Salchow lernen: von der Rückwärts-Innenkante abspringen, eine Umdrehung, rückwärts landen. Voraussetzungen, Schritt-für-Schritt-Aufbau, Fehler, Sicherheit.
Die ehrliche Antwort vorweg: Der Salchow ist ein Kantensprung mit natürlicher Drehung, der von der Rückwärts-Innenkante abspringt [1]. Du brauchst dafür keine Zacke, aber eine saubere Dreierwende als Einfahrt (Praxis-Standard, keine Studie) und einen sicheren Walzersprung.
Er gehört zu den klassischen Kantensprüngen. Solo-Sprünge sollen nach den ISU-Regeln auf der Rückwärts-Außenkante landen [2]. Und die Regeln der ISU achten darauf, dass der Absprung nicht schon vorwärts beginnt: Ein klarer Vorwärts-Absprung (außer beim Axel) gilt als „cheated take-off" und der Sprung wird abgewertet [2].
Realistisch: Der Salchow ist kein Sprung für die erste Saison. Wer ihn lernt, hat schon Dreierwende, Rückwärts-Kanten und Walzersprung geübt. Eine feste Dauer können wir nicht belegen; rechne in Monaten, nicht in Wochen (Erfahrungswert). Der Reiz liegt im Rhythmus: Wende, Innenkante, Absprung, Landung. Wer jeden Teil einzeln sauber hat, setzt sie am Ende erstaunlich leicht zusammen.
Fahr eine saubere Vorwärts-Außen-Dreierwende, rechts und links. Nach der Wende gleitest du rückwärts auf der Innenkante. Das ist der Eingang in den Sprung. Meilenstein: Du hältst die Rückwärts-Innenkante nach der Wende drei Zählzeiten stabil.
Gleite auf der Rückwärts-Innenkante, das freie Bein hinten, die Arme leicht offen. Die Spur soll ein ruhiger Bogen sein, ohne Knick. Die Innenkante greift anders als die Außenkante, und wer sie zu flach fährt, rutscht beim Absprung weg. Meilenstein: fünf Bögen in Folge ohne Wackeln.
Spring aus der Innenkante leicht ab und lande weich auf dem anderen Fuß rückwärts. Die Landung ist eine der kritischsten Phasen eines Sprungs [4]. Spring niedrig, bis die Landung weich sitzt. Meilenstein: Fünf weiche Landungen ohne Drehung.
Das freie Bein schwingt am Körper vorbei und gibt Schwung. Danach ziehst du Arme und Beine nah an die Drehachse. Die Drehgeschwindigkeit im Sprung wird hauptsächlich vom Trägheitsmoment bestimmt: Je näher die Gliedmaßen an der Achse, desto schneller dreht sich der Körper [3]. Dazu musst du die Schwungbewegung von Armen und Beinen nach dem Absprung kontrolliert abfangen [3]. Die Höhe kommt aus der kräftigen Streckung des Standbeins [3]. Meilenstein: Du drehst eine volle Umdrehung, ob du stehst oder nicht.
Du landest auf dem anderen Fuß rückwärts auf der Außenkante [2]. Fang den Aufprall mit gebeugtem Knie ab. Roll mindestens drei Zählzeiten aus. Meilenstein: Du stehst drei von fünf Versuchen.
Der Salchow lebt von Wiederholungen mit wenig Risiko. Zähle pro Einheit, wie viele Rückwärts-Innenkanten nach der Dreierwende ruhig laufen, wie viele Hüpfer ohne Drehung weich landen und wie viele Umdrehungen du stehst (Erfahrungswert, keine Studie). Gehst du erst zur Drehung, wenn die ersten beiden Zahlen hoch sind, vermeidest du die meisten harten Stürze. Ein Seitenvideo zeigt dir, ob dein Knie beim Aufsetzen nachgibt und ob du die Arme nach dem Absprung wirklich heranziehst. Ein Trainer sieht außerdem sofort, ob der Absprung sauber auf der Innenkante bleibt.
Dieser Guide erklärt und motiviert, er ersetzt kein betreutes Training. Sprünge belasten Knie, Hüfte und Rücken. Bei jungen Läufern sind Überlastungen der Beine durch wiederholte Sprünge ein bekanntes Problem [5]; das gilt umso mehr, wenn die Technik nicht stimmt. Trag Helm und Handschuhe, übe in einem freien Bereich und lass dich seitlich fallen (siehe Guide „Richtig fallen und aufstehen"). Doppel- und Dreifach-Salchow gehören nicht in diesen Guide: Dafür brauchst du eine Trainerin oder einen Trainer, in der Praxis oft mit Sicherheitsgurt-System an der Angel.
Trainiere die Sprungkraft trocken: Kastensprünge und Medizinballwürfe gelten in einem Review als wesentlicher Teil des Off-Ice-Trainings für Springer [3]. Du trainierst damit die kräftige Beinstreckung, ohne auf dem Eis den Rücken zu belasten. Ergänze es durch Landetraining auf weichem Untergrund. Ergänze es durch Landetraining auf weichem Untergrund und plane Pausen ein, damit Knie und Rücken sich erholen.
Ein Kantensprung mit natürlicher Drehung, der von der Rückwärts-Innenkante abspringt [1]. Du landest rückwärts auf der Außenkante des anderen Fußes [2]. Als Einfahrt dient in der Praxis oft eine Dreierwende.
Erst Dreierwende, Rückwärts-Innenkante und Walzersprung sichern, dann ohne Drehung abspringen, danach eine Umdrehung hinzufügen. Arbeite mit einem Trainer und übe die Landung zuerst [4].
Der Salchow ist ein Kantensprung von der Rückwärts-Innenkante, der Toeloop ein Zackensprung von der Rückwärts-Außenkante [1]. Beim Toeloop hilft die Zacke des freien Fußes, beim Salchow nicht.
Meist fehlt Drehung oder der Absprung beginnt schon vorwärts. Zieh Arme und Beine früher an die Drehachse [3] und bleib bis zur Streckung auf der Rückwärts-Innenkante [2]. Übe die Landung zuerst ohne Drehung.
Axel: Der einzige Sprung mit Vorwärts-Absprung — [object Object]