Baggern lernen: Spielbrett aus den Unterarmen, Schultern vor, Bewegung zum Ball. Mit Meilensteinen, typischen Fehlern und Hilfen gegen blaue Flecken.
Wie lerne ich Baggern richtig und tut das nicht immer weh? Die ehrliche Antwort: Beim Baggern bildest du aus beiden Unterarmen eine ruhige Fläche und bewegst dich mit dem ganzen Körper zum Ball, die Arme schlagen nicht. Blaue Flecken am Unterarm sind meistens ein Zeichen dafür, dass du den Ball mit den Händen oder mit schwungvollen Armen triffst, nicht für eine zu schwache Haut.
Das Baggern bleibt laut Lehrmaterial des Westdeutschen Volleyball-Verbands die wichtigste Technik für die Annahme des Aufschlags, selbst nachdem die Regeln eine Doppelberührung in der Annahme erlauben [1]. Es wird als Antwort auf flache und weite Bälle gebraucht, wenn Pritschen nicht mehr geht [1].
Lege die Hände ineinander, die Fingerspitzen bilden ein V, die Daumen liegen parallel nebeneinander. Die Unterarme liegen nebeneinander, die Ellbogen sind gestreckt und die Schultern nach vorn geschoben. Der Winkel zwischen Oberarmen und Oberkörper liegt bei etwa 90 Grad, also grob so, als würdest du einen Tisch vor dir tragen [1]. Meilenstein: Du formst das Brett aus der Grundstellung heraus automatisch.
Ein Partner hält den Ball in Hüfthöhe. Du drückst mit einer dosierten Beinstreckung und einem weichen Schulterschub dagegen, der Partner gibt leicht nach [1]. So fühlst du, dass der Impuls aus dem Körper kommt. Meilenstein: Du schiebst den Ball ohne Armschwung nach vorn oben.
Der Partner wirft aus ein bis zwei Metern an. Du baggerst durch das Strecken der gebeugten Knie zurück [1]. Anfangs sollten Fallhöhe und Tempo des Balls gering sein, und der Ball geht nur über kurze Entfernungen zurück, damit du nicht zu stark mit den Armen arbeitest [1]. Meilenstein: 10 Bälle hintereinander zurück zum Partner, ohne die Arme zu schwingen.
Baggere den Ball so, dass der nächste Kontakt nach einer kleinen Vorwärtsbewegung folgt. Das schult den Treffpunkt mit gestrecktem Spielbrett [1]. Dann kommt der Weg: früh zum Ball, so dass dein Körper frontal dahinter steht, Ball auf Armlänge und ausbalanciert beim Kontakt [1]. Auch im Hochleistungssport macht der Laufweg einen Unterschied: In einer kleinen Studie mit vier erfahrenen Spielern, die Sprungflatteraufschläge annahmen, hatten Position und Bewegung des Annehmers den größten Einfluss auf die Annahme. Wer weiter hinten startete und weiter laufen musste, nahm schlechter an [3]. Das ist eine kleine Beobachtung, kein Gesetz, deckt sich aber mit deiner Erfahrung. Meilenstein: 10 Kontakte, ohne dass der Ball zu Boden fällt.
Zuerst spielst du den Ball in Anflugrichtung zurück, dann in einen Winkel. Später erhöhst du den Zeitdruck, so dass du auch seitlich oder körperfern baggern musst [1]. Wechsle jetzt die Übungen, statt immer dieselbe zu wiederholen. Wie sehr wechselndes Üben hilft, ist nicht eindeutig: In einer Schulstudie mit dem Unterhandaufschlag waren konstantes und spezifisches Üben beim Lernen besser, wechselndes Üben half erst beim Übertragen [4]. In einer anderen Studie mit drei Volleyballfertigkeiten verbesserten sich alle Gruppen, ein Vorteil für wechselndes Üben zeigte sich nicht [5]. Heißt: Erst Grundform festigen, dann Variation, aber keine Zauberformel.
Baggern gilt als verletzungsarm. Das Lehrmaterial notiert sogar, dass du es im Gegensatz zum Pritschen auch ohne Verletzungsrisiko spielen kannst, bevor du aufgewärmt bist, und es deshalb gut ins Aufwärmen passt [1]. Trotzdem gilt: Der Ball hat Tempo. Achte beim Hinwerfen und Abwehren auf deine Umgebung, damit du keinen Mitspieler anrempelst, und bleib mit dem Rücken gerade. Die Streckung geht nach vorne oben und nicht ins Hohlkreuz [1].
Wenn der Unterarm nach dem Training stark anschwillt oder nach Tagen nicht besser wird, lass ihn ärztlich untersuchen. Dieser Guide erklärt und motiviert, er ersetzt kein betreutes Training.
Klemm dir beim Üben einen zweiten Ball oder einen Luftballon zwischen Oberarme und Kinn und bagger so einen angeworfenen Ball zurück. Das Lehrmaterial nutzt diesen Trick gegen das Armschwingen [1]. Du kannst mit fixierten Armen gar nicht schlagen, also zwingt dich die Übung automatisch zum richtigen Impuls aus den Beinen.
Dazu passt eine Einordnung: Wie viel Beinstreckung du brauchst, wird in der Methodik diskutiert. Neuere Ansätze betonen mehr Schulter- und Armsteuerung. Der Verband sieht einen Kompromiss mit größerem Beinanteil für Kinder und Jugendliche und mehr Arm- und Schultereinsatz bei Fortgeschrittenen als sinnvoll, ganz verzichtet auf die Beinstreckung aber kein Autor [1].
Die Hände liegen ineinander, die Daumen parallel nebeneinander, die Unterarme bilden eine gemeinsame Fläche. Die Ellbogen sind gestreckt, die Schultern nach vorn geschoben, und der Winkel zwischen Oberarmen und Oberkörper liegt bei etwa 90 Grad [1]. Den Ball spielst du mit den Unterarmen, nicht mit den Händen.
Meist triffst du den Ball an einer ungünstigen Stelle oder schwingst mit den Armen auf den Ball zu, statt ein ruhiges Brett zu bilden. Wenn der Ball die Hände trifft oder die Hände nebeneinander liegen, springt der Ball weg und es tut weh [1]. Weiche Bälle und mehr Beinarbeit helfen.
Beim ersten Ballkontakt deines Teams darf der Ball nacheinander verschiedene Körperteile berühren, solange es eine Aktion bleibt. Beim zweiten und dritten Kontakt wäre das eine Doppelberührung [2]. In der Annahme eines Aufschlags ist ein kleiner Doppelkontakt also kein Fehler.
Fast alle Bälle, die hoch und nah kommen, lassen sich pritschen. Das Pritschen ist zielgenauer und sicherer. Baggern brauchst du, wenn der Ball flach, schnell oder weit weg von dir ankommt [1]. Die Entscheidung triffst du während des Fluges des Balls.
Aufschlag von unten: Sicher übers Netz, Schritt für Schritt — [object Object]