Traversale reiten: Biegung in Bewegungsrichtung, Vorhand leicht voraus, Schwung erhalten – was die FEI verlangt und was Messungen zu den Kräften zeigen.
Was unterscheidet eine Traversale von „irgendwie seitwärts"? Die ehrliche Antwort: Takt, Biegung und Schwung. Die FEI beschreibt die Traversale als Variation des Travers, auf einer Diagonalen statt an der Wand. Sie wird im versammelten Trab oder versammelten Galopp geritten. Das Pferd ist leicht um den inneren Schenkel gebogen und in Bewegungsrichtung gestellt, der Körper nahezu parallel zur langen Seite, die Vorhand leicht voraus. Im Trab kreuzen die äußeren Beine vor den inneren [1].
Wichtig ist, was die FEI bei Seitengängen hervorhebt: Die Biegung darf nie übertrieben sein, damit sie Takt, Balance und Fluss nicht stört. Und der Schwung geht oft verloren, weil der Reiter sich zu sehr mit Biegen und Seitwärtsschieben beschäftigt [1]. Damit ist die Traversale die Übung, in der die meisten Reiter zu viel tun.
Auch die Kräfte lassen sich messen: In einer Studie mit 11 Reitern stieg die mittlere maximale Kraft des äußeren Schenkels im Travers auf 47,2 Newton (geradeaus 31,6) und die innere Sattelhälfte trug im Mittel 468 statt 425 Newton [2]. Gemessen wurde Travers, nicht Traversale; das Ergebnis ist aber ein gutes Bild der Hilfen. Im Alltagsgefühl sind das wenige Kilogramm. Kein Grund für Gewalt.
Reite das Travers an der Wand in ruhigem Takt, mit etwa 35 Grad Winkel zur Wand, sodass man von vorn und hinten vier Spuren sieht [1]. Erst wenn das Pferd dabei im Takt und locker bleibt, geht es auf die Diagonale. Meilenstein: Das Pferd reitet mehrere Meter Travers, ohne Takt oder Schwung zu verlieren.
Leite die Traversale aus einer Ecke oder einem Zirkel ein: Das Pferd ist schon gebogen, die Hinterhand tritt in die Diagonale. Die FEI beschreibt beim Travers, dass die Hinterhand nach einer Ecke oder einem Zirkel nicht auf die Spur zurückgeführt wird [1]. Bereite mit einer Halbparade vor. Meilenstein: Das Pferd ist am Anfang der Diagonale bereit, ohne zu überbiegen.
Belaste leicht den inneren Sitzbeinhöcker, setze den äußeren Schenkel hinter dem Gurt ein, die innere Hand stellt, die äußere begrenzt. In der Messung nahmen Sattelkraft innen und äußere Schenkelkraft zu [2]. Verstärke nicht, verfeinere. Meilenstein: Dein Pferd bleibt gleichmäßig in Anlehnung und Takt.
Das Pferd bleibt auf der Linie, die Vorhand etwas voraus [1]. Achte besonders auf die innere Hinterhand: Die FEI hält es für sehr wichtig, den Schwung zu erhalten, besonders das Untertreten des inneren Hinterbeins [1]. In einer Studie schnitten fortgeschrittene Reiter im Schulterherein besser ab, mit mehr Hüftstreckung und Außenrotation des äußeren Beins, einem Hinweis auf Körperrotation [4]. Meilenstein: Das Pferd geht fließend seitwärts-vorwärts.
Vor der Bande richtest du das Pferd wieder gerade und gehst mit Halbparade in den nächsten Abschnitt. Bei Handwechseln im Zickzack soll das Pferd laut FEI vor dem Richtungswechsel einen Moment gerade sein [5]. Meilenstein: Dein Pferd bleibt nach der Traversale im Takt.
Die Traversale ersetzt kein betreutes Training. Sie gehört in die Hände erfahrener Reiter mit Trainer, auf rutschfestem Boden und bei einem gelösten, gesunden Pferd. Wer ein Pferd in die Seitengänge zwingt, erzeugt Konfliktverhalten. Fachleute weisen darauf hin, dass Begriffe wie „Widersetzlichkeit" Schmerz verdecken können [6]. Verhaltensweisen wie Schweifschlagen, Zähneknirschen oder Zungenspiel nennt die FEI mögliche Zeichen von Nervosität, Verspannung oder Widerstand [7]. Bei 1.358 Turnierpferden, von denen die meisten nicht lahm waren (Median-Lahmheitsgrad 0), lag der mittlere Wert bei 4 von 24 Verhaltensweisen der Schmerz-Checkliste [8]; Verhalten allein beweist also keinen Schmerz, ist aber ein Grund, genau hinzusehen. Bei wiederholtem Widerstand: abbrechen, Reitlehrerin und Tierärztin einbeziehen. Training ohne missbräuchliche oder angstauslösende Methoden verlangt die FEI ausdrücklich [9].
Reite die Traversale auf einer flachen Diagonalen zuerst nur über wenige Tritte und gehe dann geradeaus zurück. Die FEI beschreibt die Linie als Diagonale, die der Pferdekörper nahezu parallel zur langen Seite durchläuft [1]. Wenige saubere Tritte schlagen eine lange, verspannte Diagonale. Das ist Trainerpraxis; ein Studienbeleg für die Dosierung fehlt.
Das Travers wird an der Wand geritten, die Traversale auf einer Diagonalen. In beiden ist das Pferd leicht in Bewegungsrichtung gebogen und die äußeren Beine kreuzen vor den inneren [1].
Laut FEI im versammelten Trab (in der Kür auch im Passage) oder im versammelten Galopp [1]. Im Galopp geschieht sie in einer Reihe von Vorwärts-Seitwärts-Sprüngen.
Eine leichte, gleichmäßige Biegung. Die FEI betont, dass sie nie übertrieben sein darf, damit Rhythmus, Balance und Fluss nicht leiden [1].
Häufig verliert es Schwung, weil du zu viel seitwärts schiebst. Mehr vorwärts, weniger Seitwärts [1]. Lass deine Trainerin Biegung und Takt prüfen.
Das zeigen die gelesenen Studien nicht. Die FEI nennt Seitengänge ein Mittel, Versammlung und Geschmeidigkeit zu entwickeln [3]. Überfordern, Zwang und Dauerdruck schaden; achte auf Konfliktverhalten und frage bei Zweifeln eine Tierärztin.
Reiten: Das Reiten-ABC – alle Fachbegriffe erklärt — [object Object]