Erschöpften, ansprechbaren Taucher an der Oberfläche unterstützen: Selbstschutz, Auftrieb, Ansprache und Schlepp im Überblick. Praxis nur im Rescue-Kurs.
Was tust du, wenn ein Taucher an der Oberfläche nicht mehr vorankommt? Die ehrliche Antwort: Zuerst schützt du dich, dann stellst du Auftrieb her, dann sprichst du ruhig mit ihm, dann schleppst du ihn. Ein erschöpfter, aber ansprechbarer Taucher ist die häufigste Rettungslage. Mit klarem Ablauf bleibt sie eine Rettung und wird kein zweiter Unfall.
Erschöpfung kommt selten aus dem Nichts. In einer Analyse von 126 tödlichen Tauchunfällen in Australien waren Umweltbedingungen bei 54 Prozent und Anstrengung bei 18 Prozent ein Auslöser [3]. Der Aufwand ist real: Eine Studie mit 959 Tauchgängen schätzte die Belastung auf rund 5 MET (Ruhe-Stoffwechsel mal fünf), so viel wie schnelles Gehen, und rät zu Fitnessreserven für 7 MET [4]. Wer müde wird, fährt oft in Panik: Laut Fachliteratur ist die instinktive Reaktion auf Stress unter Wasser mit dem Tauchen unvereinbar, etwa Flucht und rascher Aufstieg [6].
Ein DAN-Bericht zeigt, wie es aussieht: Zwei Taucher trieben im Strom unter einer Brücke, konnten nicht abtauchen und kämpften an der Oberfläche; einer war zeitweise ohne Reaktion, der andere erschöpft mit Krämpfen. Der Autor des Berichts, selbst Retter, zog den ersten mit dem Flaschen-Tow in Richtung Ufer [5]. Dieser Guide erklärt und motiviert, er ersetzt den Rescue-Kurs.
Wer fast keinen Fortschritt macht, kräftig strampelt und trotzdem abtreibt, wirkt oft ruhig, ist es aber nicht. Achte auf Schultern, die hängen, Hilferufe, Arme, die schlagen, oder einen Kopf, der tiefer liegt. Die US-Behörde NOAA führt „Assist a tired diver" als eigenen Punkt in ihrer Taucher-Checkliste auf, im tiefen Wasser an der Oberfläche [2]. Meilenstein: Du erkennst Signale, bevor jemand ruft.
DAN sagt dazu: Erst sicher machen, dass du und der Taucher sicher seid; achte auf Strömung, schlechte Sicht, gefährliche Meeresbewohner. Hilf von der Oberfläche oder vom Ufer, wenn es geht, mit einer Leine oder einem Schwimmkörper. Musst du ins Wasser, nur mit Flossen, Maske, Schnorchel und Auftrieb. Körperkontakt mit einem panischen Taucher birgt für dich erhebliche Gefahr [1]. Meilenstein: Du hältst Abstand und gibst zuerst ein Hilfsmittel.
DAN: positiven Auftrieb herstellen, Bleigurte entfernen oder schwere Lasten abwerfen, und beide Jackets füllen, deins und das des Tauchers [1]. Damit sinkt niemand, und du hast Zeit. Meilenstein: Du schwimmst, ohne zu treten, und der Taucher auch.
Sprich ruhig, laut und klar. Sag, was du tust und was er tun soll: „Atme ruhig. Ich bin da. Wir gehen zum Boot." Stell sicher, dass sein Atemweg frei ist. Panik lässt sich beherrschen [6], und ein klarer, ruhig angesagter Plan hilft (Ausbildungs-Praxis). Meilenstein: Der Taucher atmet ruhiger.
Im Überblick: Es gibt mehrere Schlepp-Varianten, etwa das Schieben am Unterarm oder den Tow am Flaschenventil. In dem DAN-Fall ließ der Retter den Taucher auf den Rücken und zog ihn im „Tank Tow" zur Seite aus der Strömung, wo sie langsamer war [5]. DAN nennt als Grundsatz beim Transfer: Atemweg schützen, alle positiv tariert, Retter behält die Kontrolle, Hilfe oben bereit [1]. Die Technik lernst du im Kurs, nicht hier.
Am Boot oder Ufer übergeben, Zustand prüfen, Ersthelfer informieren. Ist der Taucher bewusstlos oder atmet nicht, wechselt die Lage zur Beatmung (siehe Guide zum bewusstlosen Taucher). Meilenstein: Der Taucher ist sicher, die Notfallnummer ist alarmiert.
Vermeide die Rettung durch Planung. Der DAN-Bericht kommt zu dem Schluss, dass die Rettung unnötig gewesen wäre, wenn die Taucher Grundregeln befolgt hätten. Der Autor rät, den Tauchplatz vorab zu erkunden, die eigenen Grenzen zu kennen und einen Plan mit Notfallvorsorge abzusprechen [5]. Ein Gespräch vor dem Tauchgang kostet zwei Minuten. Wer unsicher ist, lässt sich vom Guide oder Instructor in den Tauchplatz einweisen.
Er kommt trotz Kraft kaum voran, hängt in den Schultern oder schlägt mit den Armen. Der Kopf liegt tiefer, die Stimme ist ruhig oder panisch. Frag und beobachte, wenn du unsicher bist.
Dich schützen und von außen helfen, wenn du kannst: Leine, Boje, Boot [1]. Im Wasser: Blei weg, beide Jackets füllen [1].
Nur mit Ausbildung. Techniken wie Tank Tow oder Armgriff lernst du im Rescue-Kurs. Der Taucher kann panisch sein, und Körperkontakt birgt Gefahr [1].
Plane den Tauchplatz, kenne die Strömung, halte Fitness-Reserven und gib rechtzeitig Zeichen. Belastungen von rund 5 MET sind normal, 7 MET gelten als nötige Reserve [4].
Bewusstlosen Taucher retten: Überblick zur Beatmung im Wasser, nur im Rescue-Kurs — [object Object]