Handball fangen lernen: So nimmst du den Ball beidhändig sicher an, schonst deine Finger und verstehst, wie viele Schritte du nach dem Fangen machen darfst.
Fangen im Handball heißt: Du nimmst den Ball mit beiden offenen Händen an und gibst dabei nach, statt ihn hart zu stoppen. Danach hast du höchstens 3 Sekunden und 3 Schritte Zeit, bis du passen, werfen oder prellen musst [1]. Wer sauber fängt, hat sofort beide Hände frei für den nächsten Schritt.
Die ehrliche Antwort auf „Wie schwer ist das?": Die Bewegung selbst ist schnell verstanden. Schwer wird es, wenn der Ball hart kommt, du läufst und ein Gegner im Weg steht. Wie viele Einheiten du bis zur Sicherheit brauchst, hängt von deinem Ausgangsniveau ab; eine belastbare Studienzahl dazu gibt es nicht, das ist Trainererfahrung.
Warum du das nicht auf die leichte Schulter nehmen solltest: In einer Befragung von 296 jugendlichen Kaderspielern (Durchschnitt 14 Jahre) meldeten 42 % mindestens eine Verletzung von Hand oder Handgelenk in einer Saison. Am häufigsten traf es die mittleren Fingergelenke (47 % der Fälle) und den Daumen (29 %), meist als Verstauchung [2]. Das ist knapp jeder zweite Spieler. Wie oft genau beim Fangen, schlüsselt die Befragung nicht auf, aber Finger und Daumen sind nun mal die Kontaktstellen des Balls.
Ein sauberer Fang ist die Grundlage für jeden Pass, jeden Wurf und jede Finte.
Stell dich schulterbreit hin, Knie leicht gebeugt. Halte die Hände auf Brusthöhe offen vor dir: Daumen und Zeigefinger bilden ein Dreieck (ein „Fenster"), die Finger sind gespreizt und leicht gebeugt, die Handflächen berühren den Ball nicht. Meilenstein: Du kannst die Form mit geschlossenen Augen einnehmen und halten.
Dein Partner spielt dir den Ball zu, abwechselnd als direkten Pass und als Aufsetzer (Ball springt einmal auf), so wie in der BASPO-Übung beschrieben [4]. Du fängst mit den Fingern zuerst und ziehst die Arme zur Brust, wie bei einem weichen Kissen. Meilenstein: 10 Bälle in Folge ohne Fumbeln.
Löse den Blick früh vom Ball und schau zum Partner. Deine Hände „wissen" den Weg. Meilenstein: 10 von 10 Fängen, während du bei jedem Pass den Partner im Blick behältst.
Gehe, dann jogge, und fang dabei. Wichtig ist die Schrittregel: Du hast nach dem Fang höchstens 3 Schritte. Berührst du beim Fangen nur mit einem Fuß den Boden und setzt dann den anderen auf, zählt das bereits als erster Schritt. Fängst du in der Luft, zählt die Landung nicht als Schritt [1]. Meilenstein: Du kannst die Regel laut erklären und hältst sie in 8 von 10 Fängen ein.
Fang, sieh dich um und spiel im Rhythmus weiter. Fängst du den Ball nicht sofort sicher, ist ein mehrfaches Berühren erlaubt, solange du den Ball noch nicht kontrolliert hattest [1]. Meilenstein: 10 Fang-und-Pass-Kombinationen in Folge bei zügigem Tempo.
Fangen ist harmlos, wenn die Hände vorbereitet sind, und unangenehm, wenn nicht. Wärm Finger und Handgelenke vor dem Spiel auf. Nach einem Treffer auf den Finger mit Schwellung, Fehlstellung oder Schmerz über ein paar Tage: abklären lassen. In der Jugendstudie wurden 36 % der mittleren und schweren Verletzungen (mehr als 7 Tage Ausfall) nicht von einem Arzt behandelt [2].
Auch die Beine spielen mit: In einer Laborstudie mit 51 Handballerinnen belastete ein Richtungswechsel, bei dem zuerst ein Ball gefangen wurde, das Knie messbar stärker als ein einfacher Richtungswechsel [3]. Fang also nicht in letzter Sekunde, sondern früh und stabil. Dieser Guide erklärt und motiviert, er ersetzt kein betreutes Training und keinen Trainer.
Fang den Ball schon mit dem Blick. Wenn dein Partner den Ball loslässt, bewegen sich deine Hände dem Ball um die letzten Zentimeter entgegen, nicht erst, wenn er ankommt. Dieses Entgegenkommen verlängert die Bremsstrecke und schont deine Finger. Ein Trainingsspiel: Der Partner täuscht den Pass an, du zuckst nicht mit den Händen, bis der Ball wirklich losgeht.
Nach dem Fangen darfst du höchstens 3 Schritte machen und den Ball maximal 3 Sekunden halten, bevor du ihn prellen, abspielen oder werfen musst. Fängst du in der Luft, zählt das Aufsetzen mit einem oder beiden Füßen nicht als Schritt [1].
Fang mit gespreizten, leicht gebeugten Fingern und gib mit den Armen nach, statt hart zu stoppen. In einer Befragung jugendlicher Kaderspieler waren die mittleren Fingergelenke und der Daumen am häufigsten betroffen, meist durch Verstauchungen [2]. Wärm dich vor dem Spiel auf.
Als Einsteiger ja: Mit zwei Händen fängst du auf einer größeren Fläche und hast den Ball sofort unter Kontrolle. Das Regelwerk erlaubt Fangen und Stoppen mit Händen, Armen und Rumpf [1]. Einhändig kommt später, wenn beidhändig sicher sitzt.
Rutscht er dir weg, bevor du ihn kontrolliert hattest, darfst du ihn erneut berühren. Das zählt als „Fumbeln" und wird laut Regelwerk nicht bestraft. Hattest du den Ball schon kontrolliert, darfst du ihn nicht noch einmal berühren, bevor er Boden, Mitspieler oder Tor berührt hat [1].
Schlagwurfpass im Handball: Der Standardpass Schritt für Schritt — [object Object]