seite. Raumwind: Wind schräg von hinten. Vor dem Wind: Wind direkt im Rücken. Je weiter du vom Wind wegdrehst, desto entspannter, aber am Anfang meist auch langsamer wird's.
Höhe laufen - Strecke gegen den Wind gewinnen, meist im Zickzack "am Wind" gefahren. Das brauchst du, um nach einer Session zum Startpunkt zurückzukommen, statt weit weg anzulanden.
Böe - ein plötzlicher, kurzer Windstoß, stärker als der Grundwind. Erwischt sie dich unvorbereitet, kippt sie dich leicht aus dem Gleichgewicht - deshalb üben Einsteiger bei möglichst gleichmäßigem Wind.
On-/Offshore-Wind - Onshore (auflandig) weht vom Wasser zum Land und treibt dich im Zweifel sicher zurück ans Ufer. Offshore (ablandig) weht vom Land aufs Wasser und treibt dich unbemerkt hinaus - für Anfänger absolutes Tabu.
## Pro-Tipp Merk dir die Begriffe nicht auswendig, sondern räumlich: Steh gedanklich auf deinem Board und geh von unten nach oben durch - Finne, Schwert, Mastfuß, Mast, Gabelbaum, Schothorn. Dann von der Mitte nach außen - Luv auf der einen, Lee auf der anderen Seite. Wer sich die Wörter an echten Positionen "aufhängt", statt sie stur zu pauken, hat sie nach der ersten Wasser-Session sitzen.
### Was ist ein Rigg beim Windsurfen? Das Rigg ist der komplette Segel-Aufbau: Mast, Segel und Gabelbaum als eine Einheit, verbunden über den beweglichen Mastfuß mit dem Board. Steuern funktioniert beim Windsurfen genau darüber - du neigst das ganze Rigg nach vorne oder hinten, statt mit einem Ruder zu lenken. Das unterscheidet Windsurfen von fast jeder anderen Boardsportart.
### Was ist der Unterschied zwischen Halse und Wende? Beide sind Richtungswechsel, drehen aber unterschiedlich herum durch den Wind. Bei der Wende drehst du mit dem Bug durch den Wind - langsamer, einfacher, dein erstes Manöver. Bei der Halse drehst du mit dem Heck durch den Wind - meist bei mehr Fahrt gefahren und anfangs hektischer. Die Powerhalse ist die schnelle, sportliche Steigerung davon.
### Was bedeutet Höhe laufen beim Windsurfen? Höhe laufen heißt, Strecke gegen den Wind zu gewinnen - du fährst "am Wind", also im spitzen Winkel gegen die Windrichtung, meist im Zickzack. Das Schwert hilft dabei, weil es seitliches Abdriften verhindert. Ohne Höhe zu laufen, treibst du immer weiter von deinem Startpunkt weg und kommst nicht mehr zurück.
### Was ist der Unterschied zwischen Luv und Lee? Luv ist die Seite, von der der Wind kommt, Lee die Seite, zu der er weht. Merkhilfe: Deine Nase zeigt bei "Luv" praktisch in den Wind, bei "Lee" hast du ihn im Rücken. Diese zwei Wörter tauchen in fast jeder Manöver-Erklärung auf, deshalb lohnt sich das Einprägen ganz am Anfang.
### Warum ist ablandiger Wind beim Windsurfen so gefährlich? Ablandiger Wind (Offshore) weht vom Land aufs offene Wasser hinaus. Verlierst du als Anfänger die Kontrolle, treibt er dich unbemerkt immer weiter von der Küste weg, statt dich zurückzuschieben. Auflandiger Wind (Onshore) macht genau das Gegenteil und schiebt dich im Ernstfall sicher zurück ans Ufer. Deshalb gilt: Als Einsteiger nie bei ablandigem Wind aufs Wasser.