Kreuzen gegen den Wind: Warum du nicht direkt zum Ziel segeln kannst, wie du im Zickzack mit Wenden vorankommst und welche Fehler Einsteiger machen.
Die ehrliche Antwort vorweg: Du kannst nicht direkt gegen den Wind segeln. Um ein Ziel in Luv zu erreichen, segelst du im Zickzack, mit Wenden von einem Am-Wind-Kurs auf den anderen – und das heißt Kreuzen. Die RYA beschreibt es so: Du kannst in jede Richtung segeln außer direkt in den Wind, etwa 40 Grad zum Wind ist ungefähr das Nächste, was möglich ist, und beim Kreuzen wendest du etwa 90 Grad durch die No-Go-Zone von einem Am-Wind-Kurs auf den anderen [1].
Wer das einmal begriffen hat, versteht, warum Segler nie schnurgerade fahren – und warum das kein Umweg ist, sondern der Weg.
In diesem Guide lernst du das Kreuzen für eine Jolle oder ein kleines Kielboot, mit Fokus auf die Abfolge und die typischen Fehler.
Such dir ein Ziel direkt gegen den Wind. Du kannst es nicht gerade anfahren, und genau das ist die Aufgabe. Lerne, die Windrichtung zu erkennen, bevor du losfährst; das gehört zur Grundlage [2]. Meilenstein: Du erklärst, warum du nicht geradeaus auf das Ziel zufahren kannst.
Steuere so hoch zum Wind, bis die Vorderkante des Vorsegels zu flattern beginnt. Dieses Flattern zeigt dir den Rand der No-Go-Zone [2]. Fall dann ein wenig ab, bis das Segel wieder ruhig steht. Meilenstein: Die Segel stehen ruhig, das Boot hat Fahrt.
Halte den Kurs. Der Winkel zwischen Segel und Wind bleibt gleich, wohin das Boot auch zeigt [2]. Wenn der Wind dreht, wird dein Am-Wind-Kurs automatisch anders, daher kontrollierst du Segel und Wind immer wieder. Meilenstein: Du segelst eine Minute geradeaus, ohne dass die Segel flattern.
Leite die Wende ein, wenn das Ziel in einer guten Position liegt. Die RYA-Lehre empfiehlt, die Wende erst zu üben, wenn das Boot schnell genug ist und die Crew vorbereitet ist; beim Lenken durch den Wind sollst du übersteuern vermeiden [2]. Meilenstein: Du wendest durch etwa 90 Grad und das Boot behält Fahrt.
Wiederhole die Schritte, bis du das Ziel erreichst. Variiere die Länge der Schläge: Die Lehre nennt Gezeiten, Windschatten und Hindernisse als Gründe, einen Kurs einem anderen vorzuziehen [2]. Meilenstein: Du erreichst die Boje in Luv, ohne dass jemand dir sagt, wann du wenden sollst.
In der ersten Einheit segelst du nur einen Am-Wind-Schlag und merkst dir, wie sich der Flattergrenzen-Kurs anfühlt. In der zweiten Einheit fährst du zwei Schläge mit einer Wende dazwischen. In der dritten Einheit legst du eine Boje in Luv aus und kreuzt auf sie zu, bis du sie erreichst. In der vierten Einheit änderst du die Schlaglängen bewusst und vergleichst, wie viele Wenden du brauchst. Wer die Zahl der Wenden kennt, kann seine Taktik später gezielt anpassen.
Segeln ist statistisch wenig verletzungsträchtig, aber unerbittlich: Eine Übersichtsarbeit nennt 0,29 bis 5,7 Verletzungen pro 1.000 Stunden und 1,19 Todesfälle pro Million Segeltage, bis zu 73 Prozent durch Ertrinken, vor allem nach Sturz über Bord oder Kentern [3]. Hoher Wind und Unerfahrenheit sind die häufigsten Faktoren [3].
Dieser Guide erklärt und motiviert, ersetzt aber kein betreutes Training mit Ausbilder.
Mach eine Boje-Übung: Leg ein Ziel in Luv fest und zähle, wie viele Wenden du brauchst. Wiederhole mit anderem Wind. Wer die Zahl der Wenden kennt, wählt später weniger und längere Schläge, weil jede Wende Fahrt kostet (Praxis-Hinweis).
In der No-Go-Zone flattern die Segel und das Boot bleibt stehen. Ihr Rand liegt bei etwa 40 Grad zum Wind [1]. Deshalb segelst du im Zickzack und wendest zwischen zwei Am-Wind-Kursen.
Kreuzen heißt, ein Ziel in Luv im Zickzack anzusteuern. Du segelst Am-Wind-Kurs, wendest und segelst Am-Wind-Kurs auf der anderen Seite, bis du das Ziel erreichst. Beim Wenden drehst du dich etwa 90 Grad durch die No-Go-Zone [1].
Das hängt von Wind, Strecke und Revier ab. Die RYA-Lehre nennt Gezeiten, Windschatten und Hindernisse als Gründe, einen Kurs einem anderen vorzuziehen [2]. Weniger Wenden sparen Fahrt, aber zu lange Schläge können dich vom Ziel wegführen.
Ja, “Wenden/Halsen” ist eines von fünf möglichen sonstigen Manövern unter Segel im praktischen Teil; drei werden gestellt, zwei müssen bestehen [5]. Kreuzen selbst ist keine eigene Aufgabe, setzt aber die Wende voraus.
Großschot-Trimm: Mit der Schot Anstellwinkel und Twist des Großsegels steuern — [object Object]