Schenkelweichen lernen: So weicht dein Pferd dem Schenkel vorwärts-seitwärts aus, mit leichter Stellung, im Takt und ohne die Schultern zu verlieren.
Was ist der Unterschied zwischen Schenkelweichen und einfach schräg reiten? Die ehrliche Antwort: Beim Schenkelweichen tritt das Pferd gerade-vorwärts und seitwärts zugleich, und zwar mit Takt und leichter Stellung. Laut FEI zeigt die Übung die Geschmeidigkeit und seitwärts gerichtete Reaktionsbereitschaft des Pferdes. Das Pferd ist fast gerade, mit einer leichten Stellung im Genick weg von der Bewegungsrichtung, sodass du gerade Augenbraue und Nüster innen siehst. Die inneren Beine kreuzen vor den äußeren [1].
Die FEI betont außerdem: Schenkelweichen gehört in die Ausbildung des Pferdes, bevor es zur versammelten Arbeit bereit ist. Später ist es zusammen mit dem Schulterherein das beste Mittel, ein Pferd geschmeidig und unverkrampft zu machen [1]. Damit ist es keine Zirkusnummer, sondern Basisarbeit.
Wichtig ist auch die Haltung des Reiters: Die FEI sagt zu Seitengängen, dass der Schwung oft verloren geht, weil der Reiter sich zu sehr mit Biegen und Seitwärtsschieben beschäftigt [2]. Auch beim Schenkelweichen gilt also: Takt und Vorwärts zuerst.
Für dich als Reiter ist das Schenkelweichen vor allem eine Koordinationsübung: Der innere Schenkel treibt seitwärts, der äußere hält, die äußere Hand begrenzt, die innere Hand stellt leicht, und dein Becken folgt dem Pferd. Das sind vier Hilfen gleichzeitig, und genau deshalb scheitert die Übung oft an der Koordination, nicht am Pferd. Das ist meine Einordnung aus der Reitschul-Praxis, kein Studienbefund. Übe die Hilfen deshalb einzeln, bevor du sie kombinierst.
Bevor das Pferd seitwärts darf, muss es im Takt vorwärts gehen. Reite das Schenkelweichen zuerst im Schritt, später im Arbeitstrab: In FEI-Prüfungen wird es im Arbeitstrab verlangt [1]. Meilenstein: Das Pferd bleibt auf gerader Linie ruhig im Viertakt.
Stelle das Pferd leicht weg von der Bewegungsrichtung, nur so viel, dass du am inneren Auge den Rand und die Nüster siehst [1]. Zu viel Stellung ist ein Fehler, denn die FEI sagt, Biegung dürfe nie übertrieben werden, damit Rhythmus und Balance nicht leiden [2]. Meilenstein: Du siehst Nüster und Augenbraue, aber das Pferd bleibt im Genick locker.
Setze den inneren Unterschenkel hinter dem Gurt ein, kurz und klar. Die äußere Hand begrenzt, der äußere Schenkel hält die Hinterhand. Lass sofort nach, wenn das Pferd reagiert [3]. Meilenstein: Das Pferd macht einen vorwärts-seitwärts gerichteten Tritt, ohne zu schieben oder zu stolpern.
Auf der Linie an der Bande verlangt die FEI einen Winkel von etwa 35 Grad zur Bewegungsrichtung. Auf der Diagonalen soll das Pferd möglichst parallel zu den langen Seiten gehen, die Vorhand leicht voraus [1]. Meilenstein: Das Pferd bleibt am Zügel, die Schultern gehen voran.
Beende die Linie, richte das Pferd wieder gerade und reite ruhig vorwärts. Meilenstein: Das Pferd bleibt im Takt, wenn die Seitwärtshilfe wegfällt.
Schenkelweichen ersetzt kein betreutes Training. Übe es mit Reitlehrer, zuerst im Schritt, auf rutschfestem Boden und bei einem Pferd, das gesund und gelöst ist. Verspannt sich das Pferd (Schweifschlagen, Zähneknirschen, Zungenspiel), ist das laut FEI ein mögliches Zeichen von Nervosität, Verspannung oder Widerstand [5]. Dann lösen und abbrechen. Ob Schmerz dahintersteht, klärt die Tierärztin. Zwinge dein Pferd nie durch Dauerdruck oder Gerte: Die FEI verlangt Training ohne missbräuchliche oder angstauslösende Methoden [6].
Reite das Schenkelweichen aus einer Volte heraus: Nach einer 10-Meter-Volte hat dein Pferd schon die Biegung und Aufmerksamkeit, und du kannst die Linie weg von der Bewegungsrichtung leichter einleiten. Das ist Reitschul-Praxis, keine Studie. Wichtig ist, dass dein Pferd nach der Volte wieder gerade ist, bevor du die Seitwärtshilfe gibst.
Laut FEI etwa 35 Grad an der Bande; auf der Diagonalen soll das Pferd nahezu parallel zu den langen Seiten gehen [1]. Für Anfänger genügt ein flacherer Winkel mit sauberem Takt.
Es gilt als einfachere Vorübung: Die FEI nennt es als Teil der Ausbildung vor der versammelten Arbeit [1]. Schulterherein wird laut FEI im versammelten Trab geritten [2].
Viele Reiter haben eine Schokoladenseite. In einer Studie mit 16 Reitern wurde das Schulterherein nach rechts in beiden Gruppen schlechter bewertet [4]. Lass dir von deiner Reitlehrerin helfen, ohne die schwächere Seite zu überfordern.
Nein, es soll locker im Genick und in der Anlehnung bleiben. Widerstand oder Ausweichen vor der Hand zeigt mangelnde Bereitschaft zur Mitarbeit [7]. Dann Hilfe verfeinern, nicht mehr Druck geben.
Das lässt sich nicht seriös beziffern: Weder Studien noch Regelwerke nennen eine Dauer. Es hängt von Pferd, Reiter und Training ab.
Tritte und Sprünge verlängern: Tempounterschiede in der Gangart — [object Object]