Wie viel Gas brauchst du wirklich? Rule of Thirds und Minimum Gas erklärt — die zwei Methoden, mit denen Techniktaucher ihre Reserve fest berechnen.
Die ehrliche Antwort vorweg: Im technischen Tauchen berechnest du dein Gas, bevor du überhaupt ins Wasser gehst – nicht erst, wenn der Zeiger tief steht. Ohne freien Weg nach oben reicht "ich schau einfach, wie viel noch da ist" nicht mehr.
Die bekannteste Faustregel dafür ist die Rule of Thirds: ein Drittel deiner Gasmenge für den Hinweg, ein Drittel für den Rückweg, ein Drittel als Reserve für dich oder deinen Partner [1]. Sie gilt speziell dort, wo ein direkter Aufstieg unmöglich ist – Höhle, Wrack-Penetration, Eistauchen. Am Ende bleibt dir immer noch ein ganzes Drittel als Sicherheitspolster übrig, so als hättest du eine zweite, kleinere Flasche nur fürs Comeback.
Für offenere, variablere Profile nutzen Techniktaucher stattdessen Minimum Gas (auch "Rock Bottom" genannt): die Gasmenge, die zwei Taucher brauchen, um gemeinsam von der maximalen Tiefe zum ersten Gaswechsel oder zur Oberfläche aufzusteigen – berechnet mit einem angenommenen Atemminutenvolumen (RMV) von je 1, also insgesamt 2 [2]. Das ist komplexer zu rechnen, deckt dafür aber auch Notfälle mitten im Tauchgang ab, nicht nur am Umkehrpunkt.
Beide Konzepte haben ein gemeinsames Ziel: Die Reserve steht fest, bevor du sie brauchst – nicht als Bauchgefühl im Notfall.
Teile deine nutzbare Gasmenge durch drei. Ein Drittel für den Hinweg, ein Drittel für den identischen Rückweg, ein Drittel Reserve [1]. Sobald der erste Drittel-Wert erreicht ist, drehst du um – unabhängig davon, wie weit ihr geplant hattet zu kommen.
Bestimme die durchschnittliche Tiefe deines Aufstiegs vom tiefsten Punkt bis zum ersten Gaswechsel oder zur Oberfläche. Rechne mit einem RMV von 1 pro Taucher, also 2 für das Team, plus Sicherheitszuschlag für Stress [2]. Das Ergebnis ist deine absolute Untergrenze – nie unterschreiten.
Übersetze die berechnete Gasmenge in einen konkreten Manometerwert – die "Turn Pressure". Kommuniziere diese Zahl vor dem Einstieg laut mit deinem Team, nicht als vage Idee im Kopf.
Plane immer für den schlechtesten Fall im Team: den höchsten Verbrauch, die größte Tiefe, den gestressten Zustand. Ein Team ist nur so sicher wie sein durstigster Taucher im Notfall.
Der häufigste Fehler ist nicht falsches Rechnen, sondern das Ignorieren der eigenen Zahl, wenn die Sicht gut und die Stimmung entspannt ist. Der Umkehrdruck gilt immer – Wetter, Laune und Sichtweite ändern daran nichts.
Gasmangel-Situationen entwickeln sich in Überkopf-Umgebungen anders als im Sporttauchen: Es gibt keinen schnellen Ausweg nach oben, wenn die Rechnung nicht aufgeht. Genau deshalb ist die Rule of Thirds ursprünglich für Höhlen- und Wracktauchen entstanden, wo ein direkter Aufstieg unmöglich ist [1].
Plane immer mit einem Sicherheitszuschlag über die reine Rechnung hinaus – Kälte, Strömung und Stress erhöhen den Verbrauch messbar gegenüber ruhigen Übungsbedingungen. Und: Eine Gasreserve, die du im Notfall mit deinem Partner teilen musst, ist keine Ausnahme, sondern eingeplanter Teil des Systems [2].
Rechne deine Gasplanung doppelt: einmal mit Rule of Thirds als schnelle Faustregel, einmal mit Minimum Gas als genauere Kontrolle. Weicht das Ergebnis stark voneinander ab, ist das ein Signal, das Tauchprofil noch einmal zu überdenken.
Ein Kniff aus der Praxis: Schreib deinen Umkehrdruck mit wasserfestem Stift auf deine Unterarm-Tafel, bevor du ins Wasser gehst. Unter Stress vergisst man Kopfrechnungen schneller, als man denkt – eine sichtbare Zahl bleibt.
Ein Drittel der Gasmenge für den Hinweg, ein Drittel für den Rückweg, ein Drittel als Reserve. Sie gilt vor allem in Überkopf-Umgebungen ohne direkten Weg nach oben, etwa Höhlen und Wrack-Penetration [1]. Am Ende bleibt immer ein ganzes Drittel als Sicherheitspolster übrig.
Die Gasmenge, die zwei Taucher gemeinsam brauchen, um von der maximalen Tiefe sicher zum ersten Gaswechsel oder zur Oberfläche aufzusteigen, berechnet mit einem angenommenen Atemminutenvolumen von 2 für das Team [2]. Es ist komplexer als die Rule of Thirds, deckt aber auch Notfälle mitten im Tauchgang ab.
Weil im technischen Tauchen kein direkter Weg zur Oberfläche existiert, wenn die Rechnung nicht aufgeht. Rule of Thirds und Minimum Gas bauen zusätzliche Reserven für genau diesen Fall fest ein [1][2] – dein Sporttauch-Verbrauchswert bleibt dabei die Rechengrundlage, aber mit deutlich mehr Sicherheitsmarge.
Kontinuierlich während des ganzen Tauchgangs, nicht nur am geplanten Umkehrpunkt. Sobald der berechnete Wert erreicht ist, beginnt der Rückweg – unabhängig von Sicht, Stimmung oder ursprünglichem Plan.