Der Rittberger ist ein Kantensprung ohne Zackeneinsatz. So verstehst du Voraussetzungen, Aufbau und Sicherheit – als Plan für dich und deinen Trainer.
Der Rittberger (englisch „Loop") ist ein Kantensprung mit natürlicher Drehung, der von einer Rückwärts-Außenkante abspringt; im Wertungssystem hängt sein Wert von der Zahl der Umdrehungen ab [1]. Die ehrliche Antwort: Er ist der Sprung ohne Zackeneinsatz – deshalb kommt die Höhe und die Drehung aus Beinen, Armen und Rumpf, nicht aus einem Abstoß mit der Zacke. Das macht ihn schwer zu „fühlen" und leicht zu verfehlen.
In diesem Guide findest du keine Nachahm-Anleitung für den Sprung selbst: Sprünge lernst du mit einem Trainer, der Absprung, Flug und Landung am Eis beobachtet. Hier bekommst du das Wissen drumherum: Voraussetzungen, Aufbau und Sicherheit. Doppelsprünge sind nicht Teil dieses Guides.
Realistisch liegt zwischen sicherem Rückwärts-Außenbogen und dem ersten sauberen Einfach-Rittberger meist ein Jahr oder mehr Training (Erfahrungswert, kein Studienwert).
Gleite sicher rückwärts auf der Außenkante, das Knie weich, den Blick über die Schulter. Der Rittberger startet von dieser Kante [1].
Prüfe dazu den Bogen im Spiegel oder auf der Videoaufnahme: Das Knie bleibt weich, der Rücken lang, das freie Bein ruhig. Ein Bogen, der in der Mitte ausbricht, ist ein Hinweis, die Kante noch nicht zu springen (Praxis, kein Studienwert).
Meilenstein: 5 Sekunden ruhig auf jeder Seite.
Beherrsche die Landung auf der Rückwärts-Außenkante mit gestrecktem freiem Bein. Ein sauberer Sprung ist zur Hälfte eine saubere Landung.
Übe die Landung zunächst an Sprüngen, die du bereits kannst, zum Beispiel am Walzersprung. Die Landeposition ist bei den meisten Sprüngen ähnlich: gestrecktes freies Bein, Arme geöffnet, Blick in Gleitrichtung (Praxis, kein Studienwert).
Meilenstein: 3 Sekunden Gleiten nach der Landung eines einfachen Sprungs.
Der Trainer zeigt dir die Vorstufen mit einer halben Umdrehung. Beim Kantensprung gilt: kein Zackeneinsatz, die Kraft kommt aus der Kante. In einer Studie mit 10 Läuferinnen unterschied sich der Dreifach-Rittberger vom Dreifach-Toe-Loop im Absprung-Muster: Beim Toe-Loop wuchsen vertikale Geschwindigkeit und Drehimpuls schrittweise, beim Rittberger gleichzeitig durch koordinierte Beinneigung und Schwung des freien Beins [2] (TRANSFER, Dreifachsprung).
Meilenstein: 3 weiche Landungen mit Trainer.
Der Sprung entsteht in Absprung, Flug und Landung unter Anleitung; diese Phase beschreibe ich bewusst nicht Schritt für Schritt. In der Biomechanik des Dreifach-Rittbergers entstand der Drehimpuls zuerst in den Armen, dann stärker im Unterkörper, vor allem im freien Bein [3] – ein Hinweis, dass der Schwung aus dem Zusammenspiel von Armen, Rumpf und Beinen kommt (TRANSFER).
Meilenstein: 1 Umdrehung, kontrollierte Landung.
Wiederhole nicht mehr als 10 Versuche pro Einheit und mache Pausen. In einer Messung an sieben Läuferinnen mit sechs verschiedenen Doppelsprüngen war der Gesamt-Drehimpuls beim Absprung bei allen Sprüngen ähnlich; Arme und freies Bein setzten ihn aber auf unterschiedliche Weise ein [4].
Meilenstein: 3 von 5 Versuchen sauber.
Sprünge gehören zu den belastendsten Elementen im Eiskunstlauf. Ein Review zu Eiskunstlauf-Verletzungen fand bei Einzelläufern mehr Überlastungs- als akute Verletzungen und nennt Stress-Frakturen als häufigste Überlastung bei Einzelläuferinnen [5]; ein weiterer Review beziffert die Prävalenz von Stress-Frakturen der unteren Gliedmaße auf 10 bis 21,4 Prozent und nennt Trainingsumfang, technische Schwierigkeit und Wiederholung komplexer Elemente wie mehrfach rotierender Sprünge als Beitragende [7]. Ein systematischer Review fand als Risikofaktoren unter anderem frühere Stress-Frakturen, mehr als zwölf Trainingseinheiten pro Woche und ausgelassene Mahlzeiten, wies aber auf begrenzte Studienqualität hin [6].
Trage einen Helm, trainiere Sprünge nur mit Trainer, halte Ruhetage ein und iss ausreichend. Dieser Guide erklärt und motiviert, ersetzt aber kein betreutes Training – Absprung, Flug und Landung gehören in die Hände eines Trainers.
Wenn du den Rittberger lernst, arbeite zuerst an der Landung, nicht am Absprung. Der Sprung wird gut, wenn die Landung ruhig ist. Lass dich von hinten und von der Seite filmen und schau die Aufnahme mit deinem Trainer an, bevor du neue Versuche startest (Praxiserfahrung, kein Studienwert).
Ein Kantensprung mit natürlicher Drehung, der von einer Rückwärts-Außenkante abspringt; die Wertung hängt von der Zahl der Umdrehungen ab [1].
Ein Kantensprung: Er hat keinen Zackeneinsatz zum Abspringen [1]. Das unterscheidet ihn vom Toe-Loop.
Rechne mit mehr als einem Jahr nach sicherem Rückwärts-Außenbogen (Erfahrungswert, kein Studienwert). Das hängt von Training und Trainer ab.
Wie alle Sprünge birgt er Sturz- und Überlastungsrisiken. Ein Review fand Überlastungsverletzungen bei Einzelläufern häufiger als akute [5]. Lerne ihn nur mit Trainer.
Ja, Kraft und Stabilität in Hüfte und Rumpf helfen bei Absprung und Landung. In einer Untersuchung an 40 Spitzenläufern zeigten einige Skater eine Kniebewegung nach innen in der Einbeinhocke, die Autoren sehen darin einen möglichen Hinweis auf schwache Hüftabduktoren [8]. Lass dir von einem Trainer ein Programm für dich zusammenstellen.
Eislaufen: Das Eislaufen-ABC – alle Fachbegriffe erklärt — [object Object]