Umbauen am Umlenker heißt: selbst sichern, ausbinden, fädeln, wieder einbinden. Warum der Ablauf Kursstoff ist und worauf es dabei am Fels ankommt.
Umbauen am Umlenker, auch Fädeln genannt, heißt: Du sicherst dich oben am Stand selbst, bindest dich aus dem Seil aus, fädelst das Seil durch den Umlenker und bindest dich wieder ein, ohne in dieser Zeit je ungesichert zu sein. Ziel ist, dass dich dein Partner danach ablassen kann.
Die ehrliche Antwort: Das ist kein Ablauf zum Selbstlernen aus einem Text. Der DAV setzt für den Kletterschein Outdoor voraus, dass du die Inhalte des Kletterscheins Vorstieg und das Sicherungs-Update beherrschst, und rechnet mit mindestens zweieinhalb Tagen Kurs und höchstens sechs Teilnehmenden pro Leitung [1]. Warum so streng? Beim Fädeln bist du für einen Moment aus dem Seil ausgebunden. Genau diese Verbindung ist die, deren Versagen in der Hallenstatistik zu schweren Stürzen führte: In zwei gemeldeten Fällen löste sich der Knoten, als sich der Kletterer am Umlenker ins Seil setzte, mit Stürzen aus etwa 10 und 14 Metern [4, 5].
Draußen kommt dazu: Der Fels ist kein gewartetes Sportgerät. Es gibt in der Regel keine Verkehrssicherungspflicht für die Qualität der Sicherungen, du bist eigenverantwortlich unterwegs [1]. Dieser Guide erklärt, was der DAV im Kurs lehrt und worauf es ankommt, nicht, wie du es allein probierst.
Eingangs-Kriterien (Praxis-Standard, bevor du im Klettergarten umbaust):
Vor dem Einstieg: Existiert eine Umlenkung, und reicht das Seil beim Ablassen wieder bis zum Boden? [1] Die Umlenkung wird nicht überklettert. Wenn du oben bist, hängst du sie ggf. zunächst wie eine Zwischensicherung ein und beurteilst sie dann [1].
Meilenstein: Du beantwortest beide Fragen schon unten, mit Topo und Sicht auf die Wand.
Du clippst das Seil in den Umlenkpunkt und fixierst dich mit ein oder zwei Expressschlingen am Umlenker. Hier gilt: kein Kommando „Stand", denn dein Sicherer behält dich im Seil [1].
Meilenstein: Du bist am Umlenker gesichert, bevor du irgendetwas löst.
Das Seil wird am Sicherungsring des Gurts fixiert (Sackstich und Karabiner) [1]. Der DAV prüft das ausdrücklich als „Redundanz durch Seilfixierung im Sicherungsring" [1]. Sie ist dein Netz, falls eine einzelne Verbindung nicht hält.
Meilenstein: Du kannst jederzeit zeigen, an welchen beiden Punkten du gesichert bist.
Erst jetzt bindest du dich aus, fädelst das Seil durch die Metallöse und bindest dich wieder ein [1]. Die aus Exen bestehende Selbstsicherung wird währenddessen nicht entlastet [1]. Praxis: Danach prüfst du deinen neuen Knoten noch einmal, bevor du die erste Sicherung löst.
Meilenstein: Du fädelst am Boden unter Aufsicht, bis die Reihenfolge ohne Nachfragen sitzt.
Zuerst die Seilfixierung am Sicherungsring lösen, dann „Zu" rufen. Dann die Selbstsicherung lösen und „Ab" rufen [1]. Das Ablassen läuft wie in der Halle: Kommandos, Blickkontakt, langsam und gleichmäßig.
Meilenstein: Dein Ausbilder protokolliert alle Punkte ohne Hilfestellung als korrekt.
Der DAV nennt den Helm eine generelle Empfehlung für Kletternde und Sichernde: Steinschlag lässt sich oft nicht ausschließen, und beim Sturz droht der Kopfanprall oder die Kollision mit dem Sichernden [1]. Eine Auswertung von 2992 Felskletter-Notfällen in Österreich über 13 Jahre sieht das genauso: Das Risiko schwerer oder tödlicher Verletzungen stieg, wenn ohne Helm oder ohne Seil geklettert wurde [3]. Bei 138 der 894 Stürze ging ein Sicherungsfehler voraus [3].
Dieser Guide erklärt und motiviert, er ersetzt kein betreutes Training. Umbauen lernst du im Kurs mit Ausbilder und Partnercheck am Fels, nicht aus einem Text.
Triff die Entscheidung vor dem Einstieg: Fädeln oder Abseilen? Metallöse am Umlenker und das Seil reicht bis zum Boden: Fädeln. Baum oder Schlinge statt Öse: Abseilen [1, 2]. Das Topo und die Felsinfo des DAV helfen dir, das schon am Wandfuß zu klären [1].
Wer erst oben entscheidet, entscheidet in Eile. Besprich außerdem mit deinem Sicherer, welche Kommandos ihr oben verwendet, bevor einer von euch einsteigt [1].
Fädeln heißt, das Seil nach dem Vorstieg durch die Metallöse des Umlenkers zu führen, um danach abgelassen zu werden. Du sicherst dich dazu selbst, bindest dich aus, fädelst das Seil und bindest dich wieder ein [1]. In der Halle gibt es das nicht, es ist Outdoor-Stoff.
Nein. Der DAV rät, Umlenkungen aus Sicherheits- und Naturschutzgründen nicht zu überklettern [1]. Beim Toprope bleibt der Anseilpunkt des Kletterers immer unterhalb der Umlenkung [2].
Du beherrschst die Inhalte des Kletterscheins Vorstieg und des Sicherungs-Updates. Der Kurs dauert mindestens zweieinhalb Tage, die Gruppe hat höchstens sechs Personen pro Leitung, und Kinder sollten ab etwa 13 Jahren teilnehmen [1].
Das Kommando „Stand" darf nur verwendet werden, wenn der Kletternde aus der Sicherung genommen werden soll, zum Beispiel beim Abseilen [1]. Beim Fädeln bleibst du im Sicherungssystem deines Partners, deshalb wird es nicht verwendet.
Der DAV empfiehlt den Helm generell für Kletternde und Sichernde. Wer ohne klettert, muss Steinschlag und gefährliche Stürze ausschließen können [1]. Die österreichische Notfallauswertung fand höhere Risiken für schwere Verletzungen ohne Helm [3].
Toprope klettern: sicher einsteigen, flüssig hochkommen — [object Object]