Rhythmische Sportgymnastik: Gruppenwettkampf

Gruppenwettkampf: zwei Küren, Austausch und Zusammenarbeit, Timing der Uhr — warum fünf Turnerinnen zusammen eine eigene Disziplin bilden.

Sportart: Turnen · Level: Profi

Einleitung

Direkte Antwort: Gruppenwettkampf ist nicht einfach „Einzelkür mal fünf" — es ist eine eigene Disziplin mit eigenem Skillset: Synchronität und Austausch statt Solo-Perfektion. Fünf Turnerinnen bewegen sich gleichzeitig, tauschen Geräte aus und müssen als Einheit wirken, nicht als fünf Einzelleistungen nebeneinander.

Der Wettkampf besteht aus zwei Küren: In der ersten turnen alle fünf mit demselben Handgerät, in der zweiten mit einer Mischung — drei Turnerinnen nutzen ein Gerät, zwei ein anderes [1]. Beide Küren dauern zwischen 2:15 und 2:30 Minuten [2], die Uhr startet, sobald sich eine Turnerin bewegt, und stoppt erst, wenn alle fünf vollständig stillstehen — jede volle Sekunde außerhalb des Zeitfensters kostet 0,05 Punkte [2].

Bewertet wird nach demselben D-A-E-System wie im Einzel, aber mit einem Unterschied: Der Fehler jeder einzelnen Turnerin zählt gegen die gesamte Gruppennote [1]. Dazu kommen zwei Elementkategorien, die es im Einzel gar nicht gibt: Austausch — Geräte werden zwischen Turnerinnen geworfen — und Zusammenarbeit — mehrere Körper und Geräte wirken gemeinsam an einem Element [3].

Was du brauchst

Schritt für Schritt

1. Verstehe die zwei Kür-Typen

Die erste Kür zeigt alle fünf mit identischem Gerät — Synchronität steht im Vordergrund. Die zweite mischt zwei Geräte im Verhältnis drei zu zwei [1] — hier zählt zusätzlich, wie gut sich unterschiedliche Gerätetechniken choreografisch verbinden lassen.

2. Nimm das Timing der Uhr ernst

Die Zeitmessung startet mit der ersten Bewegung irgendeiner Turnerin und endet erst, wenn alle fünf komplett stillstehen [2]. Ein unsauberer, gestaffelter Schlussmoment kostet Zeitstrafe — plan das Ende der Kür deshalb genauso präzise wie den Anfang.

3. Übe Austausch mit Geduld

Beim Austausch wirft eine Turnerin ihr Gerät zu einer anderen. Das braucht Vertrauen und exaktes Timing — fang mit kurzen Distanzen und langsamen Würfen an, bevor du Tempo und Entfernung steigerst.

4. Zusammenarbeit als Kernskill trainieren

Bei Zusammenarbeitselementen unterstützen sich Turnerinnen gegenseitig mit Körper und Gerät — eine trägt, eine springt, eine reicht das Gerät weiter [3]. Diese Elemente lassen sich nicht isoliert einüben, sie brauchen von Anfang an alle Beteiligten gleichzeitig.

5. Formationen mit korrektem Abstand

Aufstellungen wechseln während der Kür mehrfach. Übe Formationswechsel zuerst im Zeitlupentempo mit klar markierten Laufwegen, bevor Musik und volles Tempo dazukommen — Kollisionen entstehen fast immer aus unklaren Wegen, nicht aus mangelnder Technik.

Häufige Fehler

Sicherheitshinweise

Austausch-Übungen brauchen echtes Vertrauen zwischen allen fünf Turnerinnen — baue Wurfdistanz und -tempo schrittweise auf, statt gleich mit der Wettkampfversion zu starten. Ein verfehlter Austausch trifft im schlimmsten Fall eine Mitturnerin, nicht nur den Boden.

Formationswechsel bergen Kollisionsgefahr, besonders wenn mehrere Turnerinnen gleichzeitig durch denselben Raumabschnitt laufen. Üb neue Formationen immer zuerst ohne Geräte und in reduziertem Tempo.

Pro-Tipp

Film das Gruppentraining regelmäßig von oben, aus der Vogelperspektive — etwa von einer Empore oder mit einer an der Decke montierten Kamera. Formationsfehler und ungleichmäßige Abstände zwischen den Turnerinnen sieht man von der Seite kaum, aus der Vogelperspektive sofort.

Plan zusätzlich feste Team-Feedback-Runden nach jedem Training ein. Fünf Turnerinnen sehen fünf verschiedene Perspektiven auf dieselbe Formation — wer diese Beobachtungen bündelt, findet Fehler schneller als eine Trainerin allein von außen.

FAQ

Wie viele Turnerinnen sind in einer RSG-Gruppe?

Fünf auf der Fläche, meist mit ein bis zwei Ersatzturnerinnen im Kader [1]. Alle fünf müssen synchron agieren und gleichzeitig Austausch- und Zusammenarbeitselemente zeigen, die es im Einzelwettkampf nicht gibt.

Was ist der Unterschied zwischen den zwei Gruppenküren?

Die erste Kür turnen alle fünf mit demselben Handgerät, die zweite mit einer Mischung im Verhältnis drei zu zwei [1]. Beide zählen zur Gesamtwertung und verlangen unterschiedliche choreografische Lösungen.

Was bedeuten „Austausch" und „Zusammenarbeit" im Gruppenwettkampf?

Austausch bezeichnet das Werfen eines Geräts von einer Turnerin zur anderen, Zusammenarbeit die gemeinsame Nutzung von Körper und Gerät mehrerer Turnerinnen für ein Element [3]. Beide Kategorien existieren ausschließlich im Gruppenwettkampf, nicht im Einzel.

Wie lang dauert eine RSG-Gruppenkür?

Zwischen 2:15 und 2:30 Minuten [2]. Die Uhr läuft von der ersten Bewegung bis zum Moment, in dem alle fünf Turnerinnen vollständig stillstehen — jede Sekunde außerhalb kostet Punkte, deshalb gehört das exakte Timing des Schlussmoments genauso ins Training wie jedes einzelne Element.

Schritt für Schritt

  1. Zwei Kür-Typen verstehen: Gleiches Gerät für alle fünf, dann Mixed-Kür im Verhältnis drei zu zwei.
  2. Timing der Uhr proben: Start bei erster Bewegung, Stopp erst wenn alle fünf stillstehen — Ende genauso präzise wie Anfang.
  3. Austausch schrittweise aufbauen: Kurze Distanzen, langsame Würfe zuerst — Vertrauen und Timing brauchen Zeit.
  4. Zusammenarbeit gemeinsam trainieren: Diese Elemente lassen sich nicht isoliert üben, alle Beteiligten von Anfang an.
  5. Formationen mit Laufweg-Probe: Erst langsam mit markierten Wegen, dann volles Tempo — Kollisionen entstehen aus unklaren Wegen.

Key Takeaways

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