Darfst du bei einer SUP-Mehrtagestour campen? Wildcamping-Regeln, Bootsrastplätze und wie du Etappen und Verpflegung realistisch planst.
Die ehrliche Antwort: Wildcamping mit Zelt ist in Deutschland grundsätzlich verboten — aber die Rechtslage ist löchriger, als viele denken, und für Paddler gibt es echte legale Wege. In Bayern, Bremen, Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Hessen und Berlin ist Zelten in freier Landschaft nicht ausdrücklich verboten, in anderen Bundesländern wie Baden-Württemberg oder Sachsen wird es deutlich schwieriger [1].
Eine Grauzone, die viele Tourenpaddler nutzen: Biwakieren — also Schlafen unter freiem Himmel ohne Zelt, nur mit Schlafsack und Isomatte — hat im Gegensatz zum Zelten nirgends eine ausdrückliche gesetzliche Regelung [1]. An Flussufern ist das Übernachten im Biwak grundsätzlich möglich, solange du keine geschützten Flächen betrittst. Entlang der Altmühl gibt es sogar eigens ausgewiesene Bootsrastplätze zum Übernachten — offizielle, legale Übernachtungsstellen direkt am Wasser [1], die auch entlang anderer Paddelflüsse zunehmend als Trekkingplätze entstehen.
Für die Etappenplanung gilt die gleiche Rechnung wie im ersten Guide dieser Reihe: Bei 4–8 km/h Grundtempo [2] kommst du an einem 5-6-Stunden-Paddeltag realistisch auf 20 bis 35 Kilometer, inklusive Pausen. Mehr zu planen bedeutet fast immer, am nächsten Tag erschöpft in eine schlechtere Entscheidung zu paddeln.
Informier dich vorab, wo du unterwegs bist: In manchen Bundesländern ist Zelten in freier Landschaft toleriert, in anderen strenger geregelt [1]. Biwakieren ohne Zelt ist die rechtlich unkompliziertere Option, wenn du unsicher bist.
Nutz wo verfügbar ausgewiesene Bootsrastplätze oder Trekkingplätze [1] — sie sind legal, oft mit einfacher Infrastruktur und speziell für Paddler und Wanderer gedacht. Sie nehmen dir die rechtliche Unsicherheit komplett ab.
Plan mit 4–8 km/h Grundtempo [2] und 5-6 Stunden reiner Paddelzeit pro Tag — das ergibt 20 bis 35 Kilometer, je nach Kondition und Gepäck. Rechne bei voller Beladung eher am unteren Ende, Gepäck bremst spürbar.
Bei rund 450-500 Kalorien pro Stunde Paddelzeit [3] und einem Liter Wasser pro Stunde [4] brauchst du für einen 6-Stunden-Paddeltag deutlich mehr Verpflegung als für eine Tagestour. Plan Reserve ein, nicht nur den errechneten Bedarf.
Leg für jede Etappe einen Notfall-Ausstiegspunkt fest, an dem du bei Wetterumschwung oder Erschöpfung abbrechen kannst — Herberge, Bahnhof, befahrbare Straße. Eine Mehrtagestour ohne Plan B ist ein Mehrtagesrisiko.
Mehrtagestouren summieren Risiken, die bei Tagestouren einzeln überschaubar sind: Erschöpfung, Wetterwechsel, unbekanntes Terrain. Plan deshalb konservativer als bei einer einzelnen Ausfahrt und lass dir an jedem Tag genug Puffer.
Informier eine Kontaktperson über die komplette Route mit Tagesetappen, nicht nur über Start und Ziel — so kann im Ernstfall gezielt gesucht werden, statt eine ganze Flussstrecke abzusuchen.
Plan deine erste Mehrtagestour bewusst kürzer als du dir zutraust — zwei Tage statt vier. So lernst du dein reales Verpflegungs- und Zeitmanagement kennen, bevor du dich auf eine lange, unumkehrbare Route festlegst.
Ein Kniff aus der Praxis: Reserviere dir für die erste Nacht bewusst einen offiziellen Trekking- oder Bootsrastplatz statt einer rechtlichen Grauzone — der entspanntere Schlaf zahlt sich am nächsten Paddeltag messbar aus.
Zelten in freier Landschaft ist je nach Bundesland unterschiedlich geregelt, teils toleriert, teils verboten [1]. Biwakieren ohne Zelt ist rechtlich unkomplizierter, und offizielle Bootsrastplätze wie an der Altmühl sind legale, extra dafür vorgesehene Übernachtungsstellen.
Bei 4–8 km/h Grundtempo und 5-6 Stunden Paddelzeit sind 20 bis 35 Kilometer realistisch [2]. Mit vollem Gepäck solltest du eher am unteren Ende planen, da Zuladung dein Tempo spürbar bremst.
Rechne mit rund 450-500 Kalorien pro Stunde Paddelzeit [3] und einem Liter Wasser pro Stunde [4]. Für einen 6-Stunden-Tag ergibt das deutlich mehr Bedarf als für eine kurze Tagestour — plan zusätzlich Reserve ein.
Nutz deinen vorab geplanten Notfall-Ausstiegspunkt für die aktuelle Etappe — Herberge, Bahnhof oder befahrbare Straße. Eine Mehrtagestour ohne Rückfalloption für jeden Tag ist unnötig riskant.