Handball prellen lernen: So tippst du den Ball mit einer Hand in der Bewegung, hältst die Regeln ein und verlierst beim Tempo möglichst wenig.
Prellen heißt im Handball: Du tippst den Ball mit einer Hand immer wieder auf den Boden und läufst dabei. Sobald du den Ball danach hältst, hast du höchstens 3 Sekunden und 3 Schritte, bis du passen, werfen oder weiterspielen musst [1]. Ein zweites Prellen nach dem Fangen ist nicht erlaubt.
Die ehrliche Antwort auf „Wie schwer ist das?": Die Bewegung selbst lernst du schnell. Schwer ist, dabei den Kopf oben zu behalten und nicht langsamer zu werden. Wie lange du dafür brauchst, hängt von deinem Ausgangsniveau ab. Eine belastbare Studienzahl dazu gibt es nicht, das ist Trainererfahrung.
Warum Prellen mehr ist als Beschäftigungstherapie: In einer Studie mit 116 Handballern zwischen 10 und 39 Jahren wurden alle Altersgruppen auf jeder Teilstrecke langsamer, sobald sie beim Sprint prellen mussten. Bei Kindern vor dem Wachstumsschub war der Einbruch relativ am größten [3]. Anders gesagt: Der Ball bremst dich. Wer besser prellt, verliert weniger Tempo [3].
Gutes Prellen heißt nicht „schön dribbeln", sondern „schnell bleiben, obwohl der Ball dabei ist".
Stell dich schulterbreit hin, Knie leicht gebeugt. Tipp den Ball mit gespreizten Fingern, nicht mit der flachen Handfläche, gegen den Boden. Die Hand folgt dem Ball nach oben und „schiebt" ihn wieder nach unten. Meilenstein: 30 Prellungen hintereinander, ohne dass der Ball dir wegspringt, mit der starken und mit der schwachen Hand.
Geh langsam und prell dabei. Der Ball landet etwas vor und seitlich von dir, nicht direkt unter dem Fuß. Schau auf einen Punkt in der Halle, nicht auf den Ball. Meilenstein: Eine Hallenlänge, ohne den Ball zu verlieren, und du kannst nebenbei sagen, wie viele Finger dein Trainer hochhält.
Jogge, dann lauf zügig. Je schneller du wirst, desto weiter vor dir muss der Ball aufsetzen und desto kräftiger ist der Stoß nach unten. Meilenstein: Eine Hallenlänge im Sprinttempo, Ball die ganze Zeit unter Kontrolle.
Prell im Zickzack um Hütchen. Zieh den Ball vor dem Richtungswechsel mit der Hand zur Seite, auf der du ausweichst. Meilenstein: Slalom durch 5 Hütchen, sauber mit rechts und mit links.
Fang den Ball auf und spiel ihn innerhalb von höchstens 3 Schritten weiter, so wie die Regel es vorgibt [1]. Wenn du wissen willst, wie viel Tempo du durch den Ball verlierst, stoppe dieselbe Strecke einmal mit und einmal ohne Ball und zieh die Zeiten voneinander ab. Diese Differenz nennt eine Studie an elf Profi-Handballerinnen „Dribble Deficit"; sie sagt etwas über dein Prellen aus, das nicht allein vom Sprinttempo kommt [2]. Meilenstein: Du beendest jede Prellfolge mit sauberem Fang, höchstens 3 Schritten und einem Pass.
Prellen selbst ist harmlos. Gefährlich wird es beim Abbremsen und beim Kontakt mit Gegnern. In einer Messung bei 24 Oberstufen-Handballern waren Abbremsen und Sprinten die häufigsten Bewegungen mit starker Stoßbelastung (ab 6 g, also dem Sechsfachen der Erdanziehung) [4]. Wärm dich deshalb auf, bevor du im Tempo prellst.
Die Finger sind die Kontaktstelle des Balls. In einer Befragung unter 296 jugendlichen Kaderspielern meldeten 42 % mindestens eine Verletzung von Hand oder Handgelenk in einer Saison, am häufigsten an den mittleren Fingergelenken [5]. Bei Schwellung, Fehlstellung oder Schmerz über ein paar Tage: abklären lassen. Dieser Guide erklärt und motiviert, er ersetzt kein betreutes Training und keinen Trainer.
Prell mit dem Rücken zum Gegner im Halbkreis. Beim Anlauf zu einem Pass oder Wurf hilft es, den Körper zwischen Gegner und Ball zu bringen. Wenn dein Körper den Ball vom Verteidiger abschirmt, kann er ihn nur schwer wegspielen. Das ist Praxiserfahrung. Eine Studie, die genau das misst, haben wir nicht gelesen.
So oft du willst, solange du in Bewegung bleibst und den Ball nicht mit beiden Händen hältst. Sobald du ihn fängst oder aufnimmst, musst du ihn nach höchstens 3 Sekunden oder 3 Schritten weiterspielen, ein erneutes Prellen ist dann nicht erlaubt [1].
Höchstens 3 Sekunden, auch wenn er auf dem Boden liegt. Danach musst du ihn spielen, sonst gibt es Freiwurf für den Gegner [1].
Ja, messbar: Handballer aller Altersgruppen verloren in einer Studie auf allen Teilstrecken Zeit, sobald sie beim Sprint prellen mussten. Je besser das Prellen, desto kleiner der Verlust [3].
Im Stand beidhändig abwechselnd, dann im Gehen, dann im Slalom um Hütchen. Miss dein Tempo mit und ohne Ball auf derselben Strecke, so siehst du, ob die Differenz im Training schrumpft [2].
Dreischrittrhythmus im Handball: Anlauf mit Ball ohne Schrittfehler — [object Object]