Das Paddel richtig halten

Eine Hand an den Knauf, eine an den Schaft – und das Blatt zeigt von dir weg. So hältst du dein SUP-Paddel richtig und paddelst effizient.

Sportart: SUP · Level: Anfänger

## Einleitung Warum zieht dein Paddel so schlecht, obwohl du dich anstrengst? Die ehrliche Antwort: du hältst es wahrscheinlich falsch herum. Das Paddel ist dein wichtigster Hebel – es überträgt die Kraft aus Rumpf und Beinen aufs Wasser. Hältst du es falsch, verpufft ein Großteil deiner Energie wirkungslos, und du riskierst noch dazu Schulterprobleme. Der häufigste Fehler dabei: die falsche Ausrichtung des abgewinkelten Blatts, weil sein Design auf den ersten Blick kontraintuitiv wirkt.

## Was du brauchst - Dein individuell eingestelltes SUP-Paddel (Länge: ca. 15-20 cm über Kopfhöhe). - Ein Board in ruhigem Flachwasser, um die Haltung ohne störenden Wellengang zu testen. - Etwas Bewegungsfreiheit in den Schultern – lockere sie vorher kurz mit ein paar Kreisen.

Schritt für Schritt

### 1. Die richtige Handposition Eine Hand gehört immer an den oberen Griff (den Knauf oder T-Grip), die andere umschließt den Schaft. Die obere Hand ist deine Druckhand – sie stabilisiert und drückt leicht nach vorne unten. Die untere ist die Zughand. So findest du deine Griffweite: Heb das Paddel waagerecht über den Kopf, leg den Schaft leicht auf den Scheitel. Bilden deine Ellbogen jetzt einen 90-Grad-Winkel, passt die Weite – die untere Hand liegt dann meist etwa schulterbreit unter dem Knauf.

### 2. Das abgewinkelte Blatt richtig ausrichten Fast jedes SUP-Paddel hat einen Knick am Übergang von Schaft zu Blatt. Instinktiv halten fast alle Anfänger das Paddel so, dass sich das Blatt wie ein Löffel zu ihnen hin biegt – "um das Wasser heranzuziehen". Genau das ist der Fehler. Richtig ist: Der Knick zeigt von dir weg, nach vorne. Der Grund ist simpel: Wenn du weit vorne einstichst und nach hinten ziehst, sorgt genau dieser Vorwärtsknick dafür, dass das Blatt während der kraftvollsten Phase senkrecht im Wasser steht – das gibt maximalen Vortrieb. Wäre das Blatt zu dir gebogen, würdest du am Ende des Zugs Wasser nach oben heben und dein Heck runterdrücken, was dich stark ausbremst.

### 3. Der flüssige Seitenwechsel Weil dein Board beim einseitigen Paddeln leicht zur Gegenseite abdriftet, wechselst du alle 3 bis 6 Schläge die Seite. Deine Hände tauschen dabei blitzschnell: Die Hand am Schaft wandert hoch zum Knauf, die Hand am Knauf gleitet den Schaft runter – am besten vor dem Körper, während das Paddel flach über das Board zur neuen Position gleitet.

### 4. Die richtige Paddellänge als Grundlage Bevor die Griffposition überhaupt sitzt, muss die Länge stimmen. Ein Vario-Paddel lässt sich stufenlos einstellen: Für den Stand gilt die Faustregel 15-20 cm über Kopfhöhe, für den Kniestand entsprechend kürzer. Ein zu langes Paddel zwingt dich in eine unnatürliche Griffposition und macht die 90-Grad-Kontrolle aus Schritt 1 fast unmöglich.

## Häufige Fehler - Paddel wie eine Schaufel halten. Der Klassiker – Blatt zeigt zum Körper und bremst am Ende jedes Zugs massiv. - Der Besenstiel-Griff. Beide Hände tief am Schaft statt am Knauf – kostet dich jede Hebelwirkung. - Hände zu eng beieinander. Zwingt dich zu einer extremen Beugung, die deinen unteren Rücken belastet. - Falsche Paddellänge. Zu lang oder zu kurz sabotiert selbst die beste Griffhaltung von Anfang an.

## Sicherheitshinweise Zu eng gegriffene Hände überlasten durch den ungünstigen Hebel deine Rotatorenmanschette in der Schulter. Umklammer Schaft und Knauf außerdem nicht verkrampft – ein zu fester, panischer Griff führt auf längeren Touren schnell zu Krämpfen im Unterarm und Blasen an den Händen. Greif bestimmt, aber entspannt. Trägst du zusätzlich Handschuhe oder Paddelhandschuhe an kälteren Tagen, schützt das nicht nur vor Blasen, sondern hält auch die Feinmotorik in den Fingern länger erhalten.

## Pro-Tipp Nutze die Entspannungsphase. Wenn du das Paddel nach dem Zug aus dem Wasser hebst und wieder nach vorne führst, lockere deinen Griff für einen Sekundenbruchteil komplett. Lass den Schaft fast schwerelos durch die untere Hand gleiten – so bleibt dein Unterarm durchblutet, und du bist auch nach mehreren Kilometern noch nicht platt.

FAQ

### Wie erkenne ich, ob ich das Paddel richtig herum halte? Der Knick am Blatt muss von dir weg nach vorne zeigen, nicht wie ein Löffel zu dir hin. Schau dir dein Paddel vor dem Einstieg kurz von der Seite an – so vermeidest du den häufigsten Anfängerfehler direkt.

### Wie finde ich die richtige Griffweite an meinem Paddel? Heb das Paddel waagerecht über den Kopf und leg den Schaft auf den Scheitel. Bilden beide Ellbogen einen rechten Winkel, ist deine Griffweite optimal – meist liegt die untere Hand dann etwa schulterbreit unter dem Knauf.

### Warum tut mir die Schulter beim Paddeln weh? Meist, weil die Hände zu eng zusammen gegriffen sind – der ungünstige Hebel überlastet dann die Rotatorenmanschette. Prüfe deine Griffweite mit der 90-Grad-Regel und lockere einen zu festen, verkrampften Griff.

### Wie oft muss ich beim Paddeln die Seite wechseln? Alle 3 bis 6 Schläge, weil das Board sonst zur Gegenseite abdriftet. Mit etwas Übung wird der Seitenwechsel zur fließenden Bewegung, bei der deine Hände einfach die Position tauschen.

### Wie lang sollte mein SUP-Paddel sein? Als Faustregel im Stand etwa 15-20 cm über deiner Kopfhöhe. Mit einem Vario-Paddel stellst du das stufenlos ein – für den Kniestand drehst du es einfach etwas kürzer.

### Muss ich für unterschiedliche Bedingungen unterschiedlich greifen? Die Grundhaltung bleibt immer gleich – Knauf, Schaft, 90-Grad-Winkel. Bei starkem Gegenwind oder Strömung greifst du höchstens etwas fester zu, um mehr Kraft übertragen zu können, die Technik selbst ändert sich aber nicht.

Schritt für Schritt

  1. Schritt 1: Die richtige Handverteilung: Greife mit der Druckhand den Knauf und platziere die Zughand schulterbreit darunter am Schaft.
  2. Schritt 2: Die Blattausrichtung prüfen: Stelle sicher, dass der Knick des Paddelblatts von dir weg zeigt (Canted Blade Design).
  3. Schritt 3: Griffweite kontrollieren: Lege das Paddel auf den Kopf und prüfe, ob deine Ellbogen einen rechten Winkel bilden.

Key Takeaways

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