Transfer und Expansion im Recurve: Last vom Arm in den Rücken verlagern, mit 1 bis 2 mm Mikrobewegung den Clicker auslösen und was die Forschung dazu zeigt.
Die ehrliche Antwort vorweg: Transfer heißt, die Last vom Arm in den Rücken zu verlagern, Expansion heißt, den Rücken danach noch einen Hauch weiter zu öffnen, bis das Lösen von selbst passiert. Im DSB-Modell ist der Transfer eine „sehr kleine, konsequente Drehbewegung des Zugarmellbogens", und die Expansion eine Mikrobewegung von 1 bis 2 mm, die den Clicker auslöst [1]. Zum Vergleich: Das ist weniger als die Dicke deines kleinen Fingers.
Was sagt die Forschung? In einem EMG-Vergleich mit 30 Männern war bei den Eliteschützen der untere Trapezmuskel am Zugarm deutlich aktiver, Bizeps und Trizeps dagegen weniger aktiv als bei Anfängern und Vor-Elite-Schützen [2]. Die Autoren folgern, dass der untere Trapezmuskel das Schulterblatt fixiert. Übersetzt: Die Profis ziehen mit dem Rücken, nicht mit dem Arm. Bei 39 Weltcup-Schützen sagten außerdem eine kürzere Reaktionszeit auf den Clicker, mehr Zugkraft und weniger Körperschwankung nach dem Lösen höhere Ringzahlen voraus [3].
Beide Studien zeigen Zusammenhänge, keine Ursache. Die Zahlen sind zudem kein Rezept für deinen Bogen. Das DSB-Modell ist ein Lehrmodell. Dazu kommt: Die EMG-Studie untersuchte nur Männer, die Weltcup-Studie Elite-Schützen mit viel Erfahrung. Was für Einsteiger gilt, ist damit nicht belegt. Nimm sie als Richtung, nicht als Beweis.
Wie schwer ist das? Das ist ein Pro-Skill. Erfahrungsgemäß brauchst du dafür viele Monate sauberer Wiederholung, und eine Anleitung am Bildschirm ersetzt nicht den Blick eines Trainers.
Im Anker liegt der Zeigefinger bündig am Kieferknochen, die Sehne berührt Kinnecke und Nasenspitze. Das Modell nennt für den Anker 90 % Rückenspannung und 10 % Unterarmspannung [1].
Jetzt folgt die „sehr kleine, konsequente Drehbewegung des Zugarmellbogens", der Transfer [1]. Die Last wandert vom Arm in den Rücken. Meilenstein: Dein Trainer sieht auf dem Video, dass der Ellbogen sich dreht und nicht nach außen driftet.
Rückenspannung und Stützlinie werden gehalten, laut Modell mit „90 % + x" Rückenspannung [1]. Du zielst, ohne den Rücken locker zu lassen.
Beim Zielen erhöhst du die Rückenspannung noch einmal. Die Oberarmrückseite bewegt sich „parallel" zur Schießlinie nach hinten, die Kontraktion im Rücken weitet die Brust. Das ist die Mikrobewegung von 1 bis 2 mm, die den Clicker auslöst [1]. Du ziehst nicht mit der Hand weiter, sondern mit dem Rücken.
Mit dem Klick löst sich das Kräftegleichgewicht, die Sehne gleitet durch die Finger [1]. Meilenstein: 10 Schuss in Folge, bei denen der Klick und das Lösen ohne bewussten Fingerbefehl passieren.
Miss deine Zeit zwischen Anker und Lösen. In einer Studie mit 15 Schützen erklärten fünf zeitliche Faktoren zusammen (Vorbereitungszeit, Zielzeit, Nachhaltezeit, Pfeilgeschwindigkeit und die Schwankung der Zeit bis zum Clicker) allerdings nur 7,7 % der Streuung der Treffer [4]. Anker: Das ist ein kleiner, aber echter Hebel, kein Zaubertrick. Wichtiger ist, dass dein Ablauf in jedem Schuss gleich lang dauert. Notier dir dazu bei 10 Schuss die gefühlte Zielzeit und vergleich sie mit dem Video: Wer jedes Mal anders lange zielt, schießt auch jedes Mal anders.
Beim Transfer wandert die Last vom Arm in den Rücken, über eine kleine Drehung des Zugarmellbogens. Bei der Expansion öffnest du den Rücken weiter und löst damit den Clicker aus [1].
Laut DSB-Modell eine Mikrobewegung von 1 bis 2 mm [1]. Das ist wenig. Wenn du viel Weg brauchst, ist meist der Anker oder das Zuggewicht das Thema.
In einer Studie mit 30 Männern war der untere Trapezmuskel bei Eliteschützen aktiver, Bizeps und Trizeps weniger [2]. Das ist ein Einzelbefund, kein Trainingsplan.
Bei 39 Elite-Schützen sagte eine kürzere Clicker-Reaktionszeit höhere Ringzahlen voraus [3]. Ein ruhiger, konstanter Ablauf zählt mehr als hektisches Reagieren.
Hinge-Release: Mit Rückenspannung überraschend auslösen — [object Object]