Nach der Landung beginnt die Ausfahrt: aufrichten, Ski flach und parallel in der Fall-Linie, dann bremsen. So wird sie bewertet und so lernst du sie im Verein.
Was passiert beim Skispringen nach der Landung, und worauf kommt es dabei an? Die ehrliche Antwort: Die Ausfahrt (englisch „Outrun") beginnt, sobald dein Gewicht nach dem Flug auf dem Aufsprunghang liegt, und reicht bis zur Fall-Linie. Du richtest dich aus der Landung auf, fährst in Richtung Hangmitte, Ski flach und parallel, Gewicht gleichmäßig verteilt, Arme und Beine locker. Erst danach wird gebremst. Wer hier wackelt, verliert Punkte.
Wie ernst die Kampfrichter das nehmen, zeigt ihr Regelwerk: Für die Ausfahrt gibt es bis zu 7,0 Punkte Abzug, mehr als für Flug (5,0) oder Landung (5,0) [1]. Kleine Fehler wie kurzes Wackeln, nicht flach aufliegende Ski oder ein leichtes Abweichen von der Fall-Linie kosten 0,5 bis 1,5 Punkte, ein Sturz an oder vor der Fall-Linie sogar 7,0 [1].
Für dich als Einsteiger ist die Ausfahrt aber vor allem eine Sicherheitsphase. Bei Weltcup-Springerinnen entstanden über drei Saisons 26,3 Verletzungen pro 100 Athletinnen und Saison, 78 % davon am Schanzenhang. Die häufigste Ursache war eine Bruchlandung (70 %), das Knie die häufigste Verletzungsstelle (33 %) [2]. Dieser Guide ist ein Überblick, keine Sprunganleitung: Springen lernst du nur im Verein, mit Trainer und passender Schanze.
Dieser Abschnitt erklärt, wie die Ausfahrt aufgebaut ist und bewertet wird. Er ist keine Anleitung, selbst zu springen.
Nach dem Aufprall kommst du aus der Landehaltung zu einer überwiegend senkrechten Position mit leicht gebeugten Knien [1]. Das heißt: Du verlässt die Telemark-Tiefe, ohne zurückzufallen oder dich nach hinten zu stützen. Der Trainer sieht, ob du ruhig hochkommst.
Meilenstein: Du richtest dich auf dem Übungshang ohne Wackeln auf.
Beide Ski liegen flach und parallel auf der Fläche, höchstens zwei Skibreiten auseinander (oder im Schneepflug), das Gewicht verteilt sich gleichmäßig auf beide Ski [1]. Kanten sollen nicht fassen.
Meilenstein: Du gleitest 20 Meter auf flachen Skiern gerade, ohne zu kanten.
Du folgst einer Linie Richtung Hangmitte, in der Fall-Linie (der Linie, auf der ein Ball den Hang hinunterrollen würde) [1]. Arme und Beine bleiben locker, bis du über die Fall-Linie hinaus bist [1]. Danach beginnt das Bremsen.
Meilenstein: Du bleibst auf einer geraden Linie bis zur Markierung, ohne zu schwanken.
Bevor du bremst, stehst du aufrecht (sonst Abzug [1]). Dann bremst du kontrolliert im Schneepflug oder parallel bis zum Stand. Alles Weitere zeigt dir dein Trainer am Schanzenhang.
Meilenstein: Du stoppst auf dem Übungshang kontrolliert und aufrecht innerhalb der Bremszone.
Übe das Aufrichten und Ausfahren ohne Schanze: Auf einem breiten Skihang oder im Trockentraining nimmst du eine tiefe Position ein, richtest dich langsam auf und rollst auf flachen, parallelen Skiern aus. So lernst du das Gefühl für „Gewicht gleichmäßig auf beide Ski" (Praxis, mit Trainer abgestimmt).
Die Phase nach der Landung: Du richtest dich auf, fährst mit flachen, parallelen Skiern in der Fall-Linie und bremst danach. Sie beginnt, wenn dein Gewicht auf dem Hang liegt, und reicht bis zur Fall-Linie [1].
Mit bis zu 7,0 Punkten Abzug. Kleine Fehler kosten 0,5 bis 1,5 Punkte, größere 2,0 bis 2,5, ein Sturz an oder vor der Fall-Linie 7,0 [1].
In einem Skisprung-Verein mit Nachwuchsschanze und Trainer. Allein oder auf eigene Faust ist es gefährlich. Beginne mit einer Anfrage beim Verein in deiner Region.
Im Weltcup der Frauen entstanden 26,3 Verletzungen pro 100 Athletinnen und Saison, meist durch Bruchlandungen, am häufigsten am Knie [2]. Das sind Elite-Zahlen auf Großschanzen. Für Einsteiger auf kleinen Schanzen gibt es dafür keine eigene Zahl.
Skispringen für Einsteiger: Wie gefährlich es wirklich ist — und wie man anfängt — [object Object]