Bodenpass im Handball lernen: So spielst du den Aufsetzer präzise, findest den richtigen Aufsetzpunkt und kommst an hohen Abwehrarmen vorbei.
Beim Bodenpass (Aufsetzer) wirfst du den Ball so, dass er genau einmal vor deinem Mitspieler auf dem Boden aufsetzt und dann in dessen Hände springt. Er läuft unter hohen Abwehrarmen durch, die den direkten Pass abfangen würden. Regeltechnisch ist das unproblematisch: Ein Ball, der den Boden berührt hat, darfst du nach dem Fangen wie jeden anderen Pass verarbeiten, und nach dem Fangen eines Aufsetzers hast du wie sonst 3 Schritte [1].
Die ehrliche Antwort auf „Wann nehme ich den Aufsetzer?": Wenn der Verteidiger die Arme hoch hat und der Mitspieler, besonders ein Kreisläufer, davor in Bodennähe frei ist. Als Standardpass gegen offene Räume ist er zu langsam. Und eine eigene Studie zum Bodenpass im Handball haben wir nicht gefunden, die Technikhinweise unten sind Lehrmaterial und Praxis-Standard.
Hilfreich ist das Übungsblatt des Schweizer Bundesamts für Sport. Es lässt zwei Spieler 4 bis 5 Meter voneinander entfernt abwechselnd Aufsetzer und geraden Pass spielen und achtet auf korrekte Passtechnik [2].
Der Aufsetzer ist kein Showpass, sondern ein Werkzeug gegen lange Arme.
Fass den Ball mit einer Hand hinter dem Ohr wie beim normalen Pass. Mach einen kleinen Schritt in Passrichtung und wirf nicht auf den Partner, sondern auf einen Punkt kurz vor seinen Füßen. Meilenstein: 10 Bälle, die so aufsetzen, dass er sie auf Hüft- bis Brusthöhe fängt.
Als Faustregel setzt der Ball etwa auf zwei Dritteln der Strecke zwischen euch auf (Praxiserfahrung, keine Messung). Probiere bei 4 bis 5 Metern aus, bei welchem Punkt der Ball angenehm hüfthoch ankommt. Meilenstein: 8 von 10 Bälle kommen auf Hüfthöhe an, ohne dass dein Partner sich strecken oder bücken muss.
So wie im BASPO-Blatt: A spielt einen Aufsetzer, B antwortet mit geradem Pass, dann wird gewechselt [2]. Das trainiert, den Pass nach der Situation zu wählen. Meilenstein: 20 Pässe im Wechsel ohne Fehlfang.
Jetzt jogge im Seitenabstand parallel zum Partner und spiel den Aufsetzer in den Lauf. Der Aufsetzpunkt rückt weiter vor den Fänger, weil er sich bewegt. Meilenstein: 10 Aufsetzer in Folge, die der Partner im Laufen sauber fängt.
Stell dich zu zweit mit einem dritten Spieler in der Mitte auf, der die Arme hoch hält, aber nicht eingreift. Spiel den Aufsetzer an ihm vorbei. Meilenstein: 8 von 10 Pässen kommen an, ohne die Arme des Verteidigers zu berühren.
Beim Bodenpass fliegt der Ball tief. Das bringt die Fänger-Finger in Gefahr, wenn sie ihn aus Bodennähe nehmen. In einer Befragung unter 296 jugendlichen Kaderspielern meldeten 42 % mindestens eine Verletzung von Hand oder Handgelenk in einer Saison, vor allem an den mittleren Fingergelenken (47 %) und am Daumen (29 %) [3]. Gelenke vorher warm machen, Finger nicht steif halten.
Beim Pass unter Druck kommen Hände von Verteidigern dazu. In einer Videoanalyse von 580 Verletzungen im Männerprofi-Handball (nur Ausfälle von mehr als 7 Tagen) entstanden Handverletzungen zu 83,8 % durch direkten Kontakt [4]. Spiel den Bodenpass also nicht durch einen Pulk, sondern in die freie Bahn. Dieser Guide erklärt und motiviert, er ersetzt kein betreutes Training und keinen Trainer.
Spiel den Aufsetzer auf die Seite des Fängers, die vom Verteidiger weg zeigt. Bei einem Kreisläufer, der mit dem Rücken zum Tor steht und von hinten gedeckt wird, nimmt er den Ball so mit der abgewandten Hand an und kann ihn gleich weitergeben. Das ist Praxiserfahrung, keine Studie.
Wenn Arme eines Verteidigers den direkten Passweg versperren und dein Mitspieler in Bodennähe frei steht, zum Beispiel ein Kreisläufer. In offenem Raum ist der gerade Pass schneller und besser.
Genauso viele wie sonst: höchstens 3 Schritte und 3 Sekunden Ballbesitz, dann muss der Ball gespielt werden. Das Fangen nach einem Aufsetzer zählt als normale Ballannahme [1].
Als Faustregel bei etwa zwei Dritteln der Strecke zum Partner, so dass er auf Hüfthöhe ankommt. Das ist Praxiserfahrung. Probier es bei 4 bis 5 Metern Abstand aus und justiere nach, bis der Ball bequem ankommt [2].
Wir haben keine gelesen, die den Bodenpass selbst untersucht. Belegt sind das Regelwerk [1] und ein Übungsblatt des Bundesamts für Sport [2]. Alles andere in diesem Guide, etwa den Aufsetzpunkt, ist Praxiserfahrung.
Verschieben in der Handball-Abwehr: Nachstellschritte, die Lücken schließen — [object Object]