Daube ziehen: Das Ziel selbst verschieben, ohne die Regeln zu brechen

Wer die Daube trifft, verschiebt das Ziel für alle. Wann das taktisch lohnt, was die Regeln zur neuen Lage sagen und wie du Stöcke und Daube richtig bewertest.

Sportart: Eisstockschießen · Level: Profi

Einleitung

Die Daube ist beim Eisstockschießen das bewegliche Ziel, und sie darf bewegt werden. Daube ziehen heißt: Du triffst mit deinem Stock die Daube so, dass sie näher an einen deiner Stöcke wandert. Die ehrliche Antwort auf „Ist das erlaubt?": Ja, solange es durch einen gültigen Versuch passiert. Das Regelwerk der IFI regelt genau, was dann gilt.

Der Kern: Wird die Daube durch eine nach den Regeln gültige Einwirkung in ihrer Lage innerhalb des Zielfeldes verändert, so verbleibt sie in dieser neuen Lage, die auch für die Wertung maßgebend ist [1]. Verlässt die Daube nach einem gültigen Versuch vorübergehend das Zielfeld und erreicht es wieder, bleibt sie ebenfalls in ihrer ruhenden Endlage, nur anwendbar, wenn kein Nachbarspielfeld oder Hindernis berührt wurde [1].

Das Lehrbuch des Bundes Österreichischer Stocksportler bestätigt die Grundlage: Beim Maßversuch kann man die Daube oder andere Stöcke sehr wohl berühren, hat aber nicht das Ziel, sie aus dem Zielfeld zu befördern [2].

Die Daube ist ein Ziel, das du selbst bewegen kannst. Das ist taktisch mächtig und regeltechnisch heikel.

Was du brauchst

Eingangs-Kriterien (Praxis-Standard):

Schritt für Schritt

1. Die Regeln zur Lage kennen

Meilenstein: Du erklärst deinem Trainer, was mit der Daube passiert, wenn sie das Zielfeld verlässt.

2. Das Ziel taktisch lesen

Daube ziehen lohnt sich, wenn deine Stöcke auf einer Seite liegen und der Gegner auf der anderen Bestlage hat. Das Lehrbuch beschreibt für den Mannschaftssport den Grundgedanken, die Daube mit dem Anspiel abzudecken, um den Gegner zu einem schwierigeren Stockversuch zu zwingen [2]. Wer die Daube verschiebt, verändert die Aufgabe für alle.

Meilenstein: Du erkennst in einer Kehre, in welche Richtung die Daube wandern müsste, damit deine Stöcke besser liegen.

3. Mit dem Stockversuch treffen

Das Ziel ist die Daube selbst, ein kleineres Ziel als ein Stock (Gummiring mit 12 cm Durchmesser, 4,5 cm Höhe [3]). Du übst zuerst auf einem großen Zielbereich, dann auf kleinere. Das Lehrbuch rät: Bei Anfängern kann man mehrere Zielstöcke nebeneinander aufstellen und das Ziel verkleinern, bis man bei der Daube als Ziel angekommen ist; pro Treffer gibt es einen Punkt [2].

Meilenstein: Du triffst die Daube in 3 von 5 Versuchen, ohne sie aus dem Zielfeld zu schießen.

4. Folgen im Blick behalten

Nach einem gültigen Versuch mit Daubenbewegung wird die neue Lage gewertet. Ungültig ist dagegen ein ausgeführter Versuch ins Zielfeld, ohne dass sich die Daube in diesem befindet [1]. Und: Verändert ein Spieler eine Daube oder einen Stock außerhalb eines gültigen Versuchs, räumt seine Mannschaft ihre Stöcke aus dem Zielfeld, und die Gegner spielen die Kehre allein zu Ende [1].

Meilenstein: Du nennst drei Fälle, in denen ein Versuch oder die Lage ungültig wird.

5. Im Zweifel messen

Bei Zweifeln wird gemessen, mit Bandmaß oder Messgerät. Magnet-Bandmaße und optische Messgeräte sind nicht erlaubt [1]. Wer beim Messen einen Stock oder die Daube verändert, verliert jeden weiteren Messvergleich [1].

Meilenstein: Du misst nur mit erlaubten Mitteln und verändert beim Messen nichts.

Häufige Fehler

Sicherheitshinweise

Hier gibt es kein besonderes Verletzungsrisiko, aber ein Regelrisiko. Fehlverhalten bei der Lageänderung kostet die Kehre, nicht Punkte: Räumt deine Mannschaft die Stöcke aus dem Feld, spielt der Gegner die Kehre allein zu Ende [1].

Pro-Tipp

Trainiere das Daube-Ziehen als Mini-Match: Du legst zwei eigene Stöcke und zwei gegnerische in eine Situation und spielst, wie du die Daube verschiebst, damit mehr deiner Stöcke näher liegen. Schreibe auf, wie viele Stockpunkte du jedes Mal bekommst (höchstens 4). Das ist Praxis, keine Studienaussage.

FAQ

Darf ich die Daube mit meinem Stock verschieben?

Ja, bei einem gültigen Versuch. Verändert sich die Lage der Daube im Zielfeld durch eine gültige Einwirkung, bleibt sie in der neuen Lage und gilt für die Wertung [1].

Was passiert, wenn die Daube das Zielfeld verlässt?

Sie wird auf das Mittelkreuz gelegt. Steht dort ein Stock, wird er zur Seite geschoben, bis die Daube liegt [1]. Kommt sie vorübergehend heraus und wieder hinein, bleibt sie in der ruhenden Endlage [1].

Wie wird dann gewertet?

Jeder Stock, der nach der Kehre näher an der Daube liegt als der beste gegnerische, zählt einen Punkt, höchstens vier pro Kehre [1].

Wie wird gemessen?

Kürzester Abstand zwischen Stock und Daube, mit geeigneten Messgeräten. Bandmaße mit Magnet und optische Messgeräte sind nicht erlaubt [1].

Ist Daube ziehen für Anfänger?

Eher nicht. Das Lehrbuch rät Anfängern, zuerst Maß- und Stockversuche zu festigen [2]. Daube ziehen setzt beides voraus.

Schritt für Schritt

  1. Lageregeln kennen: R 426, 427 und 437: neue Lage bleibt, Daube außerhalb kommt auf das Mittelkreuz, ruhende Endlage zählt.
  2. Taktisch lesen: Prüfen, in welche Richtung die Daube wandern müsste, damit mehr eigene Stöcke besser liegen.
  3. Mit Stockversuch treffen: Zuerst mit großen Zielen üben, dann die Daube selbst; Kraft so wählen, dass sie nicht das Feld verlässt.
  4. Folgen kennen: Ungültige Versuche stellen die Lage wieder her; Veränderungen außerhalb gültiger Versuche kosten die Kehre.
  5. Im Zweifel messen: Mit erlaubtem Messgerät kürzesten Abstand messen, nichts verändern.

Key Takeaways

Nächster Guide

Zielwettbewerb Durchgang 4: Ablenken und Bringen kombinieren — [object Object]

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