Rutschst du auf einem Altschneefeld, zählt jede Sekunde: Bauchlage, Liegestütz, Schuhspitzen und Hände in den Schnee. So übst du das Bremsen sicher.
Was machst du, wenn du auf einem Schneefeld ins Rutschen kommst und keinen Pickel dabeihast? Die ehrliche Antwort des Alpenvereins: Sofort auf den Bauch drehen, in die Liegestützstellung gehen, Arme und Beine leicht spreizen, die Schuhspitzen in den Schnee stemmen und dich gleichzeitig mit den Händen festkrallen [1]. Je höher die Geschwindigkeit, desto schwerer wird es, die Rutschfahrt zu stoppen [1]. Deshalb zählt jede Sekunde.
Warum das so ernst ist, sagt der Alpenverein auch: Viele überschätzen die Reibung auf hartem Firn und unterschätzen die Beschleunigung. Schon bei mäßiger Hangsteilheit erreichst du nach 5 bis 10 Metern Rutschstrecke eine Geschwindigkeit, die nicht mehr kontrolliert werden kann, und auf einem 40 Grad steilen Firnhang beinahe freie Fallgeschwindigkeit [1]. Auch Hänge mit 30 Grad bergen ein Risiko, das den wenigsten bewusst ist [1]. Zum Vergleich: 40 Grad entsprechen rund 84 % Steigung, steiler als die meisten schwarzen Pisten. Bei 77 tödlichen Wanderunfällen im Kanton Bern waren alle Folge eines Sturzes [3].
Wichtig und ehrlich: Eine Studie, die zeigt, wie zuverlässig das Bremsen ohne Pickel funktioniert, habe ich nicht gefunden. Die Technik stammt aus Empfehlungen des Alpenvereins. Verhindern ist besser als stoppen. Plane Zeit zum Üben in sicherem Gelände ein. Ein Kurs mit Bergführer ist die sicherste Abkürzung.
Das beste Bremsen ist das, das du nie brauchst. Quere nur, wenn mindestens die oberen 10 cm der Schneedecke aufgeweicht sind, sodass du Tritte setzen kannst [1]. Stehe aufrecht, Hüfte leicht nach innen geknickt, Körperschwerpunkt über dem talseitigen Schuh, Arme etwas abgespreizt oder Stöcke benutzen [1]. Trete sichelförmige Stufen leicht in den Hang [2].
Meilenstein: Du erkennst, wann ein Schneefeld zu hart oder zu steil ist, und kehrst um.
Wenn du rutschst: sofort auf den Bauch drehen, nicht erst überlegen. Wenn du auf dem Rücken oder seitlich rutschst, drehst du dich zum Hang hin. (Das Hin-Drehen ist Praxis, das Drehen auf den Bauch ist Empfehlung des Alpenvereins [1].)
Meilenstein: Du drehst dich im Übungshang in unter 2 Sekunden auf den Bauch.
Arme und Beine leicht gespreizt, Körper gestreckt, Schuhspitzen in den Schnee gestemmt, Hände flach und fest eingekrallt [1]. Gewicht auf die Hände und Zehen, Becken nicht ablegen (Praxis).
Meilenstein: Du kommst im Übungshang aus der Rutschfahrt in der Liegestützstellung zum Stehen.
Wenn die Geschwindigkeit sinkt, drücke weiter, bis du still liegst. Liege kurz ruhig, bevor du dich bewegst, und prüfe, ob du verletzt bist.
Meilenstein: Du bleibst nach dem Stopp 5 Sekunden still liegen, atmest und prüfst deine Lage.
Übe das Bremsen auf einem sanften Schneefeld mit sicherem, steinfreiem Auslauf, am besten in einem Kurs oder mit erfahrener Begleitung, mit Handschuhen und Jacke. Schon nach drei Durchgängen spürst du, wie sich der Körper beim Drehen anfühlt. Übe es auch mit Kindern, wenn sie dabei sind, aber nur mit sanfter Neigung und ohne Steine [1].
Auf den Bauch drehen, Liegestützposition, Arme und Beine leicht spreizen, Schuhspitzen in den Schnee stemmen und mit den Händen festkrallen [1]. Je schneller du bist, desto schwerer wird es, also sofort handeln.
Schon 30 Grad bergen ein Risiko, bei 40 Grad erreichst du nach einem Rutsch beinahe freie Fallgeschwindigkeit [1]. Bei hartem Firn kannst du schon nach 5 bis 10 Metern Rutschstrecke nicht mehr kontrollieren [1].
Beim Gleichgewicht ja, beim Stoppen eines Sturzes nein [2]. Snowspikes verbessern den Grip deutlich [1].
Wenn Schneefeld oder Verhältnisse nicht zu deinen Fähigkeiten passen oder das Feld in felsdurchsetztes Gelände oder einen Absturz übergeht. Altschneefelder können ein guter Grund sein, eine Tour abzubrechen [1][2].
Wandern: Das Wandern-ABC – alle Fachbegriffe erklärt — [object Object]