Ablenker im Eishockey lernen: Schuss vor dem Tor mit der Schaufel abfälschen. Mit Stockhöhen-Regel, Torwart-Regel, Meilensteinen und Gesichtsschutz.
Der Ablenker (Tip-in) ist ein Schuss eines Mitspielers, den du vor dem Tor mit der Schaufel berührst und damit die Richtung änderst. Der Torwart sieht den Schuss kommen und muss plötzlich auf einen neuen Winkel reagieren.
Die ehrliche Antwort auf „Ist das Glückssache?“: Teils. Aber mit Übung wird es zur Fähigkeit. Zur Technik des Ablenkers gibt es keine Studie, die ich gefunden habe, die Schritte unten sind Trainer-Praxis. Belegt sind dagegen die Regeln, an die du dich halten musst. Nach den IIHF-Regeln zählt ein Tor nicht, wenn ein Angreifer den Puck oberhalb der Höhe der Querlatte berührt, direkt oder abgefälscht. Entscheidend ist der Punkt, an dem der Puck den Stock berührt: Trifft er auf Höhe der Querlatte oder darunter, zählt das Tor [1].
Dazu kommt die Torwart-Regel: Der Angreifer darf den Torwart nicht durch seine Position oder einen relevanten Kontakt behindern und keinen absichtlichen Kontakt herstellen, sonst wird das Tor aberkannt [2]. Du stellst dich also nicht in den Torwart hinein, sondern daneben.
Ein guter Ablenker ist kein Schlag, sondern eine Richtungsänderung.
Warum ist das ein Skill und kein Zufall? Weil du den Winkel, die Stockhöhe und den Moment kontrollierst, auch wenn der Schuss von jemand anderem kommt (Praxis). Und weil es Spielern, die vor dem Tor stehen, schnell passiert, dass sie gegen eine Regel verstoßen, ohne es zu merken. Deshalb beginnt dieser Guide mit den Regeln.
Der Puck darf nur mit dem Stock auf Querlatten-Höhe oder tiefer berührt werden [1]. Das ist ein Satz, den du erklären können musst. Meilenstein: Du erklärst die Regel in einem Satz und zeigst mit der Hand, wo die Querlatten-Höhe an deinem Körper liegt.
Halte die Schaufel ruhig auf dem Eis, leicht nach vorn geneigt, die Hände vor dem Körper (Praxis). Bewege sie nicht mit Schwung, sondern nur minimal. Meilenstein: Zehn Pucks, die du nur mit minimaler Bewegung in die vorgesehene Richtung abfälschst.
Der Puck prallt im Wesentlichen im Winkel ab, in dem deine Schaufel ihn trifft (Praxis). Stelle die Schaufel in den Weg, öffne sie leicht zur Zielseite. Meilenstein: Sieben von zehn Pucks gehen aufs Tor.
Stelle dich dorthin, wo der Schuss ankommt, nicht dorthin, wo der Torwart steht. Hockey Eastern Ontario beschreibt ein Spiel, in dem zwei Spieler Pucks abfälschen oder direkt schießen, aber den Torwart weder berühren noch ihm die Sicht verstellen dürfen [4]. Genau das ist die Regel in echt. Meilenstein: Drei Versuche in Folge ohne Kontakt mit dem Torwart. Nimm die Position bei jedem Versuch neu ein, damit du dich nicht in eine Gewohnheit hineinschiebst.
Mit Gegnern und Torwart kommt der Druck. Meilenstein: Fünf von zehn Ablenkern kommen aufs Tor.
Vor dem Tor ist es eng und hart. Bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2006 bis 2015 waren Platzwunden mit 80 % der Gesichtsverletzungen in der U20 die häufigste Verletzung, weil die meisten nur ein Halbvisier tragen [5]. Trage Vollvisier, Helm und Mundschutz, halte den Stock tief und gehe nie mit gehobenem Stock in den Schuss. Bei Schmerzen im Gesicht, Kopf oder Nacken hörst du auf. Dieser Guide erklärt und motiviert, er ersetzt kein betreutes Training und keinen Trainer. Plane außerdem feste Pausen ein: Wer müde ist, verliert zuerst die Genauigkeit und dann die Haltung, und genau dann passieren die meisten Fehler (Praxis). Sprich mit deinem Trainer ab, wie viele Wiederholungen pro Einheit sinnvoll sind.
Übe den Ablenker zuerst im Stehen, mit einem Partner, der den Puck langsam zuspielt. Dein Gefühl für den Winkel entsteht langsam. Das ist Trainer-Erfahrung, keine Studie.
Ein Schuss eines Mitspielers, den du vor dem Tor mit der Schaufel berührst und damit die Richtung änderst (Tip-in).
Nur, wenn der Puck deinen Stock auf Höhe der Querlatte oder darunter berührt. Berührst du ihn darüber, zählt das Tor nicht [1].
Ja, aber du darfst ihn nicht durch Position oder relevanten Kontakt behindern und nicht absichtlich Kontakt herstellen, sonst wird das Tor aberkannt [2].
Mit einem Partner, der Pucks zuspielt, in kleinen Schritten. Ein Spiel mit zwei Spielern, die Pucks abfälschen oder schießen, ohne den Torwart zu berühren, übt auch das Verhalten vor dem Tor [4].
Ja, empfohlen: Vollvisier reduzierte Gesichtsverletzungen stärker als ein Halbvisier [3].
RVH lernen: Pfostenabdichtung im Reverse VH, mit Blick auf Hüfte und Knie — [object Object]